Back- & Konditoreiformen│Backzutaten

Klaus A.E. Weber

 

Spritzverfahren mit Schablonen für Tortenbilder & Tortenaufschriften - nach HECKMANN 1930


 

Arbeitsschritte des Spritzverfahrens mit drei Schablonen

Im Museum im Backhaus ⎸Hellental kann man dank einer Schenkung seit Mai 2017 in einer kompakten Ausstellung die einzelnen Konditorei-Arbeitsschritte der "Süßen Kunst" nach HECKMANN [1] nachvollziehen.

 

Gebäckformmaschine für Spekulatius-Herstellung

Spekulatiusmaschine Form Fix 105 der ehemaligen Bäckerei Bertram in Holzminden-Altendorf

  • Handkurbel │ Gewicht ca. 17 kg
  • Kunststoffwalze mit Motiven
  • Teigtrichter │ textiles Transportband

Niederrheinische Formenfabrik Geb. Janssen & Sohn │ 1950er Jahre

Beim traditionellen Spekulatius handelt es sich um ein gewürztes, flaches Kleingebäck aus klassischem Mürbeteig.

Der Gewürz-Spekulatius erhält seinen typischen Geschmack durch die besondere Aromenkombination der drei Gewürze Kardamom, Gewürznelke und Zimt.

 

Rühr-/Schlagmaschine mit Planetenantrieb für Cremes, Streusel & zum Sahneaufschlagen

Hergestellt in der Deutschen Demokratischen Republik (1949-1990) und wurde die  Planetenrührmaschine in der ehemaligen Bäckerei & Konditorei „Cafe Twele" in Stadtoldendorf eingesetzt.

NAGEMA-Mischer Typ HU │ Baujahr: 1984-1989

Motor: KMR 80 G 4-2  ⎸ 3 N ∼ 380 V  ⎸ 50 H  ⎸ 1,4 kW ⎸ 2,5/3,3 A

Die leistungsfähige Einzelmaschine stammt aus dem Sortiment des volkseigenen Betriebes (VEB) Bäckereimaschinenbaus zur Backwarenherstellung VEB FEUMA GÖSSNITZ, ehemals ein Betrieb des seit 1989 nicht mehr existierenden Kombinates NAGEMA (NAhrungs- und GEnussmittel-MAschinenbau); 1947 wurde das Kürzel NAGEMA erstmals verwendet.

Zur Mitte der 1980er Jahre avancierte NAGEMA zu einem der außenwirtschaftlich rentabelsten DDR-Betriebe.

 

Bierkrug: Milloiose – „Hochwichtige Spezialität für Bäkereien“

1856 gründete in Kulmbach Johann Peter Ruckdeschel - Bäckermeister und Brauer – eine Handelsmälzerei und Brauerei.

1900 entwickelte sein Sohn das erste mehlförmige diastatische Backmittel auf Malzbasis - die "Ruckdeschel's Milliose“.

„Hochwichtige Spezialität für Bäkereien macht Brot edler und aromatischer im Geschmack, nahrhafter, leichter verdaulich, grösser, rescher, länger haltbar, edler, ansehnlicher, überhaupt besser in Qualität bei  Ersparnis, oder gänzlicher Weglassung von Milch und Zucker.

Circa 250 Gramm Milliose wirken wie circa 6-10 Lit: Milch.

Für alles Hefegebäck von hohem Werthe.“

 

Back- & Konditoreiformen von Bäckermeister Manfred Dittrich

Hellental │ ~ 1960er Jahre

  • Tortenringe - groß│klein

  • Kastenform

  • Napfkuchen-Springform

  • Schillerlocken-Backröhrchen

 

„Gefrorenesformen“ der Silberkammer in der Hofburg zu Wien (2019)

 

Speieseis- & Marzipanformen │ Zucker- & Schokoladenformen aus Zinn

20. Jh., Zinn gegossen, u.a. scharnierte Gefäße als Früchte

Die Zinnformen einer ehemaligen Bäckerei und Konditorei in Stadtoldendorf entsprechen exakt jenen in der Silberkammer des kaiserlichen Haushalts in der Hofburg zu Wien ausgestellten „Gefrorenesformen“ des Zinngießer-Meisters Josef Sichart │ Wien │ Anfang 20. Jahrhundert.

Am Wiener Hof wurde das „Gefrorene“ in die Zinnformen gefüllt und danach auf Tellern kunstvoll arrangiert.

 

Fotografie: Klaus A.E. Weber, Hellental

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[1] HECKMANN 1930.