Gemeinde-Schulhaus №ass 1 │ 1758-1967

Klaus A.E. Weber

 

Kulturelle Bildung „unter einem Dach”

Ehemalige Dorfschule und Dorfkapelle

Hellental │ Mai 2009

© HGV-HHM, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Schul- und Kapellengebäude unter einem Dach

Da die traditionellen Glasmacherfamilien immer darauf bedacht waren, ihren Kindern eine gute schulische Ausbildung und christliche Unterweisung zukommen zu lassen, verwundert es nicht, dass bereits kurze Zeit nach Gründung der neuzeitlichen Glashütte Steinbeke ein Hüttenschulmeister namens Ludolph Wehe erwähnt wurde.

Sein Nachfolger wurde ab 1735 der Schulmeister Johann Anton Drösemeyer aus Uslar, zugleich auch erster Schulmeister in Schorborn.[1]

Im feuchten „Hülsebruch“ im oberen Hellentaler Grund war dem Schulmeister eine Wiese zur eigenen Bewirtschaftung, die "Schulwiese", zugeteilt gewesen.

Bis um 1758 wurde für alle Hellentaler Schüler*innen der Schulunterricht im etwa 2 km entfernt gelegenen Bauerndorf Merxhausen erteilt.

Im gleichen Jahr konnte in Hellental ein Schul- und Kapellengebäude errichtet werden, so dass hiernach der schulische Unterricht vor Ort in Hellental stattfinden konnte.[6]

Das Schulgebäude am heutigen Standort des Dorfgemeinschaftshauses umfasste in jener Zeit zugleich auch die Lehrerdienstwohnungen.

 

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© Historisches Museum Hellental

 

Dorfschule 1806

"Schlechteste in ihrer Art"

Der Hellentaler Schullehrer Johann Conrad Gronau, Sohn des Schulmeisters Johann Ludwig Gronau, schrieb am 24. Januar 1806 folgende, die vorherrschenden schlechten Schulräumlichkeiten kennzeichnenden, insbesondere aber seine ärmlichen Wohnbedingungen anklagenden Zeilen an das "Herzoglich Braunschweig=Lüneburgische Consistorium" in Wolfenbüttel:[2]

"Des Schulmeisters Conrad Gronau zum Hellenthal untertänige Bitte um baldig gnädigen Befehl zu einem neuen Schulhausbau.

Ich bewohne ein Schulhaus, welches gewiss das schlechteste in seiner Art ist.

Es ist nur eine Stube darin vorhanden, welche nur 14 Quadrat-Fuss hält, dazu niedrig ist.

In diesem kleinen Stübchen muß ich 60 Kindern den Schulunterricht erteilen.

Meine Frau mit 4 Kindern müßen mit darin wohnen.

Sie kann während der Information nicht einmal den doch so nötigen Kummerfaden aus Raummangel spinnen. Am bedauerungswürdigsten ist mein Zustand, wenn meine Ehefrau in der Schulstube Wochenbett halten muß.

Mancher Bauer hat ja bessere Viehstallung, als meine Wohnung ist.

Man sollte bald die Lust zum Leben verlieren, wenn man so jämmerlich wohnen muß.

Durch Ew. Hochwohlgeborenen gnädigen Befehl sind schon viele schöne und gute Schulhäuser in hiesiger Gegend neu erbauet, worin nun Lehrer und deren Jugend gesunde Luft atmen, und froh sein können.

Es würde mich und den betrübten Meinigen freuen, wenn ich auch bald des Glück erlebte, ein neues Schulhaus zu bekommen.

Reparaturfähig ist dieses alte Haus durchaus nicht, welches auch bei einer Besichtigung nicht anderst attestiert werden kann.

Auf die Legalität hiesiger Herren Kirchenvisitatoren kann ich mich durchaus verlassen."

Conrad Gronau hatte 27 Jahre zuvor, am 08. Februar 1779, in Stadtoldendorf die 21-jährige Catharina Juliane Grupe geheiratet, die sechs Kinder zwischen 1782-1800 in Hellental zur Welt brachte.

Wegen der zwischenzeitlich eingetretenen, großen Baufälligkeit des Kapellen- und Schulgebäudes "zu Hellenthal" hatte sich der Superintendent Rögener in Bevern am 01. November 1824 an das "Fürstlich Braunschweigisch-Lüneburgische Consistorium" in Wolfenbüttel gewandt.

 

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© Historisches Museum Hellental

 

1824

Am 17. November 1824 erging postwendend ein Antwortschreiben des "Herzoglich Braunschweig=Lüneburgische Consistoriums" an den Superintendenten:[3]

"Wir lassen dem Herrn Superintendenten Rögener in Bevern auf dessen Bericht vom 1sten d. M., den jetzigen Zustand der Capelle und Schule zu Hellenthal betreffend, unverhalten sein, daß zwar unterm heutigen Dato höchsten Orts von Uns auf baldige Verfügung wegen des Neubaues derselben angetragen, jedoch, den Umständen nach, im bevorstehenden Winter nur die Vorbereitung dazu, und im nächsten Sommer erst die wirkliche Vollführung des Baues zu hoffen sei.

Es hat daher der Herr Superintendent, in Verbindung mit dem weltlichen Visitator, schleunigst dafür Sorge zu tragen, daß, falls nicht noch in Hellenthal oder in Merxhausen ein anderweites zum Schulunterricht und zur Wohnung des Schullehrers paßendes Lokal auszumitteln sein sollte, für jetzt wenigstens die erforderlichen Veranstaltungen getroffen werden, damit durch anzubringende Stützen und einstweilige notdürftige Ausbesserung des Daches die Bewohner des Schulhauses und die Schulkinder gegen den Ungestüm der Witterung geschützt, und Gefahren des Lebens und der Gesundheit abgewandt werden.

Ein Gleiches ist auch in Ansehung der Capelle zu veranstalten.

Wolfenbüttel, den 17. November 1824

Fürstl. Braunschwg. Lünebg. Consistorium.

A. Bartels"

 

1825/1826

Schulneubau

Es kann davon ausgegangen werden, dass frühestens im Jahr 1825 der erstmalige Abriss des Schul- und Kapellengebäudes erfolgte.

Das teilweise noch brauchbare Material soll zum Bau des Gemeindebackhauses verwendet worden sein.

Schule und Kapelle wurden neu erbaut, wiederum „unter einem Dach”.

Den Dorfbeschreibungen von LAMBRECHT [4] und STEINACKER [7] ist zu entnehmen, dass die Schule zu dieser Zeit durch "das Consistorium besetzt und eine Filial von Heinade war".

Mit der Schule sei "zugleich ein Betsaal verbunden" gewesen.

 

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© Historisches Museum Hellental

 

Das Jahreseinkommen der Schule betrug 180 Taler, wobei der Schulbesitz 2/3 Morgen Acker, 1/3 Morgen Gärten und 3½ Morgen Wiesen umfasste, allerdings, "den genutzten Acker besitze die Regierung".[4]

Die Fläche des Schulgrundstücks betrug um 1950 insgesamt 200 m².

 

1874-1905

Schulneubau und Erweiterung

Beginnend im November 1874 besteht bis März 1905 im Kreisarchiv Holzminden [12][13] zum Schulhaus Hellental eine umfangreiche Aktenlage - "Acta, den Neubau des Schulhauses in Hellenthal betreffend".

In dem mehrjährige Schriftwechsel zwischen

  • dem "Herzoglichen Braunschweig=Lüneburgischem Staatsministerium"

  • dem "Herzoglichen Braunschweig=Lüneburgischen Consistorium Wolfenbüttel"

  • der "Herzoglichen Kreis=Direction zu Holzminden"

  • dem "Amt Stadtoldendorf/Sadtvogtei"

  • der "Gemeinde Hellenthal".

ging es im Wesentlichen um die Frage der Zuständigkeit und der Finanzierung des Schulneubaus, wobei u.a. am 28. August 1881 ein bedeutender Geldbetrag ministeriell in Aussicht gestellt worden war.

Später wurde auch der Erweiterungsbau des Schul- und Kapellengebäudes behandelt angesichts der "ungünstigen Verhältnisse der Gemeinde Hellenthal".

So wurde für den Schulerweiterungsbau 1904 eine "Beihülfe" in Höhe von 6.500 Mark nachträglich um 150 M auf 6.650 Mark erhöht.

Nach der Berichterstattung der „Braunschweigischen Anzeigen“ vom Februar 1882 genügte seit Jahren das alte Schulhaus bei der größeren Anzahl von Schulkindern nicht mehr den Schulzwecken.

Auch sei die Lehrerwohnung beschränkt und feucht gewesen.

Anfang des Winters 1881 wurde der Neubau des Schulhauses vollendet und im Dezember 1881 eingeweiht.

Das Schulgebäude soll damals eine Zierde des Dorfes gewesen sein.

Es umfasste ein "geräumiges Lehrzimmer und eine gute gesunde Wohnung für den Lehrer".

 

1887

1887 war die Schulgebäude durch übermäßige Feuchtigkeit erneut unbrauchbar geworden.

Nun wurde zum dritten Mal ein Neubau erforderlich, wobei jetzt die Schule zweigeschossig errichtet werden sollte.

 

1900

Mit Datum 21. März 1900 wurde eine in Stadtoldenorf planerisch erstellte "Zeichnug über Erbauung eines Klassenzimmers nebst Wohnung und Stallung für die Gemeine Hellenthal" für das zweigeschossige Neubauprojekt vorgelegt.[9]

 

Situationsplan um 1900 │ Schule und Kapelle [9]

"Schulgarten" │ "Zur Schule gehöriger Baumgarten" │ "Wiese des Nachbarn" │ "Friedhof"

 

(a) Um 1900 geplantes Schulgebäude [9]

Erdgeschoss: Klassenzimmer mit Vorplatz

Obergeschoss: Lehrerdienstwohnung

 

(b) Um 1900 geplantes Stallgebäude ("Stallung") [9]

"Holz nur für Schulzwecke" │ "Kohle für 2. Lehrer" │ ("Stall") │ "Holz nur für 1. Lehrer" │ "Stall"

"Abort für Mädchen" │ "Pissoir" │ Abort für "Lehrer"

Abort für "Knaben" │ "Grube"

© HGV-HHM, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

1901

Mit den Eingaben von Pastor A. Schwartz aus Heinade vom 06. August und 24. August 1901 nahm er befürwortende Stellung zum Neubau und zu den erforderlichen Maurerarbeiten.[9]

Hintergrund hierfür war der beabsichtigte "Neubau eines Hinterhauses auf dem Schulgrundstück der Gemeinde Hellental".

Bereits im Februar 1901 war hierfür in Stadtoldenorf eine "Zeichnug über die Verlängerung des Schulgebäudes für die Gemeine Hellenthal" planerisch erstellt worden.[9]

 

Situationsplan um 1901 │ Schule und Kapelle [9]

"Dorfstraße" │ "Friedhof" │ "Der Schule zugehöriger Baumgarten" │ "Schulgarten"

 

Um 1901 geplante Verlängerung des Schulgebäudes [9]

Erdgeschoss: Klassenzimmer

Obergeschoss: Lehrerdienstwohnung

© HGV-HHM, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Im Juni 1901 folgt eine wiederum in Stadtoldenorf angefertigte "Zeichnug über die Erbauung eines Hinterhauses auf dem Grundstück der Gemeine Hellenthal".[9]

Der Fußboden des "Vorplatzes" (Flur) zwischen den beiden Klassenzimmern wurde mit Sandsteinplatten belegt.

 

Lageplan um 1901 │ Schulgebäude [9]

"Straße" │ "Friedhof" │ "Baumgarten der Schule" │ "Brunnen und Spielplatz"

 

Um 1901 geplante Erstellung eines "Hinterhauses" auf dem Schulgrundstück [9]

(Abort) "Knaben, Lehrer, Mädchen" │ "Pissoir" │ "Stall" │ "Stall" │ "Holz nur für Schulzwecke"

"Kohle für 2. Lehrer" │ "Holz etc.für I Lehrer" │ "Holz und Kohlen für II Lehrer"

"Holz und Kohlen für Schulzwecke"

© HGV-HHM, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Zu den "Anfertigungsarbeiten" zum "Neubau mit Lehrerwohnung" einerseits und zum "Stallgebäude mit Abortgebäude" andererseits wurde 1901 folgender "Kostanschlag" in Höhe von insgesamt 4.000.- Mark (M) und Pfennig (₰) unterbreitet, wobei folgende Gewerke differenziert aufgelistet und kalkuliert worden waren:[9]

  • I Erdarbeiten (lfd. Nr. 1): 53 M  86 ₰

  • II Maurerarbeiten (lfd. Nr. 2-22): 690 M  48 ₰

  • III Maurerbedarf (lfd. Nr. 23-31): 1.551 M  60 ₰

  • IV Zimmererarbeiten (lfd. Nr. 32-34): 622 M  51 ₰

  • V Dachdeckerarbeiten (lfd. Nr. 35): 419 M  58 ₰

  • VI Tischlerarbeiten (lfd. Nr. 36-41): 301 M  40 ₰

  • VII Schlosser- und Schmiedearbeiten (lfd. Nr. 42-44): 74 M  40 ₰

  • VIII Klempnerarbeiten (lfd. Nr. 45-48): 80 M  82 ₰

  • IX Anstreicharbeiten (lfd. Nr. 49-50): 23 M  32 ₰

  • X Insgemein: 182 M  03 ₰

  • Zusammen: 4.000 M  00 ₰

 

1902-1905

Schul- und Stall-Neubau

Bis 1905 besteht hierzu ein umfassender, ordnungsbehördlicher und finanzierungsgeprägter Schriftverkehr.[9]

Die Gemeinde Hellental war durch den Gemeindevorsteher Zinkler vertreten.

 

1930

Am 08. Juli 1930 wird in einem Vermerk des Landkreises Holzminden im Rahmen einer Besichtigung des Schulgrundstückes mit dem Kreisdirektor Schelz festgehalten, dass sich am Stallgebäude Schäden befinden, „dessen Grund und Boden ständig in Bewegung ist“, wohl verursacht durch "fließendes oder sickerndes Wasser".

Hierzu wird im Einzelnen vermerkt:

Die 1,75 m tiefe, betonierte Düngergrube und Abortgrube enthält trotz Benutzung keinerlei Fäkalien; alles wird abgespült.

Das Stallgebäude ist massiv, wegen der vielen Risse für die Benutzer lebensgefährlich.

Der Gebrauch der Abortanlagen ist untersagt.

Abhilfe kann nur durch Abbruch und Wiederaufbau an anderer Stelle geschaffen werden, und zwar entweder in dem höher gelegenen dreieckigen kleinen Garten oder in dem tiefer gelegenen Garten, der z.Zt. als Schulgarten von den Kindern genutzt wird.

Da aber weiterhin kein Schulgarten zur Verfügung steht, soll zunächst versucht werden, von der Kirche den anschließenden Kapellengarten (alter Friedhof) zu kaufen.

Dann würde das Stallgebäude abgerissen und dessen Platz mit dem jetzigen Schulhof und ein Teil des Schulgartens zu einem Spiel- und Turnplatz umgestaltet und durch ein neues Stallgebäude von dem Kapellengarten, der dem Lehrer als Zier- und Obstgarten zugewiesen werden soll, getrennt werden.

In der sich anschließenden Verhandlung mit dem Kreisdirektor wurde dieser Vorschlag von den Vertretern des Gemeinderates und des Schulvorstandes einstimmig gutgeheißen.

Der Gemeindevorsteher wird beauftragt:

1. grundbuchamtlich den Besitzer des Kapellengartens festzustellen,

2. gegebenenfalls über den Erwerb mit den Vertretern der Kirche zu verhandeln.“

 

1950/1951

Lehrerdienstwohnungen

Am 01. Januar 1950 bezog die Hilfslehrerin Annemarie Themsfeldt die zweite Lehrerdienstwohnung von 35 m² in dem Hellentaler Schulgebäude:

3 Zimmer │ Küche │ Speisekammer │ Keller │ Stall │ Bodenraum.

Zwei Räume waren an "Flüchtlinge" vermietet.

Die gsamte Wohnfläche des Schulhauses umfasste 52 m², davon entfielen auf die beiden Lehrerdienstwohnungen 48,5 m².

 

Als Skizze angelegter Grundriss des zweigeschossigen Schulgebäudes

erstellt in Holzminden am 29. September 1950 [9]

© HGV-HHM, Foto: Klaus A.E. Weber

 

"1. Lehrerstelle"

Im April 1951 standen im Obergeschoss des Schulgebäudes für die "1. Lehrerstelle" der Volksschule (Fritz Rodbardt) sechs Räume mit insgesamt 115,80 m² zur Verfügung:

4 Zimmer (24,5 m²/24,58 m²/28,80 m²/12,20 m²) │ 1 Küche (15,10 m²) │ 1 Diele (10,70 m²)

Der örtliche Mietwert (Anrechnungswert) betrug 27,- DM pro Monat.

 

"2. Lehrerstelle"

Für die "2. Lehrerstelle" der Volksschule (Anneliese Themsfeldt) standen im April 1951 fünf Wohnräume mit insgesamt 64,80 m² bereit:

4 Zimmer (11,40 m²/14,30 m²/11,60 m²/16,30 m²) │ 1 Küche (11,20 m²)

Davon bewohnte Anneliese Themsfeldt 36,90 m²,

Die übrige Wohnfläche von 16,30 m² und 11,60 m² waren an zwei Personen untervermietet, die ihre monatliche  Miete direkt an die Gemeinde abführten.

Der örtliche Mietwert (Anrechnungswert) betrug hier 15,10 DM pro Monat.

 

1957

Hausgarten der Schule

Um 1957 gab es einen 180 m² großen "Hausgarten" der Hellentaler Schule - mit Garten- und Obstnutzung für die Lehrkräfte:

Flur 1 │ Parzellennummer 2/40. [9]

 

1958

Im Oktober 1958 umfasste die "Dienstwohnung Nr. 2" im Obergeschoss des Schulgebäudes zusammen mit drei Zimmer und einer Küche 47,49 m² Nutzfläche - Speisekammer, Flur, Dachboden, Trockenabort, Stallungen sowie "in Gemeinschaft" Keller und Waschküche.[9]

 

1961

 

Lehrerdienstwohnungen im Erd- und Obergeschoss

Zeichnung vom 14. April 1954, Holzminden [9]

Lehrerdienstwohnung 1 (blau)

Lehrerdienstwohnung 2 (rot) mit Raumnummern

© HGV-HHM, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Lehrerdienstwohnungen im Erd- und Obergeschoss

Zeichnung vom 13. Juli 1961, Holzminden [9]

© HGV-HHM, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

1965

Im November 1965 erfolgte im Rahmen der Schulhygiene eine Besichtigung der Schule mit Überprüfung der Schulanlagen.

Dabei wurde festgestellt, dass eine "Überholung der Abortanlage" dringend erforderlich war, da diese "den hygienischen Anforderungen in keiner Weise mehr" entsprach.[10]

 

1966

Lehrerdienstwohnung Dorfstraße 1

Die Lehrerdienstwohnung Dorfstraße 1 umfasste im März 1966:[11]

Wohnzimmer (24,48 m²) │ 2 Zimmer (10,78 m²/24,28 m²) │ Schlafzimmer (29,80 m²) │ Zimmer (16,32 m²) │ Küche (12,55 m²/12,62 m²) │ Diele (15,08 m²) │ Bad/WC (4,40 m²) │ Abstellraum (5,88 m²)

Flur │ Dach-(Wäsche)Boden │ in Gemeinschaft: Keller, Waschküche │ Stallungen

Im August 1966 bestehen erste Überlegungen, das "Schulgebäude in Hellental für Zwecke des Fremdenverkehrs und der Jugend" zu nutzen.

 

1967

Leerstand seit August

Die Klassenräume der ehemaligen Volksschule in Hellental stehen seit August 1967 leer.

 

1970

Verwertung des ehemaligen Schulgebäudes

Am 04. Mai 1970 erfolgte unter Mitwirkung der Hellentaler Gemeindevertreter und des Solling- und Verkehrsvereins eine Besprechung mit dem Landkreis Holzminden zur Frage der Verwertung des alten Schulgebäudes der Gemeinde Hellental.

Mit Schreiben vom 10. Dezember 1970 nimmt der Landkreis Holzminden Stellung zur Frage der Verwertung des alten Schulgebäudes in Hellental.

Ziel sollte es sein, ein „Fremdenverkehrszentrum“ zu schaffen, wofür „sich einer der beiden Klassenräume der seit August 1967 leerstehenden Schule“ anbiete.

Bevor nun aber die Gemeinde in die Planung eintrete und Kostenanschläge einhole, bat Landkreises Holzminden, zunächst über die die Schul- und Kulturabteilung des Landkreises Holzminden „bei der Bezirksregierung die Genehmigung einzuholen, daß das Schulgebäude einem anderen Zweck zugeführt werden kann.“

Dies sei insofern erforderlich, da „seinerzeit zum Bau der Toilettenanlagen Landesmittel in Anspruch genommen wurden und diese noch nicht abgetragen sind.“

Dem empfohlenen formlosen Antrag des Hellentaler Gemeindedirektors Heppner vom 16. Dezember 1970 an die Schul- und Kulturabteilung des Landkreises Holzminden ist zu entnehmen, dass Hellental als „fremdenverkehrsfördernde Gemeinde“ in den nicht mehr genutzten Schulräumen einen „abgegrenzten Aufenthaltsraum (Leseraum) für Gäste und Dorfbewohner schaffen, wie auch den Schulraum „den vorhandenen Ortsvereinen und dem kommunalen Aufgabenbereich zur Verfügung stellen“ möchte.

„Die Räume würden so gestaltet, daß sie den Sinn und Zweck eines Dorfgemeinschaftshaus[es] erfüllen würden, welches in den jetzigen Zustand nicht möglich ist, denn dringende Renovierungsarbeiten sind erforderlich.“

 

1971

Mit ihrem Bericht vom 15. Januar 1971 an den Regierungspräsidenten in Hildesheim befürwortet die Schul- und Kulturabteilung des Landkreises die Genehmigung des Antrags der Gemeinde Hellental „zum Umbau der beiden Klassenräume zu Aufenthaltsräumen für Feriengäste“.

Begründend wird ausgeführt, dass die beiden Klassenräume nicht mehr für schulische Zwecke benötigt und die Schüler*innen der Jahrgänge 5 bis 9 in der Mittelpunktschule in Deensen unterrichtet würden.

Hellental sei Mitglied des Schulzweckverbandes Nordsolling-Vogler und seit dem 15. August 1967 würden auch die Schüler*innen der Jahrgänge 1 bis 4 aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung der Gemeinde in der Volksschule in Deensen unterrichtet.

Gegen den Umbau der nicht mehr schulisch genutzten Klassenräume gibt es gemäß der Verfügung des Regierungspräsidenten in Hildesheim vom 06. Februar 1971 keine Bedenken.

Zur Lehrerdienstwohnung in dem ehemaligen Schulgebäude macht der Landkreis Holzminden darauf aufmerksam, "daß Lehrerdienstwohnungen mit Wirkung vom 01. August 1975 allgemein aufgehoben" wurden.

 

1975

Dem damaligen Zeitgeist entsprechend, wird 1975 die ehemalige Volksschule in ein Dorfgemeinschaftshaus umgewandelt.

 

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[1] NÄGELER/WEBER 2004; SCHOPPE 1989; LESSMANN 1984; BLOSS 1950.

[2] zit. in LESSMANN 1984.

[3] NLA WO, 14 Alt 551.

[4] LAMBRECHT 1863, S. 706.

[5] LESSMANN 1984, S. 42-47, 66-67.

[6] HEINEMANN 1877, S. 162-204.

[7] STEINACKER 1907.

[8] KA HOL 1054.

[9] KA HOL 1060.

[10] KA HOL 1057.

[11] KA HOL 1059.

[12] KA HOL 1062 (E 101 22/33).

[13] KA HOL 1061