Wasserversorgung im Sollingdorf

Klaus A.E. Weber

 

Wiesenbewässerungskultur ("Fleuen") in Hellental

 

Handskizze der Bewässerungsführung ("Flößgraben") zu Wiesen im Dorf "Hellenthal" um 1911

Verzeichnis dorfnaher Wiesen mit ihren Besitzern

Abbildung aus JÜRGENS [1]

 

 

Wasserversorgung, Mühlenteich & Mühlenbetrieb in Hellental

 

Abbildungen aus JÜRGENS [2]

 


Hellentaler Dorfbach "Beeke" und dessen innerdörflicher Verlauf

2. Hälfte 18. Jahrhundert

"Grundriß des Dorfes Hellenthal" von 1792 - Kartenausschnitt [3]


Im historischen Hellentaler Oberdorf besteht noch heute eine ganzjährig kräftig schüttende, zwischendurch nicht trocken fallende Bergquelle (nach der Karte von 1792 [3] bestehend aus zwei gefassten Zuflüssen), von wo aus der steil abfließende Mutterbachlauf der "Beeke" den alten pentagonalen Mühlenteich (heute Dorf- und Feuerlöschteich) speiste und in ein einem Mühlengraben durch die Wiese zur Mühle (Liegenschaft Ass.-№ 2) und zum Wasserrad geleitet wurde.

Der Hauptanteil der "Beeke" floss dann zwischen ehemaliger Dorfschule und Mühle vorbei in die Merxhausener Feldmark im Talgrund zur Helle.

 

 

Quelle und Quellfassung (Buntsandstein) [5] oberhalb des historischen Dorfbackhauses

Nutzung um 1950 und heute

 

Übersichtsplan der Wasserführung: "Feuerteich" an der "Dorf-Straße" am "Dorf-Platz", um 1910 [7]

 

Trinkwasserversorgung des Dorfes Hellental

Vogelbrunnen

Der "Vogelbrunnen" ist eine ummauerte, diskontinuierlich schüttende Bergquelle am westlichen Waldrand, gut 1.400 m südwestlich vom Dorfzentrum entfernt, oberhalb des Birkenweges.

Das Quellwasser wurde ehemals zur Trinkwasserversorgung der Hellentaler Bevölkerung genutzt, wie der überlieferte Pachtvertrag [6] zwischen der Herzoglichen Cammer, Direction der Forsten zu Braunschweig, und dem Gemeinderat Hellenthal im 19. Jahrhundert belegt.


   

 

[6]

 

"Die Gemeinde Hellenthal wünscht das Quellwasser, welches innerhalb des auf dem angeschlossenen Lageplan bezeichneten Terrains des Forstorts Großen Hellenthalerberg, Revier Merxhausen, in einer Quelle – sogenannter Vogelbrunnen – entspringt, behuf Anlage einer unterirdischen Wasserleitung nach dem Dorfe Hellenthal zu verwerthen.

Zu dem Ende räumt Herzogliche Cammer, Direction der Forsten, der Gemeinde Hellenthal nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen die Benutzung des fraglichen Quellwassers – insoweit Herzoglicher Cammer ein Anrecht an diesem Wasser zusteht - hiermit ein und verpachtet gleichzeitig der Gemeinde behuf Herstellung der beabsichtigten unterirdischen Wasserleitung, sowie zu den desfalls nötigen Anlagen des auf dem Risse mit a und b bezeichnete 0,04 ar große Forstterrain, sowie den zur eigentlichen Röhrentour erforderlichen 1 m breiten Streifen vom Forstgrunde des genannten Forstorts und gestattet endlich die Durchlegung des Röhrenstranges durch des am Kleinen Hellenthalerberge belegenen Forstzeitpachtland in solcher Weise, daß dadurch die Acker- und Wiesenstücke in keiner Weise verschlechtert werden."

 

Teufelsbrunnen ("Teufelsborn")

Noch 1963 war die etwa 800 m südwestlich von Hellental bei 300 m üNN im Talgrund liegende naturferne Teufelsquelle ("Teufelsborn") die Quellfassung für die ehemalige Hellentaler Trinkwasserversorgung.

Hier treten die im Hellentaler Grund versickernden Quellbäche nach einem unterirdischen Streckenverlauf von etwa 2,6 km wieder zutage und imponierten als Quelle.



 

"Wasser-Reservoir" (Wasserspeicher) und Trinkwasserleitungen ("Eisenrohrleitugen") mit Abstellhahn, Schiebern und "freiem Auslauf"

"Obere Zone" und "Untere Zone" in der "Dorflage von Hellenthal" um 1900

im Zentrum das "Backhaus" und der "Teich" (Feuerlöschteich)

Abbildung aus JÜRGENS [4]

 

Beim täglichen Wasserholen an einer Zapfstelle im Dorf um 1950

 

 

Hannoversche Presse │ Stadt und Kreis Holzminden │ 06. Februar 1969

 

 

Text und Fotografien: Archiv Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental



[1] JÜRGENS 1995, Bild 24.

[2] JÜRGENS 1995, Bild 13/2 und 13/3.

[3] NStAWb K 3344.

[4] JÜRGENS 1995, Bild 36.

[5] JÜRGENS 1995.

[6] LESSMANN 1984a, S. 87-90, veröffentlicht ohne Angabe der Signatur und Datierung (NStAWb).

[7] JÜRGENS 1995, Bild 34.