Spüligbach - Einst Lebensader für die Bewohner*innen von Merxhausen

Rolf Clauditz │ Dr. Klaus A.E. Weber

 

Der Spüligbach tritt über die Ufer – Hochwasser vom 15. Juli 1965 [2]

 

Der Spüligbach durchfließt das Dorf Merxhausen und war Lebensader für dessen Bewohner*innen.

Er lieferte zugleich den Antrieb und die Energie für die an ihm liegenden Mühlen, Hammerwerke und Eisenhütten.

Treffend beschreibt LETZNER 1596 den Bachverlauf:

„Der Wasserfluss der Spoeling genannt nimpt seinen Uhrsprung in dem Solling Walde an einem gar wonsamen freudigen Orte, streichet dem Thal und neben dem Dorfe Heina hinab auff das Dorf Marxhausen … Dieser Fluss wird aus dem Helden Thal gesterket und vergrößert, giebt grosse Fische und machet Merxhhausen eine Mühle. Dieser wasserfluss hat den Namen in der That, dan sie spület, das ist sie weschet, saubert und reinigt viel Unflats mit sich.“

Der Ursprung des Bachs befindet sich am Westrand des Holzbergs bzw. nordöstlich des Sollings und liegt nördlich und östlich der Ortschaft Heinade in einem Wiesengelände östlich der Landesstraße 580 auf maximal etwa 300 m ü. NHN.

Der Spüligbach wird nicht aus einer klassischen Sprudelquelle gespeist.

Vielmehr sammeln sich bescheidene Wassermengen mehrerer Rinnsale aus zumeist feuchten Hangwiesen in einem Wassergraben.

Das aus Heinade kommende Rinnsal fällt innerhalb der Ortschaft zeitweilig trocken und geht am Ortsausgang in ein schmales Bachbett über, die anderen kommen von der Südflanke des Holzbergs und liefern genügend Wasser für eine dauerhafte Wasserführung.

Die Quellrinnsale vereinen sich wenige Hundert Meter südöstlich Heinades in einer Niederung auf rund 251,5 m Höhe, wobei sich genügend Wasser für eine dauerhafte Wasserführung sammelt.

Der in überwiegend südöstlicher Richtung verlaufende Spüligbach fließt von Heinade entlang dem Nordostrand des Sollings und der L 580 bis Merxhausen, wo er den Heukenberg in einem langgestreckten Linksbogen umfließt.

 

Der Pfingstbach

 

Hier erhöht der einmündende Pfingstbach, seine Wassermenge (vergl. Volumenstrom).

Dann erreicht er nach zweimaligem Kreuzen der Landesstraße das südwestlich der Amtsberge gelegene Mackensen (Stadtteil von Dassel).

Unterhalb von Mackensen fließt der Spüligbach westlich am Ort der Burgruine Hunnesrück vorbei und danach durch den Dasseler Kernort, in dem er östlich an der Altstadt vorbeifließt und die Landesstraße erneut kreuzt, um wenige hundert Meter südlich davon nahe der Mündung der Bremke auf rund 155 m Höhe in den aus Richtung Süden heran fließenden Leine-Zufluss Ilme zu münden.

Das Einzugsgebiet des Spüligbachs, das im nördlichen Teil des Dasseler Beckens liegt, ist etwa 51 km² groß und 7 km lang.

 

Fotografie: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental

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[1] LETZNER 1596.

[2] Archiv HGV-HHM.