Glas-Emailmalerei & kunstvoll gestaltete Werrakeramik

Klaus A.E. Weber

 

Ein möglicher kunsthandwerklicher Zusammenhang?

Nach ALMELING [1] soll die örtliche wie zeitliche Entstehung der für Münden typischen Werrakeramik in enger Verbindung stehen mit dem gleichzeitigen Beginn der Glasemailtechnik auf der Glashütte Altmünden (1594-1818).

Im Randbereich der Mündener Altstadt wurde 1979 bei archäologischen Grabungen "ein komplexer, heute europaweit bekannter Fund vor Ort hergestellter Werrakeramik geborgen".[1]

Im Vergleich umfasste die Hohlglas-Emailmalerei etwa die gleiche renaissancezeitlich breit gefächerte Stil- und ikonografische Motivgestaltung der sgrafierten Irdenware (s. oben).

Hierzu hebt ALMELING die thematische Widerspiegelung der Emailmalerei auf der Werrakeramik, "die Stoffgleichheit bezüglich der Malfarben", die Einbrenntechnik sowie das Aufbringen von Jahreszahlen und Namen hervor.[1]

Darüber hinaus wird der Wechsel des Glasschneiders, Emailmalers und Vergolders Johann Nicolaus Fleischhauer (1732-1803) benannt, der sich 1764 nach 12 Jahren Wirkens auf der fürstlichen Kristallglashütte zu Altmünden als Keramikmaler bei der Mündener Fayencemanufaktur verdingte.

 

Glas-Emailmalerei und kunstvolle Werrakeramik

Städtisches Museum Hann. Münden 

© Historisches Museum Hellental, Fotos: Klaus A.E. Weber

_____________________________________________________________________

[1] ALMELING 2006, S. 38-39.