W|G|D: Wandel in der Trink-, Ess- & Genusskultur

Kaffee ⎸Tee ⎸Kakao ⎸Rohrzucker ⎸Kartoffeln ⎸Brot

 

Eine grundlegende, teils langsame, teils rasante Veränderung der traditionellen Alltagskultur und Ernährungsgewohnheiten vollzog sich im 17./18. Jahrhundert - durch Fernhandelsimporte neuer Nahrungs- und Genussmittel.

In der Folge wandelte sich das Nahrungsspektrum und Speisegefüge - wie auch die Konservierung und Vorratshaltung von Nahrungsmitteln - in allen sozialen Schichten.

 

 

"Die Kaffeegesellschaft" - Figurengruppe von Jean Jacques Desoches, Fürstenberg 1770

Museum Schloss FÜRSTENBERG

Kaffee-Figur der Höchster Porzellan-Manufaktur 1746

Landesmuseum Mainz


Vor etwa 300 Jahren etablierten sich drei bisher unbekannte, exotische Heißgetränke in Norddeutschland:

Kaffee ⎸Tee ⎸Kakao ⎸Rohrzucker ⎸Kartoffeln ⎸Brot

Mit Zucker gesüßter Kaffee und Tee veränderte insbesondere auf dem Land die Nebenmahlzeiten.

  • Zucker-Dauerausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin - Geschichte des Süßungsmittels mit Blickwinkel auf Zucker als Energielieferant, Konstruktionsmaterial und Informationsträger.

War „Bohnenkaffee“ nicht verfüg- oder bezahlbar, griff man auf unterschiedliche Kaffee-Ersatzstoffe zurück.

Mittelalterliche Brei- und Musgerichte wurden allmählich von der exotischen Hackfrucht „Taratoufle“ - der "in einer Land=Haushaltung so nützlichen Kartoffel" - als Grundnahrungsmittel verdrängt.

Noch heute ist die Speisekartoffel die Hauptbeilage zu Fleisch- und Fischgerichten.

Im 18. Jahrhundert erlangte auch das Brot als Hauptbestandteil der sich wandelnden Nahrungsgewohnheit eine zentrale Bedeutung in der Ernährung.

 

Literaturhinweise

  • "Die Kaffegesellschaft". Drei Jahrhunderte Kaffeekultur an der Weser. Eine Ausstellung des Porzellanmuseums Fürstenberg und der Sammlung Eduscho, Bremen. 1992.
  • Krueger, Thomas (Hg.): Die heißen 3. 300 Jahre Kaffe, Tee und Schokolade in Norddeutschland. Holzminden 2010.

 

Fotografien: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental