10 Jahre HGV-HHM 2002-2012

Interaktive Jubiläumsfeier am 07. Juli 2012 in Merxhausen

 

„Tradition nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme ist“

Am 30. April 2002 reiften anlässlich des traditionellen Maibaum-Stellens im Glasmacherort Hellental die Idee und der Entschluss in der Gemeinde Heinade mit ihren drei Ortsteilen einen gemeinsamen Heimat- und Geschichtsverein zu gründen.

Offenbar wollte es der Zufall, dass hierbei plaudernd zwei Persönlichkeiten an einem der Biertische zusammen saßen:

Heinrich Schoppe, früherer, langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Heinade, und der erst vor wenigen Jahren in die Gemeinde zugezogene Sozialmediziner und heutige Vereinsvorsitzende Dr. Klaus A.E. Weber. 

Bereits wenige Wochen nach der „Idee“ am Biertisch erfolgte am 30. Mai 2002 die formelle Vereingründung in der Gemeindeverwaltung Heinade.

Die Jubiläumsfeier auf dem idyllischen Grillplatz in Merxhausen schloss auch symbolisch ein Bogen über alle drei Ortsteile der Gemeinde am Sollingrand. 

Vor dem Hintergrund, einerseits das Verständnis für die Besonderheit und die Identität mit den teilweise noch erhaltenen, alten Dorfanlagen und historischen Kulturlandschaftselementen zu fördern, andererseits bei einer entfremdenden wirtschaftlichen „Globalisierung“ das persönliche Interesse an der eigenen lokalen Vergangenheit und dörflichen Wurzeln zu wecken, wurde am 30. Mai 2002 von elf Dorfbewohnern der Gemeinde in Heinade der Heimat- und Geschichtsverein für Heinade–Hellental-Merxhausen (HGV-HHM) gegründet.

Am 08. November 2002 konnte die Vereinssatzung in einer gut besuchten Mitgliederversammlung verabschiedet werden. 

Den ersten Vereinsvorstand bildeten vor zehn Jahren:

  • Heinrich Schoppe (Heinade) - Vorsitzender

  • Dr. Klaus A.E. Weber (Hellental) - stellvertretender Vorsitzender

  • Heinrich Schattenberg (Merxhausen) - stellvertretender Vorsitzender

  • Heinrich-Dieter Ohrmann (Heinade) – Schriftführer

  • Michael Ziegler (Heinade) - Schatzmeister 

Damals setzte sich der HGV-HHM auch zum Ziel, einerseits die Heimat- und Naturkunde, andererseits die bislang nur fragmentarisch erfolgte archäologische und historische Erforschung der Ortsteile Heinade, Hellental und Merxhausen zu fördern und deren Ergebnisse zu veröffentlichen.

Die regionale Verbundenheit mit dem Weser-Leine-Bergland als heimatlichem Erfahrungs- und Zugehörigkeitsraum mit seiner geschichtlichen und kulturellen Tradition und Lebensform in Vergangenheit und Gegenwart sollte vermittelt und gefördert werden, verwirklicht u.a. durch die Herausgabe vereinseigener Publikationen und den Aufbau eines gemeinsamen Dorfarchivs. 

Um die Vereinsziele praktikabel umzusetzen, wurden verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet:

  • Arbeitsgruppe Heinade

  • Arbeitsgruppe Hellental

  • Arbeitsgruppe Merxhausen

Eine Auswahl besonderer Vereinsaktivitäten der zehn Jahre stellte der Vorsitzende Dr. Klaus A.E. Weber bei der Vereinsfeier vor: 

  • Wesentlicher Meilenstein für die gerade begonnene Vereinsaktivität war, dass mit Unterstützung der Gemeinde Heinade im Gebäude der Gemeindeverwaltung ein vereinseigener Arbeits- und Archivraum eingerichtet und mit Eigenmitteln eine moderne Kommunikations- und EDV-Ausstattung installiert werden konnte.  

  • Die Gestaltung einer umfassenden Internetpräsentation war vorausschauend eine weitere erste Maßnahme des jungen Vereins. 

  • Seit 2002 werden in Halbjahresprogrammen öffentliche Vorträge, Exkursionen, Ausstellungsbesuche und Fortbildungen angeboten, auch in Zusammenarbeit mit anderen regionalen Vereinen und Institutionen. 

  • In regionaler Verbundenheit arbeitet der Heimat- und Geschichtsverein mit Behörden, Vereinen, Einrichtungen und Institutionen zusammen. So ist der Verein Mitglied beim Niedersächsischen Heimatbund, kooperatives Mitglied beim Museumsverband Niedersachsen und Bremen sowie Mitglied beim „großen Bruder“, dem Heimat- und Geschichtsverein für Stadt und Landkreis Holzminden. Neuerdings ist der Heimat- und Geschichtsverein durch seinen Vorsitzenden im Kuratorium der Kulturstiftung des Landkreises Holzminden vertreten. 

  • Im Januar 2009 vollzog sich ein Wechsel im Vereinsvorstand. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Dr. Klaus A.E. Weber (Hellental) wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Ihm zur Seite gestellt wurden als stellvertretende Vorsitzende Heinrich-Dieter Ohrmann (Heinade) und Rolf Clauditz (Merxhausen), als Schriftführer Wolfgang F. Nägeler (Stadtoldenbdorf) und Michael Ziegler (Heinade) als Schatzmeister.

  • Auf dem Wege zum Erstellen einer Ortschronik für die Gemeinde Heinade werden seit Dezember 2003 in der vereinseigenen Dorf-Schriftenreihe unter der Schriftleitung von Dr. Klaus A.E. Weber ortschronistische Zwischenergebnisse veröffentlicht und im Selbstverlag herausgegeben: Band 1 - Veröffentlichung im Dezember 2003 mit 2. Auflage im März 2004 > Nägler/Weber: Ortsfamilienbuch Hellental – Geschichte und Einwohner von 1717 bis 1903. Band 2 - Veröffentlichung des „schwergewichtigen“ Bandes im Juni 2005 > Nägeler/Weber: Ortsfamilienbuch für Heinade, Hellental, Merxhausen und Denkiehausen – Geschichte und Einwohner zwischen Solling und Holzberg ab 1648. 

  • Das am "Tag des offenen Denkmals" am 14. September 2008 - nach einer längeren Restaurierungsphase - wieder öffentlich zugängliche kulturhistorische Museum im Backhaus | Hellental entwickelte sich zu einem gern besuchten Sollingmuseum. Das kommunale Museum mit seiner glas- und dorfgeschichtlichen Dauerausstellung „Wald | Glas | Brot“ dient seither zugleich auch der Erforschung, Darstellung und Vermittlung der besonderen Glas- und Dorfgeschichte des Sollingdorfes Hellental. 

  • Am 17. Juni 2011 konnte der "Graslandpfad im Hellental" feierlich eröffnet werden. Der als Naturerlebnispfad konzipierte "Graslandpfad" macht die natürlichen und kulturhistorischen Besonderheiten des Hellentals für Besucher und Wanderer an 12 Stationen erfahrbar. Hier wird nicht nur Wissen über die Entstehung, Nutzung und die Artenvielfalt des idyllisch gelegenen Grünlandes vermittelt, sondern auch zur sinnlichen Wahrnehmung und zur Bewegung in der Natur eingeladen. 

Orientiert an dem Leitgedanken, dass nach Thomas Morus (1478-1535) „Tradition nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme ist“ wurde gemeinsam mit den Gästen vor allem ein kulturell buntes Kinderfest gefeiert.

So konnte mit der Waldpädagogin Panja Pötter die Natur spielerisch entdeckt und erlebt und mit Karin Simon und Rolf Clauditz eine „Schule vor 100 Jahren“ besucht werden.

Ein historischer Unterricht wurde sowohl für „ältere Schulklassen“ als auch für „Erstklässler“ erteilt.

Eleonore Engell-Clauditz hatte einen Krabbeltreff für die Kleinsten eingerichtet.

Der Vorsitzende wies ausblickend darauf hin, dass das Wirken des Heimat- und Gesichtsvereins in den nächsten 10 Jahren noch stärker als bislang auf Kinder und Jugendliche der Gemeinde Heinade abgestellt werden sollte. 

Besonders begrüßt wurde der Ehrenvorsitzende Heinrich Schoppe, der vom Mai 2002 bis zum Januar 2009 die Geschicke des Heimat- und Geschichtsvereins lenkte.

Besonderer Dank ging auch an die Ratsmitglieder der Gemeinde Heinade, die stets das lokale „Unternehmen“ Heimat- und Geschichtsverein zu unterstützten wussten.

Nicht zuletzt wohl auch deshalb, da der Verein im Gemeindeleben von Heinade bislang der einzige Verein in der Kommune ist, der unter einem Dach alle drei Orteile umfasst. 

Anerkennende und unterstützende Grußworte kamen

  • brieflich vom Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Anders,

  • von Marlies Grebe als Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins für Landkreis und Stadt Holzminden e.V., in Vertretung der Landrätin des Landkreises Holzminden und für den Niedersächsischen Heimatbundes (NHB) e.V. sowie

  • von Lutz Rawisch, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Heinade. 

Der abschließende Dank des Vereinsvorstandes galt allen Akteuren der Veranstaltung – insbesondere den rund 70 Gästen aus nah und fern - für ihr Kommen und Mitmachen beim bunten Jubiläumsprogramm 2012 des jungen Heimat- und Geschichtsvereins für Heinade-Hellental-Merxhausen e.V.

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Dass das „kleine Jubiläum“ ausgerichtet werden konnte, hatte - neben dem Gründungsjahr 2002 – noch drei weitere Gründe: Unter der Leitung von Rolf Clauditz übernahmen aktive Mitglieder der Vereinsarbeitsgruppe Merxhausen die Organisation und Durchführung der Jubiläumsfeier. Die Freiwillige Feuerwehr Merxhausen stellte ihren idyllisch gelegenen Grillplatz zur Verfügung. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Aktion „Ideen werden Wirklichkeit – Förderpaket 2001 für bürgerschaftliches Engagement“ von e.on / Westfalen-Weser finanziell gefördert.