"Fast niemals der Schulmeister fehlt ..."

Klaus A.E. Weber

 

Zwei Schulmeister auf der Glashütte "Zur Steinbeke"

Traditionelle Glasmacherfamilien waren immer sehr darauf bedacht gewesen, ihren Kindern eine gute Schulbildung und Unterweisung in die christliche Lehre zukommen zu lassen.[1]

Das dazu erforderliche Schreiben, Lesen und Rechnen wurde vor Ort, auf der Glashütte vermittelt, entweder durch den Hüttenmeister selbst oder durch einen eigens hierfür eingestellten (studierten) Schulmeister.

Für die im Hellental produzierende "Steinbeker Glashütte" der ersten hälfte des 18. Jahrhunderts sind zwei Hüttenschulmeister hintereinander nachweisbar. [1]

So unterrichtete um 1730 auf der „Steinbeker Glashütte“ ein Hüttenschulmeister namens Ludolph Wehe.

Ihm folgte ab 1735 der Schulmeister Johann Anton Drösemeyer (1711-1768) aus Uslar, zugleich auch erster Schulmeister in Schorborn.

Im wenig ertragreichen, feuchten „Hülsebruch“ im oberen Hellentaler Grund war dem Schulmeister eine Wiese zur eigenen Bewirtschaftung, die "Schulwiese", zugeteilt.[3]

 

Ludolph Wehe (?-1738)

So wurde bereits früh ein „Hüttenschulmeister“ namens Ludolph Wehe im Zusammenhang mit der Glashütte Zur Steinbeke erwähnt.

Der Schulmeister Ludolph Wehe heiratete am 20. November 1731 „in Steinbeke“ Anna Elisabeth Keuneke.

Aus der Ehe gingen zwischen 1732-1740 drei Kinder hervor.

Ludolf Wehe verstarb am 31. Januar 1738.[2]

 

Johann Anton Drösemeyer (1711-1768)

Ihm folgte ab 1735 der "Schulmeister in Steinbeke" Johann Anton Drösemeyer (1711 geboren in Uslar), der später ohne besondere Lehrervorbildung an der 1744 gegründeten fürstlichen Glasmanufaktur am Schorborn unterrichtete.[4]

Er führte zugleich auch das Schorborner Kirchenbuch.[2]

1765 wechselte Drösemeyer an die besser dotierte Schulstelle in Grünenplan, wo er 1768 verstarb.

 



[1] NÄGELER/WEBER 2004; SCHOPPE 1989; LESSMANN 1984; BLOSS 1950.

[2] s. auch BLOSS 1977, S. 6.; BLOSS 1950a, S. 39.

[3] NÄGELER/WEBER 2005, S. 375.

[4] NÄGELER 2013, Nr. 131.