W|G|D:  Carl 300 | Karl 200

Klaus A.E. Weber

 

Herzog Carl I.: „Beförderung des commerce“ vs. Karl Marx: „Das Kapital“

- im Aufbau -


18. Jahrhundert

Carl I. (1713-1780) - Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel

  • „Neuer Anbau auf dem Lande“ - im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel offensive landesherrliche wirtschafts- und siedlungspolitische Maßnahme in der frühindustriellen Epoche
  • „Beförderung des commerce“ - ressourcenorientierte Anlage gewinnbringender, frühkapitalistischer Manufakturen

Regional- und ortsgeschichtlich fassbaren Spuren vom facettenreichen landesherrlichen Wirken von Herzog Carl I. (1713-1780) von Braunschweig-Wolfenbüttel im Braunschweiger Land des 18. Jahrhunderts ist ein Ausstellungsschwerpunkt gewidmet, da dem aufgeklärten Fürsten, absolutistischen Staatsmann und verantwortungsvollen Landesvater das heutige Sollingbergdorf Hellental seine Entstehung im Rahmen des "Fürstlichen Landesausbaus" im 18. Jahrhundert verdankt.

 

Untertanen Nahrung zu schaffen  ⎸sie gesund und reich zu halten  ⎸Brot finden

An der Schwelle einer neuen Zeit waren während der Regierungszeit von Herzog Carl I. (1735-1780) unter dem Aspekt einer aktiven Wirtschaftsförderung im strukturschwachen & notleidenden Weserdistrikt eng miteinander verbunden:

  • Neu geordnete Agrar- und Waldwirtschaft in den Weserforsten
  • Intensive, wirtschaftlich rentable Nutzung einheimischer Rohstoffe (Eisenerz, Holz, Kalk, Salz, Sand, Sandstein, Ton)
  • Planmäßige Anlage eines gewerblichen Dorfes durch staatlich geförderte Arbeitsmigration, wie die „Colonie im Hellenthale“ als Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorf im Solling

 

 

Im Jahr 2013 jährte sich der Geburtstag von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel zum dreihundertsten Mal. 

Carl I. wurde am 01. August 1713 als erstes von 14 Kindern des Herzogs Ferdinand Albrecht II. (1680-1735) und der Herzogin Antoinette Amalia geboren.

Herzog Carl I. entstammt somit einer Nebenlinie der Welfen - dem Hause Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel-Bevern - und regierte das Fürstentum Braunschweig-Lüneburg Wolfenbüttelschen Teils.

Als bedeutender, vielschichtiger Fürst und kluger, aufgeklärter Landesvater prägte Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel - Schwager von Friedrich dem Großen - im 18. Jahrhundert die Braunschweigische Landesgeschichte - und somit auch letztlich die Lokalgeschichte des abseits im strukturschwachen Weserdistrikt gelegenen Hellentals in den Weserforsten.

 

Spuren des Wirkens von Herzog Carl I.

materiell fassbar entlang von

Ergänzend zum Museum im Backhaus│Hellental wird in der ständigen W|G|D-Ausstellung regional- und ortsgeschichtlich fassbaren Spuren vom facettenreichen landesherrlichen Wirken von Herzog Carl I. (1713-1780) von Braunschweig-Wolfenbüttel im Braunschweiger Land des 18. Jahrhunderts  ein besonderer Ausstellungsschwerpunkt gewidmet.

Dem aufgeklärten Fürsten, absolutistischen Staatsmann und verantwortungsvollen Landesvater verdankt - im Zusammenwirken mit seinem Oberjägermeister Johann Georg v. Langen (1699-1776) - den Glasmacherort und das heutige Sollingdorf Hellental seine Entstehung im Rahmen des "Fürstlichen Landesausbaus" im 18. Jahrhundert.

  • Ausstellung zum regionalen und lokalen Wirken des Herzogs Carl I. während des 18. Jahrhunderts im alten braunschweigischen "Weserdistrikt".
  • Kulturhistorisch bedeutendes Gemeinde-Backhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert und dessen dörfliche Nutzungshistorie, basierend auf der herzoglichen Verordnung von 1744 durch Carl I.

 

Abschuss einer Kanonenkugel dorfnah im Hellental - vermutlich in den "Schreckensjahren" 1757-1761

Eine in der Helle gefundene Eisenkugel eines vierpfündigen Geschützes stammt vermutlich aus dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763).

Die von wahrscheinlich von französischen Soldaten in den Jahren 1757-1761 dorfnah im mittleren Hellental abgeschossene Kanonenkugel stammt danach aus der Zeit der Regentschaft von Herzog Carl I.

 

... und rund 100 Jahre später

 

19. Jahrhundert

Karl Marx (1818-1883)

Der geniale Theoretiker Karl Marx erforschte vor allem den Kapitalismus, auch als Klassengesellschaft.

Er erstellte eine Analyse ökonomischer Formen und eine Kritik der kapitalistischen Gesellschaft - mit weitreichenden Wirkungen in der Arbeiterbewegung

  • „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“ - Manifest der Kommunistischen Partei (London: 1848)
  • „Seit 1848 hat sich  die  kapitalistische Produktion rasch in Deutschland entwickelt“ - Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie (London: 1867)

 

Zum 200. Mal jährt sich am 05. Mai 2018 der Geburtstag von Karl Marx.

Erstmals widmet sich aus diesem Anlass eine umfassende kulturhistorische Ausstellung dem bedeutenden Denker des 19. Jahrhunderts

Die große Landesausstellung in Trier beleuchtet mit Partnerausstellungen

  • das Leben von Karl Marx (1818-1883),

  • seine wichtigsten Werke und

  • das vielfältige Wirken in seiner Zeit.

 

 

Text: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental