Töpferhandwerk im "Pottland"

Klaus A.E. Weber

Heinrich August Bröseke als Töpfergeselle in Duingen (1885-1889)


                            

                   Töpfermuseum Duingen: Röhrenkanne (1. Hälfte 17. Jahrhundert)  ⎸ Bartmannsflasche (18. Jahrhundert)

 

Duingen gilt historisch als der größte Töpferort der Region zwischen Oberweser und Leine, die wegen ihrer umfangreichen Keramikproduktion „Pottland“ genannt wurde.

Hier entwickelte sich seit dem Mittelalter ein Zentrum der Steinzeugproduktion in Deutschland, das bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestand.[1][5]

Am 01. März 1877 in Hellental als jüngstes von fünf Kindern in einer Waldarbeiterfamilie geboren, kam Carl Heinrich August Bröseke zur Welt als dessen 31-jähriger Vater nur wenige Monate zuvor in Hellental verstorben war. [2]

Als achtjähriger Junge ging er nach Duingen im „Pottland“, wo er von Ostern 1885 bis Ostern 1889 die Töpferlehre beim Duingener Töpfermeister Fritz Albrecht senior absolvierte.

Dem 12-jährigen Heinrich August Bröseke wurde die Töpfergesellen-Bescheinigung des Vorstandes und des Gesellenausschusses der Duingener Töpferinnung am 01. Mai 1889 ausgestellt:[3]

 

"Die Unterzeichneten

Bescheinigen hierdurch

daß Heinrich Bröseke ge-

bürtig aus Hellental.

durch vier nach einan-

der folgende Jahre von

Ostern 1885 bis Ostern 1889

bei dem Töpfermeister

Fritz Albrecht senior in

der Lehre gestanden

und sich derselbe gut

geführt und die Bewei-

se seiner erlangten

Geschicklichkeit gegeben

Hat, so daß wir densel-

ben als Töpfergesell an-

nehmen und empfeh-

len können.

Der Töpferinnungs-Vorstand

Duingen, den 1. Mai 1889     Wilh[elm] Horenkohl,

                                               Gottfried Becker,

                                               Gottfried Lampe,

Gesellen Ausschuß

                                               Fritz Hennecke

                                               H[?] Witte"

 

Die allgemeine Schulpflicht erfüllte der 14-jährige Heinrich August Bröseke an der Volksschule in Duingen Ostern 1891:[4]

 

"Karl Heinrich August Bröseker geb. 1. März 1877

zu Hellenthal

hat zu Ostern 1891 seine Schulpflicht

an hiesiger Volksschule genügt.

D[uingen], 2.12. III. 91.                     A. (Ha … ?)"


 

 

Text & Fotografien: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental



[1] LEIBER, CHRISTIAN (Hg.): Aus dem Pottland in die Welt. Eine historische Töpferregion zwischen Weser und Leine. Holzminden 2012.

[2] Sohn des Hellentaler Waldarbeiters Georg Karl Heinrich Bröseker (* 14.01.1846 – † 22.01.1877) und seiner Ehefrau Hanna Louise Caroline Büchse (* 07.07.1843) aus Merxhausen.

[3] Originaldokument: Archiv des Töpfermuseums Duingen (2012).

[4] Vermerk: Archiv des Töpfermuseums Duingen (2012).

[5] Begleitschrift zur Wanderausstellung des Töpfermuseums Duingen (2005): Kannen/Kruken/Kiepenkerle - Duinger Geschirr für europäische Haushalte.