Jägerische Steinzeitspuren im Hellental

Klaus A.E. Weber

 

Mesolithische Steinwerkzeuge

Bis an den Nordrand des Sollings reichte vor etwa 400.000 - 320.000 Jahren die Südgrenze der Elster-Kaltzeit, wohingegen der Eisrand der späteren Weichsel-Kaltzeit vor rund 115.000 - 11.600 Jahren dieses Gebiet nicht mehr direkt berührte.

Im Holozän entstanden die Hoch- und Niedermoortorfe des Sollings, wie jene im Hellental und das bei Silberborn in Richtung Hellental abfallende Hochmoor Mecklenbruch.

 

∎ Ausgewählte mesolithische Silex-Artefakte │ Einzelfunde aus dem Hellental [1] │ unterschiedlicher Maßstab

© Historisches Museum Hellental, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Im Solling bewegten sich prähistorische Menschen auch entlang dem Bachlauf der Helle im Talgrund, wo sie zu ihrer Nahrungsgewinnung gejagt, gefischt und Wildfrüchte gesammelt haben dürften.

Hier hinterließen sie mesolithische Kulturspuren.

 

 

∎ Mesolithische Silex-Artefakte [1]

Zeichnung: Henri Henze, Archäologische Denkmalpflege Landkreis Holzminden

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Früheste Spuren menschlichen Lebens im Hellental

Bei den im Umfeld des Hellentals anlässlich gezielter Geländebegehungen [2] entdeckten Artefakten mesolithischer Steinwerkzeuge und deren gezielte Herstellung handelt es sich um die bislang frühesten materiell fassbaren Zeugnisse menschlichen Lebens in dem abgelegenen Sollingtal.

 

Fundstellen (Fst. 1-6) mesolithischer Silex-Artefakte im Nahbereich des Sollingbches Helle

WEBER │ Forschungsstand Oktober 2021

 

In „Wildbeutergemeinschaft“ durchwandert sie die Naturlandschaft des nördlichen Sollings.

Sechs Fundstellen [2] entlang des Bachlaufes der Helle und in der weiteren wasserreichen Umgebung deuten daraufhin, dass sich vor etwa 10.000 - 7.500 Jahren nomadisierende Jäger auf Lagerplätzen im Hellental aufgehalten und - wie die ausgestellten Bodenfunde zeigen - als Schlagplätze für ihre Spezialwerkzeuge genutzt haben:

  • Kernsteine

  • Abschläge

  • Bohrer

  • Kratzer

  • Stichel

  • Pfeilspitzen

  • Klingen

Einzelfunde von „gebranntem Flint“ deuten zudem auf Feuerstellen hin.



[1] Studiensammlung Archäologische Denkmalpflege Landkreis Holzminden - Fundchronik 2003.

[2] Geländebegehungen durch Dr. Klaus A.E. Weber, Christel Schulz-Weber, Michael Begemann.