"Fast niemals der Schulmeister fehlt ..."

Klaus A.E. Weber

 

Zwei Schulmeister auf der Glashütte "Zur Steinbeke"

Traditionelle Glasmacherfamilien waren immer sehr darauf bedacht gewesen, ihren Kindern eine gute Schulbildung und Unterweisung in die christliche Lehre zukommen zu lassen.[1]

Das dazu erforderliche Schreiben, Lesen und Rechnen wurde vor Ort, auf der Glashütte vermittelt, entweder durch den Hüttenmeister selbst oder durch einen eigens hierfür eingestellten (studierten) Schulmeister.

Für die im Hellental produzierende "Steinbeker Glashütte" der ersten hälfte des 18. Jahrhunderts sind zwei Hüttenschulmeister hintereinander nachweisbar. [1]

Hüttenschulmeister

So unterrichtete um 1730 auf der „Steinbeker Glashütte“ ein Hüttenschulmeister namens Ludolph Wehe.

Ihm folgte ab 1735 der Schulmeister Johann Anton Drösemeyer († 1762) aus Uslar, zugleich auch erster Schulmeister in Schorborn.

Im wenig ertragreichen, feuchten „Hülsebruch“ im oberen Hellentaler Grund war dem Schulmeister eine Wiese zur eigenen Bewirtschaftung, die "Schulwiese", zugeteilt.[3]

 

Ludolph Wehe

So wurde bereits früh ein „Hüttenschulmeister“ namens Ludolph Wehe im Zusammenhang mit der Glashütte Zur Steinbeke erwähnt.

Der Schulmeister Ludolph Wehe heiratete am 20. November 1731 „in Steinbeke“ Anna Elisabeth Keuneke.

Aus der Ehe gingen zwischen 1732-1740 drei Kinder hervor.

Ludolf Wehe soll am 31. Januar 1738 verstorben sein.[2]

 

Johann Anton Drösemeyer

Ihm folgte ab 1735 der "Schulmeister in Steinbeke" Johann Anton Drösemeyer (? geboren in Uslar), der später an der 1744 gegründeten fürstlichen Glasmanufaktur am Schorborn unterrichtete.

Er soll zugleich auch das Schorborner Kirchenbuch geführt haben.[2]

Um 1762 verstarb Drösemeyer in Schorborn.

 

 

Text: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental

 


[1] NÄGELER/WEBER 2004; SCHOPPE 1989; LESSMANN 1984; BLOSS 1950.

[2] s. auch BLOSS 1977, S. 6.

[3] NÄGELER/WEBER 2005, S. 375.