Die historischen Verkehrswege
Klaus A.E. Weber
Vormoderne Handelsstraßen („Hansestraßen“)
Viabundus - vormoderne Online-Straßenkarte
Die Online-Karte bietet eine Reihe von Werkzeugen zur Erkundung des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Nordeuropas (1350-1650).[8]

Verkehrswege im ehemaligen Amt Stadtoldendorf
STEINACKER 1907 [2]
Altstraßen und die Entwicklung des regionalen Verkehrswegenetzes
Das Wegenetz mit regionaler und überregionaler Verkehrsanbindung ist für die wirtschaftliche Entwicklung eines Gewerbestandortes nach wie vor von entscheidender Bedeutung.
Historische Handelsstraßen spiegeln sich wirtschaftshistorische, fiskalische und vor allem aber politische Entwicklungen wieder.[7]
Grenzmarkierung am Verkehrsweg zwischen
"Braunschweig" (Landkreis Holzminden) und "Hannover" (Landkreis Northeim)
bei Mackensen │ Mai 2020
© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber
Wie HINDELANG/WALTHER [9] ausführt, wurde Straßenbau erst nach Ende des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) „zu einer wichtigen staatspolitischen Aufgabe".
Um eine aktive Handelsbilanz zu erzielen, wie es der Merkantilismus zur Vergrößerung des Reichtums eines Landes empfahl, mußten Handel und Gewerbe gefördert werden.
Unabdingbare Voraussetzung hierfür war ein gut ausgebautes Straßennetz.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts begann man daher mit dem Bau von Chausseen, d.h. „kunstmäßig“ ausgebauten Fernstraßen.“
Nähere Ausführungen zu „Braunschweig“ sind den Betrachtungen von HINDELANG/WALTHER [10] zu entnehmen.
So kommt es erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer wesentlichen Verbesserung des Wegenetzes, insbesondere im Hinblick auf die Straßen erster Ordnung, die den Tallinien folgten.
Eine hervorgehobene Bedeutung hatte die alte "Einbecker Straße", die über den Solling führte.
Im Hinblick auf die Verkehrsbedingungen, Entstehung und Entstehung des Wegenetztes im Solling und dessen historische Relikte wird auf einen zusammenfassenden Aufsatz von CREYDT [1] verwiesen.
Wegenetz
- Landsraßen
-
Chausseen (Kunststraßen ab 1770, ausgebaute Landstraßen)
-
Heerstraßen (Militärstraßen)
- "Franzosenwege"
-
Eichealleen
-
Poststraßen
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© Zeichnung: Wolfram Grohs │ 2021-03
Holzminden und Einbeck waren ehemals durch eine über Dassel führende Poststraße verbunden.
In nördlicher Richtung verlief einst ein alter bedeutender Hauptverkehrsweg, die von Westfalen nach Leipzig führende Heer- und Handelsstraße Holzminden-Einbeck.
Diese fast geradlinig von Westen nach Osten verlaufende, Höhenlinien folgende historische Verkehrsroute ist noch heute als „Einbecker Heerstraße“ [1] weitgehend erhalten:
- Holzminden - Schießhaus - Merxhausen - Mackensen - Dassel - Einbeck.
Zudem gab es eine weitere Reihe historischer Verbindungswegen als
-
Forstwege/Holzwege
-
Fußwege (Steige, Stiege)
-
Feldwege
- Knüppeldämme.
Zu den Waldglashütten und Kohlstätten sowie zu den landwirtschaftlich genutzten Wiesen führten Wirtschaftswege.
So bestanden beispielsweise „Köhler Fahrwege“ als Anfuhrwege für geschlagenes Holz und „Kohlenwege“ zum Abtransport der Holzkohlenprodukte.
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[1] CREYDT 2022, S. 9-50.
[2] STEINACKER 1907, S. 110 Abb. 70 PS IV Z4.
[7] STREICH 1996, S. 157-160.
[8] PETERSEN 2021.
[9] HINDELANG/WALTHER 1989; S. 10.
[10] HINDELANG/WALTHER 1989; S. 27-36.