Leitmotiv des Historischen Museums Hellental (HMH)

Klaus A.E. Weber

 

"Museen bewahren und vermitteln das Kultur- und Naturerbe der Menschheit.  Sie informieren und bilden, bieten Erlebnisse und fördern Aufgeschlossenheit, Toleranz und den gesellschaftlichen Austausch." [1]

 

Das HISTORISCHE MUSEUM HELLENTAL (HMH)

  • entspricht dem Museumstyp "kleine Museen" (MVNB),
  • ist ein offenes Museum für eine offene Gesellschaft,

  • ist ein Ort der Glaubwürdigkeit,
  • zählt zur Kategorie der kleinen, ehrenamtlich organisierten und geführten Museen im ländlichen Raum Südniedersachsens,

  • versteht sich als wichtiger gesellschaftlicher und sozialer Ort, das regionale materielle und immaterielle Erbe zu sammeln, zu erhalten und zu vermitteln,

  • soll die lokale und regionale historische Identität stärken,

  • versteht sich als Partner im Verbund mit anderen regionalen Museen,

Als kulturelle Sehenswürdigkeit in der Solling-Vogler-Region und als Archiv der Dinge und Wissensspeicher mit archäologischen, kulturhistorischen und alltagskulturellen Sammlungsbeständen nimmt das HMH klassische Kernaufgaben von Museen wahr (MVNB):

Sammeln Dokumentieren ⎸Forschen ⎸Erhalten ⎸Ausstellen Vermitteln

So beteiligen sich das HMH aktiv an der Erforschung, Dokumentation, Bewahrung und Vermittlung der regionalhistorischen Sachkultur in ihren Sammlungen und Dauerausstellungen, insbesondere im Hinblick auf die Glas-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Glasmacherortes, Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes Hellental.

Das HMH bietet auf Anfrage und nach Vereinbarung ganzjährig an:

  • Übersichts- und Spezialführungen, Einzel- und Gruppenführungen sowie Vorträge.

 

Museumsverband Niedersachsen und Bremen e.V. (MVNB) - Miteinander. Vermitteln. Netzwerken. Beraten.

Das HMH orientiert sich mit dem MUSEUM IM BACKHAUS│HELLENTAL und dem SOLLINGHAUS Weber | Museum der Alltagskultur an der Satzung [2] und dem Leitbild des MVNB.

Angelehnt an die Präambel zur Verbandssatzung des MVNB dient das HMH dem Erhalt des kulturellen Erbes sowie Ort der kulturellen Bildung und der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Das Sammeln, Erfassen, Dokumentieren, Erforschen, Erhalten, Ausstellen und Vermitteln erfolgt in gesellschaftlicher Verantwortung und im Hinblick auf die Zukunft historische Sachkulturgüter, Artefakte sowie Objekte der Natur und Naturgeschichte.

Dies gilt insbesondere für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des "Alten Tals der Glasmacher" im Solling und des Glasmacherortes, Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes Hellental.

Dabei orientiert sich das HMH im Rahmen seiner sachlichen und personellen Möglichkeiten am Code of Ethics (Ethische Richtlinien für Museen) des Internationalen Museumsrates ICOM (International Council of Museums)) und den Standards für Museen des Deutschen Museumsverbundes (DMB) und ICOM-Deutschland.

Das HMH nimmt vor dem Hintergrund deutscher Geschichte seine Arbeit als Kultureinrichtung eigenständig mit Meinungs- und Angstfreiheit wahr.

Die Sammlungen und Ausstellungen zeugen von den dynamischen kulturellen Entwicklungen, welche die Kulturlandschaft formen.

Phänomene wie demografischer Wandel, Migration, wirtschaftliche und ökologische Entwicklungen verändern (unsere) Kulturen.

Das HMH will diese Veränderungen abbilden:

Es schützt, bewahrt und präsentiert kulturelle Ausdrucksformen, Bilder und Geschichten und macht auf diese Weise kulturelle Identität und Diversität erfahrbar und sichtbar.

Dabei endet das HMH nicht an seinen Mauern oder Zäunen, sondern überschreitet Grenzen – zu anderen Kultursparten, zur Umwelt, zum Umfeld, zur Region, zu anderen Ländern und nicht zuletzt zu den Medien.

Ziel für das HMH ist es, sich als „offene Museumswerkstatt“ zu entwickeln.

 

Provenienzforschung

Im HMH fanden sich keine Hinweise auf unrechtmäßig in die Sammlungen gelangte Objekte, insbesondere keine auf NS-Raubgut und ethnologischen Sammlungsbestand (Ethnografica und Naturalia).

 

Kulturnetzwerk Solling, 2011-2012

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie “Kulturnetzwerk Solling” in den Jahren 2011-2012 des Sollingvereins Uslar und des Solling(haupt)vereins Neuhaus war eine orientierende, kritische Museumsberatung auch für das Museum im Backhaus│Hellental durch Frau Dr. Beate Bollmann, Oldenburg, erfolgt.

Daraufhin wurde die Dauerausstellung des Museums im Backhaus│Hellental grundlegend überarbeitet und durch eine veränderte Schwerpunktsetzung ab dem Jahr 2012 neu gestaltet.

 

Sammlungen

Das Sammlungskonzept und die Sammlungspflege basiert auch auf der Zusammenarbeit mit der Archäologische Denkmalpflege im Landkreis Holzminden (Kreisarchäologie).

Die im MUSEUM IM BACKHAUS│HELLENTAL öffentlich zugängliche glasgeschichtliche Sammlungsausstellung „Zeiträume: Glas & Gläser“ dient der Begegnung mit der Glasgeschichte.

In einer von Massenkunststoffen und wachsenden terrestrischen rsp. maritimen Müllbergen ("Plastikmüll") beherrschten Zeit hat es sich das Museum im Backhaus│Hellental zur Aufgabe gemacht, medial unterstützt in einer ständigen Ausstellung Wissenswertes über die alte handwerklich-technische Gewinnung und Bearbeitung des faszinierenden Werk- und Wertstoffes Glas anschaulich zu vermitteln.

  • Archäologische Sammlung

Die Archäologische Sammlung von durchweg Bodenfunden von der Prähistorie über das Mittelalter bis in die Neuzeit aus dem Umfeld des Hellentals im Solling (einschließlich Hohlglasfunden) sowie die Sammlung von Nachbildungen (Replikate zur Glasgeschichte) sollen eine Einführung in die Epochen der Glaskultur erlauben - von der antiken bis zur modernen Glaserzeugung, von der Einzel- bis zur seriellen Fertigung.

Die Bestände der Archäologischen Sammlung sind in ihrer Gesamtheit ein Teil der Sammlung der Archäologischen Denkmalpflege im Landkreis Holzminden und werden der Öffentlichkeit an zentraler Stelle in Hellental zugänglich gemacht.

  • Kulturgeschichtliche Sammlung

Die öffentlich zugängliche, vornehmlich alltagskulturell orientierte Sammlungsausstellung in Themenräumen im SOLLINGHAUS Weber│Museum der Alltagskultur umfasst die Fokusthemen WALD│GLAS│DORF und dient der Begegnung mit der Wald-, Glas- und Dorfgeschichte im Hellental.

- Kulturgeschichtlich-volkskundliche Sammlung zur Geschichte der Alltagskultur im Hellental

- Sammlung zum regionalen Wirken von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (1713-1780) und seinem Oberjägermeister Johann Georg v. Langen (1699-1776)

Im Zentrum steht, dass Arbeit ein wesentlicher Teil des Hellentaler Alltagslebens war und ist.

  • Privatsammlung [3]

Ergänzend zur Archäologischen Sammlung ermöglicht es die private Sammlung von Nachbildungen und Replikaten, an einem Ausstellungsort "Exponate" zusammenzuführen, welche als Originale in anderen Museen weit verteilt sind, wodurch sich zusätzliche Erkenntnismöglichkeiten ergeben.

Der Sammlungsbestand zur Alltagskultur umfasst die Schwerpunktthemen Arbeitskultur │ Bräuche und Rituale │ Landwirtschaft │ Nahrungskultur │ Wohnkultur mit den Teilbereichen: Abzeichen, Alltagsgeschichte, Landwirtschaft, Politik, Religiosa, Spielzeug, Technik- und Medizingeschichte, Tonträger, Zivile Kleidung und Textilien.

 

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[1] Aus der Präambel der bundesweiten Standards für Museen.

[2] Die aktuelle Neufassung der Satzung wurde am 06. April 2018 in der Mitgliederversammlung in Einbeck beschlossen.

[3] Privatsammlung von Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental.