W|G|D: Heinrich Sohnrey (1859-1948)

Klaus A.E. Weber

 

Leben zwischen Hütte & Schloss

Der Lehrer, Schriftsteller, Publizist, Sozialreformer und Volkskundler Heinrich Sohnrey lebte und wirkte u. a. jahrzehntelang auch im politisch wechselhaften Berlin. Neben der Bewahrung dörflicher Kultur war für ihn die Verbesserung der Lebensverhältnisse auf dem Lande ein besonderes soziales Anliegen. Kleine Leute und ungewöhnliche Gestalten des Sollings interessierten ihn volkskundlich.

Heinrich Sohnrey wurde am 19. Juni 1859 in Jühnde bei Göttingen geboren. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Sohnrey in Neuhaus im Solling, wo er 26. Januar 1948 im Alter von 88 Jahren verstarb.

1928 beschreibt Sohnrey das abgelegene Sollingdorf Hellental als ein fast tirolerisch anmutendes Holzhauerdorf.

 

    

 

Begegnung mit der „Stinewase von Hellenthal

1929 schildert Heinrich Sohnrey in seinem Werk „Tchiff tchaff, toho!” die Begegnung mit einer alten, des geheimnisvollen Besprechens kundigen Holzhauerfrau in Hellental – der 1850 in Schorborn geborenen Christine Grupe, verheiratete Schütte.

Als gutmütige, weise Frau wurde sie verehrt und liebevoll Stinewase oder Christinewase genannt. Sie gilt als eine der herausragenden Persönlichkeiten des Waldarbeiterdorfes Hellental um die Wendezeit des 19./20. Jahrhunderts.

Wie einst Friedrich Schütte, Enkel der „Stinewase“, um 1997/1998 in Holzminden notierte, sei in Hellental noch bis Ende der 1920er Jahre von den Dorfbewohnern mit Hochachtung von seiner Großmutter erzählt worden.

 

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Kritisch ist anzumerken, dass viele literarische Werke des "Solling-Dichters" Heinrich Sohnrey der Ideologie des Nationalsozialismus wegbegleitend verpflichtet erscheinen.

 

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Text: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental



[1] LESSMANN 1984, S. 35-38.

[2] Täglicher Anzeiger Holzminden Nr. 65 vom 16. März 2017.