Singvogelzucht & Singvogelhandel

Klaus A.E. Weber

 

Ein „Boom” im Handel mit Russland mit Glaswaren, Dompfaffen & Kanarienvögeln

Bemerkenswert ist, dass im 18./19. Jahrhundert zum besonderen Neben- bzw. Kleingewerbszweig einiger Hellentaler Familien auch die Singvogelzucht zählte, wie im Übrigen auch in anderen benachbarten Mittelgebirgsregionen.

Dorfbewohner verdienten sich insbesondere durch das Züchten von Kanarienvögeln und mit deren ambulantem Handel ein wichtiges Zubrot, denn in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts existierte ein großer Exportmarkt für den Kanarienvogelhandel bis hin nach Nord- und Südamerika.

Zudem gab es einen regelrechten „Boom” im Handel mit Russland hinsichtlich Glaswaren, Dompfaffen und eben Kanarienvögeln.

Die Zuchtvögel wurden in der Kiepe auf dem Rücken teilweise bis nach Russland getragen, teilweise auch über europäische Hafenstädte bis nach Nord- oder Südamerika veräußert.

Zu den sangesfreudigen Kanarienvögeln, ihrer Geschichte und Verbreitung sowie zu deren regionalen Bedeutung wird auf die Betrachtungen von BUSCH verwiesen, in denen u.a. der Kanarienvogelzucht und dem aufblühenden Kanarienvogelhandel in Grünenplan im Zusammenhang mit dem Hüttenwesen und zugewanderten Glasmachern nachgegangen wird.[1]



[1] BUSCH 1993, S. 79 ff.