Wilderei und Schmuggel

Klaus A.E. Weber

 

Im braunschweigisch-hannoversch-preußischen Grenzraum

Um 1840 hatte die mitten durch den Solling - zwischen dem Herzogtum Braunschweig und Königreich Hannover - führende Landesgrenze eine besondere Rolle erhalten, denn die auch inmitten des Hellentals verlaufende Herrschaftsgrenze wurde in jener Zeit wegen der häufigen Wilderei und des verbreiteten Schmuggels in dieser bitterarmen Sollingregion wieder berüchtigt.

In jenen ökonomisch wie sozial schwierigen Jahren des 18./19. Jahrhunderts, einhergehend mit großem Hunger und Massenarmut bei zunehmendem Bevölkerungswachstum, gab es typischerweise eine Vielzahl von Einzelstrategien die Dorfbewohner des Sollings wegen ihrer großen materiellen Armut und existentiellen Not entwickelten.[1]

Besondere lokale wie individuelle Varianten bestanden hierbei in dem „Schmuggel rund um den Solling“ und der facettenreichen „Wilderei“ im 18. und 19. Jahrhundert.

Ein Überleben vieler kleiner Landleute des Sollings war in jener armutsbehafteten Zeit oft nur durch Gesetzes- und Grenzübertretungen möglich.

 

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[1] ALTHAUS 2019.