Prähistorische Funde in der Gemarkung Merxhausen

Klaus A.E. Weber

 

Im Januar 1953 wurde westlich des Dorfes Merxhausen an einem nach Osten abfallenden Hang auf einem Ackerland als Einzelfund ein so genanntes Silexgerät gefunden worden sein, möglicherweise ein Bruchstück eines Bohrers.[1]

 

Frühbronzezeitlicher Feuersteindolch

Im Jahr 2000 wurde in Merxhausen bei Erdarbeiten ein Dolchbruchstück aus Feuerstein gefunden, das in einen frühen Abschnitt der Bronzezeit (1.800-700 v. Chr.) zu datieren ist.[2]

 

Bronzezeitliches Feuerstein-Dolchfragment │ 1.800-700 v. Chr. [3]

 

 

Vorrömisches, eisenzeitliches Vier-Kant-Tüllenbeil

Vorläufige Zeitstellung:

Latènezeit: 5.–1. Jahrhundert v. Chr., Epoche der jüngeren vorrömischen Eisenzeit

Funddokumentation:

HtTB 1-1

Fund:

Vier-Kant-Tüllenbeil │ Eisen, handgeschmiedet │ halbrunde Schneide │ quadratische Schäftungsöffnung │ nach oben und unten auszipfelnde Beilklinge │ Länge gesamt: 14,0 cm │ Breite Schneide: 6,0 cm - Breite Tülle: 4,5 cm │ Tüllenform: 3,2 x 3,8 cm │ Tiefe Tülle: 5,7 cm │ Gewicht: 555 g 

Fundort:

Wiesengelände nahe Merxhausen, Flur Steinlah [5] │ nahe dem mittelalterlichen Glashüttenstandort "Steinlah"       

 

Vier-Kant-Tüllenbeil │ vermutlich 5.–1. Jahrhundert v. Chr.,

nach Reinigung und erster Konservierung am 25. November 2013 [5]

Gewicht: 555 g │ Länge gesamt: 14,0 cm │ Breite Schneide: 6,0 cm - Breite Tülle: 4,5 cm │ Tüllenform: 3,2 x 3,8 cm │Tiefe Tülle: 5,7 cm

 

 

Zeichnung: Henri Henze, Archäologische Denkmalpflege Landkreis Holzminden

Fotografien: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental



[1] Gemarkung Merxhausen FStNr. 1, Einzelfund [LEIBER 2004c Teil 2, S. 381, KtNr. 510].

Bleistiftskizze aus dem Nachlass von C. Sauermilch, Holzminden, in der Ortsakte Heinade der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Holzminden.

[2] Nach LEIBER [2005, S. 193] wurde das Feuersteindolchfragment der Archäologischen Denkmalpflege durch Detlef Creydt, Holzminden, zur Kenntnis gebracht (im Privatbesitz von Hinnerk Tewes). Detlef Sörg, Merxhausen, hatte das Dolchbruchstück bei Erdarbeiten an seiner Garage in ca. 1,5-2,0 m Tiefe angetroffen (Bruchweg 10 / Ecke Heukenbergweg 22). In enger Nachbarschaft zur Fundstelle soll ursprünglich eine Wasserquelle gelegen haben.

[3] Studiensammlung Archäologische Denkmalpflege Landkreis Holzminden.

[5] Fundmelder: Stefan Köhler, Merxhausen, am 18. November 2013 (mittels Metalldetektor) │ Übergabe an ihn zur weiteren Konservierung und zum vorläufigen Verbleib. Vorstellung durch Dr. Klaus A.E. Weber in der Archäologischen Arbeitsgruppe am 25. November 2013 / Kreisarchäologie Dr. Christian Leiber.