Der Solling - Ein Kernraum europäischer Glasherstellung

Klaus A.E. Weber

 

Prof. Hans-Georg Stephan (Mitte) und Radoslaw Myszka auf der Grabungsfläche der hochmittelalterlichen Glashütte „Am Wiegelweg“

Holzmindetal, Dezember 2018

 

Im 9. Jahrhundert fertigten Glasmacher im Solling Rohglas

Mit Beginn des 9. Jahrhunderts fertigten Glasmacher erstmals inmitten der holzreichen Sollingforsten Rohglas.

Die Rohglasmasse gelangte anschließend zum Standort des karolingischen Klosters Corvey an der Weser, wo sie weiterverarbeitet wurde.

Aus den ersten Waldglashütten entwickelte sich dann im 12. Jahrhundert im Weserbergland ein Kernraum europäischer Glasherstellung, das größte Glasmacherzentrum im nördlichen Mitteleuropa.

Nach STEPHAN und MYSZKA (2018) habe sich "inzwischen herauskristallisiert, dass im Tal der Holzminde eine in Niedersachsen in ihrer Art und Weise einzigartige frühe Waldglashüttenlandschaft des 12. Jshrhunderts verborgen ist, die europaweit ihresgleichen sucht".

 

Lokalisierung einer karolingerzeitlichen Glashütte im Raum Bodenfelde - 9. Jahrhundert

Die frühmittelalterliche Waldglashütte konnte in der östlichen Sollingregion - am Waldrand im Kreickgrund zwischen Bodenfelde und Polier - archäologisch nachgewisen und anhand lokaler Gebrauchskeramik dem 9. Jahrhundert - der Karolingerzeit - zugeordnet werden.[4][19]

Es konnten engräumig drei, eher kleine Öfen - Hauptofen als Schmelz- und Arbeitsofen, zwei Nebenöfen (davon ein Kühlofen) - der karolingerzeitlichen Waldglashütte an einem kleinen Bachlauf freigelegt werden.

Ein in Scherben geborgener, aus gelblichem Ton gefertigter Glashafen von 0,75 Liter Volumen wurde geborgen und nahezu wieder komplett zusammengestzt; daneben fanden sich weitgehend erhaltene, sehr kleine Häfen.

In größerer Anzahl konnten grüne wie auch blaue Glastropfen sowie keine Fragemente Rohglas geborgen werden, ergänzt durch den einzigartigen Fund eines vollständigen, nur an der Oberfläche angegriffenen Glättglases (Glätter) aus grünlichem Glas.

Die frühmittelalterliche Waldglashütte kann in Verbindung mit der ehemaligen Reichsabtei Corvey mit karolingischer Hauptbauzeit gesehen werden, zumal das Benediktinerkloster 833 Königsgut in Bodenfelde besaß.

 

Archäologischer Nachweis zweier hochmittelalterlicher Glashütten im Solling - 1. Hälfte 12. Jahrhundert

Im Nordwestsolling - Ausgrabungsstellen im Rumohrtal zwischen Neuhaus-Fohlenplacken und Holzminden [1] - konnten die Produktionsstätten zweier Waldglashütten archäologisch untersucht und anhand der Gebrauchskeramik in die Zeit um 1100-1150 datiert werden.⦋2⦌[16][18]

  • Glashütte "An der Holzminde"
  • Glashütte „Am Wiegelweg“

Die vorherrschenden gebrauchskeramischen Grundformen und die Herstellungstechnik der Fragmente der traditionell eher grob, reduzierend weich bis hart gebrannten Irdenware weisen in die 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Als  Produktionskeramik imponieren mehrere, unterschiedlich große Glashafen-Fragmente mit variierender Wandungsstärke.

Die hauptsächlich gefundenen, unterschiedlich großen Flachglas-Fundstücke bestehen vornehmlich aus verschieden farbigem Kali-Blei-Glas: (smaragd-)grün, blau, rot, gelb-bräunlich und fast farblos.

 

Smaragdgrünes Flachglas-Fragment mit roten Schlieren

hochmittelalterliche Glashütte „Am Wiegelweg“

Holzmindetal, Dezember 2018

 

Das Flachglas (Fensterscheiben) ist wahrscheinlich im Zylinderblasverfahren unter Weiterverarbeitung im Streckofen hergestellt worden.

Außerordentlich gut erhaltene Glasfragmente mit "frischer" Farbigkeit und großer Klarheit der Glasmasse legen nahe, dass es sich hierbei um "Kaliglas" (Kaliumcarbonat = Pottasche als Flussmittel) handelt, welchem in hoher Dosierung Bleioxid ⦋3⦌ zugesetzt worden war. 

 

Mehrofenanlage "An der Holzminde"

Die Hüttenanlage "An der Holzminde" bestand aus fünf Glasöfen:

  • Schmelz- und Arbeitsofen

  • Streckofen zur Fensterglasfertigung

  • Kühlofen

  • Frittenofen

  • Metallschmelzofen.

In der hochmittelalterlichen Waldglashütte wurden hochwertige romanische Holzasche-Blei-Mischgläser erzeugt.

So fanden sich im Fundmaterial grünes Hohlglas mit roten Schlieren, qualitativ hochwertiges dünnwandiges hellblaues Hohlglas mit feiner opakweißen Fadenauflage, Glasringe und Glasperlen (Glasköpfe) wie auch grünes iund blaues Fensterglas.

Vermutlich wurde das bunte Fensterglas für das ehemalige Benediktinerkloster mit karolingischem Westwerk - das Kloster Corvey - gefertigt.

 

Ofenanlage der Waldglashütte "An der Holzminde" (Stand: September 2018)

 

Mehrofenanlage „Am Wiegelweg“

Als größter und am besten erhaltener Standort gilt nach STEPHAN und MYSZKA (2018) die Hüttenanlage „Am Wiegelweg“, wobei die Glasöfen eine ähnliche streng geregelte Anlage wie auf der Glashütte "An der Holzminde" ausweisen.

Der Hüttenbetrieb der Zeit um 1100-1150 weist neben dem Schmelzofen mehrere Nebenöfen auf:

  • Frittofen - zur Fertigung eines Vorproduktes - der Fritte,

  • Streckofen - zur Herstellung von Fensterglas im Zylinderblasverfahren

  • Kühlofen - zum langsamen Herunterkühlen der Produkte.

Neben dem mutmaßlichen Schwerpunkt der Produktion auf hochwertigen bleihaltigen Kalium-Gläsern sei auch Holzascheglas hergestellt worden.

 

Innenseitig tief blau verfärbtes Glashafen-Fragment von der hochmittelalterlichen Glashütte „Am Wiegelweg“

Holzmindetal, Dezember 2018

 

Wie bei beiden Waldglashütten sei es "sehr wahrscheinlich, dass die Häufung der ungewöhnlich alten Glashütten und deren Fokus auf der Fertigung von Fensterglas mit dem nahegelegenen ehemaligen Reichskloster Corvey zusammenhängt, welches über reiche Besitzungen im Umfeld und Waldrechte im Solling verfügte".

STEPHAN und MYSZKA (2018) gehen davon aus, dass diese archäologischen Entdeckungen ein "helles Licht auf die Technik der Glasmacher" werfen und "neue Einsichten bezüglich des weltberühmten Kompendiums der technischen Künste, welches wahrscheinlich im nahen Helmarshausen entstand" ermöglichen.

Zu den höchsten Leistungen der mittelalterlichen Kunst zählen wertvolle farbenfrohe Bildfenster, wobei die beiden hochmittelalterlichen Glashütten gut 100 Jahre vor den ältesten am Bau erhaltenen Farbglasfenstern in Niedersachsen (z. B. in Bücken bei Bremen, Goslar, Amelungsborn) arbeiteten.

 

Beginn der Zeit der Wanderarbeit & der Wanderglashütten im Solling

Seit spätestens der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts bestanden in den abgelegenen laubholz- und wasserreichen Mittelgebirgszügen des südniedersächsischen Berglands eine Vielzahl von Glashütten, angelegt als so genannte Wanderglashütten, die dem Holzvorrat als Energielieferant nachwanderten.

Wie zahlreiche Glashüttenstandorte der dicht bewaldeten und wasserreichen Höhenzüge des abgelegenen Mittelgebirges Solling belegen, lag im Oberweserraum seit dem karolingischen Frühmittelalter bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts eines der größten Glasmacherzentren im nördlichen Mitteleuropa.

Bislang konnte eine Vielzahl von Standorten ehemaliger Waldglashütten archäologisch erfasst werden.

Bis in die Gegenwart bildet die Glasindustrie mit der Fertigung von Behälter- und Spezialgläsern einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in der „Schatzkammer des Weserberglandes“, im Landkreis Holzminden.

Damit ist auch die Zukunft einer über 850-jährigen kontinuierlichen Glasmachertradition regional gesichert.

Die mittelalterlichen Glashütten waren zunächst kleine Betriebe, die wegen ihrer Feuergefährlichkeit abseits von Dörfern tief in den Laubwäldern lagen - wie im Hellental.

Wegen dieser Lage im Wald werden sie üblicherweise als "Waldglashütten" bezeichnet.

Glashandwerker jener Zeit waren Wanderarbeiter.

War das Brennholz in der Umgebung der Glashütte aufgebraucht, so zogen die Glasmacher mit ihren Familien und ihrem Viehbestand zum nächsten unverbrauchten Standort - daher die Bezeichnung „Wanderglashütten“.

Die Herzöge des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel, die die landesherrliche Betriebserlaubnis einer Glashütte erteilten, achteten sehr darauf, dass einerseits der an sich enorme Holzverbrauch in Grenzen gehalten wurde, andererseits die Hüttenbewohner keine dauerhaften Siedlungsplätze in den herzoglichen Wäldern schufen.

Daher erhielt der Glashüttenmeister in der Regel auch nur eine landesherrlich auf wenige Jahre festgesetzte Konzession.

Häufig durften in einem Waldgebiet nicht mehr als 2 - 3 Waldglashütten gleichzeitig produzieren.

Vielfältige, teilweise auch spektakuläre archäologische Funde im Weser-Leinebergland belegen ein reichhaltiges Spektrum an mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gläsern mit unterschiedlichen Formen, Verziehrungen und Farbgebungen.

Neben farbigem Flachglas - als Fensterglas für Kirchen - stellten die technisch und künstlerisch versierten Glasmacher in serieller oder Einzelfertigung einfache Trink- und Schenkgefäße her, aber auch technisch diffizile, verfeinerte und ästhetisch reizvolle Hohlgläser zum repräsentativen höfischen und kirchlichen Gebrauch.

 

Isoliertes Leben & selbständiges Arbeiten in den abgelegenen Solling-Forsten [6]

Die sich ihres Standes bewussten Glasmacherfamilien bildeten während des Mittelalters bis zur frühen Neuzeit eine exklusive berufliche und soziale Gruppe.

Die Glasmacher waren meist zunftartig organisiert, regelten ihre Interessen selbst und ahndeten Verstöße.

Kunstfertige Glasmachermeister lebten und arbeiteten mit ihren Gesellen auch in den entlegenen, wasser- und holzreichen Laubwäldern im Hellental, einem alten Grenzraum im nördlichen Solling (Buntsandstein-Mittelgebirge).

Die mit örtlich anstehendem Buchenholz befeuerten Arbeitsöfen der Waldglashütten brannten von April bis November (Ostern - Martini) - pausenlos Tag für Tag, Nacht für Nacht.

Während der Winterzeit ruhte die Glasherstellung.

Die Glasmacher schlugen dann im nahen Sollingwald Holz für die kommende Produktion ein.

Zudem wurden die „kalt gelegten“ Werköfen ausgebessert oder erneuert, da sie durch die mehrmonatige Betriebszeit und die hohen Schmelztemperaturen stark beansprucht waren.

Der kontinuierliche, wenig kontrollierbare Vorgang der Glasschmelze erforderte ein produktionsortnahes Wohnen der Glasmacherfamilien (Werkssiedlungen) sowie eine Betriebsorganisation im Schichtdienst rund um die Uhr.

Die Betriebsgemeinschaft der Hüttenbewohner versorgte sich in der Regel selbst.

Zu ihrer Ernährung betrieben sie nahe ihrer Glashütte eine „kleine Landwirtschaft“ mit Viehhaltung (Schweine, Ziegen) und Gartenbau.

Auch wurden in der Nähe der Glashütte kleine Ackerflächen angelegt.

Nicht zuletzt aus Gründen der Konkurrenz wurde Jahrhunderte lang die streng geheim gehaltene Kunst der Glasherstellung und -verarbeitung vom Vater auf die Söhne in immer denselben Meisterfamilien weitervermittelt.

Mit der Weitergabe des Fachwissens wurde zugleich auch der lukrative Glasmacherfachberuf vom Vater auf den Sohn vererbt.

Gut dokumentiert ist, dass während des Dreißigjährigen Krieges eine 1632 gegründete Waldglashütte im Hils bei Grünenplan in den Jahren 1625 und 1627 von Soldaten überfallen wurde.[5]

Nach neueren archäologischen Ausgrabungen und Untersuchungen konnte im Jahr 2015 am Südrand des Sollings eine Waldglashütte des 9. Jahrhunderts (Karolingerzeit) lokalisiert werden - im historischen Kontext mit der Glasverarbeitung in den baubezogenen Corveyer Klosterwerkstätten.[4]

Somit dürfte die Waldglashüttenzeit etwa 300 Jahre älter sein als bislang in der Fachwelt angenommen wurde.

Die Waldglashütten des Sollings [6] lassen sich grob in das sich wechselseitig beeinflussende Beziehungsdreieck

  • große Holzvorräte (Brennstoff, Holz-/Pottasche)
  • geologische Ressourcen (reine weiße Sande)
  • ausreichende Wasservorkommen

einordnen.

Eine weitere betrieblich relevante Grundlage ist in der guten Verkehrsanbindung zu sehen.

Diese Standortvoraussetzungen gut erfüllend, gab es Waldglashütten auch in den großen nutzbaren Waldungen rund um das Hellental.

Noch heute bestehen wenig erforschte archäologische Spuren mehrerer solcher Waldglashütten, die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als sog. Wanderglashütten, als kleine eigenständige Siedlungen außerhalb von Dörfern oder Gütern angelegt, von verschiedenen Glasmacherfamilien („Wanderglasmacher”, „Waldgläsner“) selbständig betrieben wurden.

Aus Gründen begrenzter Holzressourcen und um eine feste Ansiedlung der Glasmacherfamilien zu vermeiden, wurden die Verträge zum Betrieb einer Hütte durch die Landesherren auf wenige Jahre befristet.[12]

Hohlglas war in jener Zeit das „Glas” schlechthin, handverarbeitet als Trinkgläser, Flaschen und Behältergläser.

Das typische Waldglas besitzt eine grünliche Färbung („Grünglas“).

Die Ursache hierfür liegt darin, dass der Quarzsand durch minimale Eisenanteile, die eine Grünfärbung herbeiführen, verunreinigt war.

Eine einfache „fliegende” Waldglashütte bestand aus einem Gebäude, in dessen Zentrum sich der mit Holz beheizte Glasschmelzofen (Werkofen) befand, das „Herz“ der Waldglashütte.

Der mehrere Meter große Hauptofen wurde aus feuerbeständigen roten Sandsteinen (Sollingsandsteinen) errichtet.

Er wies mehrere umrahmte, fensterartige Arbeitsöffnungen zur Entnahme flüssiger Glasmassen (etwa 1.300-1.500° C) auf.

Im Ofeninneren befanden sich mehrere, aus feuerfestem Ton gefertigte Schmelztiegel (technische Keramik), „Hafen“ oder „Glashafen“ genannt.

Wie die heutigen großen industriellen Schmelzwannen, so waren auch die kleinen Glashäfen sensible Konstrukte, die stetig auf Temperatur gehalten werden mussten.

Darüber hinaus gab es mehrere Nebenöfen oder Annexofenkonstruktionen am Hauptofen, u.a. zum allmählichen Heruntertemperieren der Gläser auf Umgebungstemperatur (Kühlöfen).

Die am "heißen Ende" der Produktion extrem heißen Glaserzeugnisse mussten - um nicht zu zerspringen - in sog. Kühlöfen langsam und kontrolliert abgekühlt werden.

Zudem gab es auch Fritteöfen, in denen das Rohstoffgemenge zur Glasherstellung in Frittetiegeln (Hafen) vorgefrittet wurde.

Bei den Hüttenöfen handelte es sich um „liegende“, länglich-rechteckige Schmelzöfen, in denen die Funktionen hintereinander angelegt waren.

Der Hüttenboden bestand aus Lehm und die Hütte selbst war aus Holz errichtet.

Die Glashüttenbelegschaften wohnten samt ihren Familien in unmittelbarer Nähe der Glashütten.

Im näheren Umfeld des Betriebsgeländes wurden hierzu mehr oder minder notdürftige Wohngebäude des Glasmachermeisters und der Hüttenbelegschaften angeordnet.

Einfache Wirtschaftsgebäude und Stallungen kamen hinzu.

Die Unterkünfte für die Glasmacher und für das von ihnen gehaltene, wenige Vieh dürften eher dürftig gewesen sein.

Bei den älteren Glashütten handelt es sich um saisonale Betriebe, die von Ostern bis Martini (11. November) Hohl- und Flachglas herstellten.

Die mit örtlich anstehendem Buchenholz befeuerten Arbeitsöfen der Waldglashütten brannten von April bis November [8] pausenlos Tag für Tag, Nacht für Nacht - so auch im "Alten Tal der Glasmacher".

Dem hingegen werden heute die modernen Glasschmelzwannen "nur" einmal in Betrieb genommen und danach etwa 10 Jahre lang das Jahr über durchlaufend 24 Stunden lang an 7 Tagen der Woche betrieben.[11]

Die Glasmacher schlugen dann im nahen Sollingwald ausreichend Holz für die kommende Produktionssaison ein.

Zudem wurden die „kalt gelegten“ Werköfen ausgebessert oder erneuert, da sie durch die mehrmonatige Betriebszeit und die hohen Schmelztemperaturen stark beansprucht waren.

Der kontinuierliche, wenig kontrollierbare Vorgang der Glasschmelze erforderte ein produktionsortnahes Wohnen der Glasmacherfamilien (Werkssiedlungen) sowie eine Betriebsorganisation im Schichtdienst rund um die Uhr.

Die Blütezeit des glasproduzierenden und –verarbeitenden Gewerbes der Waldglashütten lag im 16./17. Jahrhundert.

Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts veränderte sich das Glashüttenwesen deutlich, indem technologisch weiterentwickelte und auf größeren Glaswarenabsatz orientierte, ortsfeste Manufakturen errichtet wurden.[9]

Im Braunschweigischen Weserdistrikt wurden zeitnah nebeneinander aus „merkantilistischem Geiste“ des Herzogs Carl I. von Braunschweig-Lüneburg im Jahr 1744 planmäßig fürstliche Glashütten im Solling, am Ith und im Hils gegründet. [7][10]

 

 

Fotografien: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental │ Christel Schulz-Weber, Hellental

 


[1] Seit 2012 werden Ausgrabungen und Forschungen zu mittelalterlichen Waldglashütten im Solling von Prof. Dr. Hans-Georg Stephan und Radoslaw Myszka als Grabungsleiter durchgeführt; seit 2017 besteht ein neuer Fokus auf frühe Hütten bei Holzminden.

⦋2⦌ KRAMER 2018d, S. 12-15.

⦋3⦌ Bleioxid: mehrere chemische Verbindungen von Blei (Pb) und Sauerstoff (O).

[4] STEPHAN 2015a, S. 4-8.

[5] LEIBER, CHRISTIAN: Überfall auf eine Waldglashütte im Hils bei Grünenplan während des Dreißigjährigen Krieges. In: GÄRTNER, TOBIAS, STEFAN HESSE, SONJA KÖNIG: Von der Weser in die Welt. Festschrift für Hans-Georg Stephan zum 65. Geburtstag. Alteuropäische Forschungen. Arbeiten aus dem Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Neue Folge 7. Langenweißbach 2015, S. 277-290.

[6] Vortrag beim Kulturnachmittag des Heimatpflege- und Kulturvereins Schorborn-Schießhaus am 13. November 2015 in Schorborn: Die Waldglashütten im Nordsolling, Referent: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental.

[7] LEIBER 2017, S. 61-70.

[8] LEIBER 1994, S. 24.

[9] LEIBER 2004, S. 111; ALBRECHT 1991.

[10] HENZE 2004, S. 99; TACKE 1969. 

[11] WIRTSCHAFT "Region mit Zukunft" - Hameln, Bad Pyrmont, Holzminden, Springe, Rinteln, Stadthagen, Bückeburg. Ausgabe Juli 2015, S. 7.

[12] KRAMER 2017b, S. 22-23.

[19] Untersuchungszeitraum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Prof. Dr. Hans-Georg Stephan) 2012-2015/16.