Ortswüstung Horingveld bei Hellental im Solling

Klaus A.E. Weber

 

"Hammershütten" & "Harriesfeld"

 

"Hammerhütten" und "Harriesfeld" im Solling bei Hellental [6]

 

Nach den Ausführungen in den lexikalischen Angaben bei CASEMIR/OHAINSKI [1] sowie nach eigenen Recherchen sind folgende alte Flur- bzw. Ortsnamensformen für "Horingveld" bei Hellental zu verzeichnen:

  • 1204: "usque Horincuelt"
  • 1327: "usque Horingeveld"
  • um 1745: "Harlingenseeck" "Harlingesieck"
  • 1746: "Hammershütten"
  • 19./20. Jahrhundert: "Hammershütten""Harriesfeld"

Wie die Wüstungskarte Solling und Umgebung ausweist [2], handelt es sich bei Horingveld (Wüstung Typ 11) mutmaßlich um eine Ortswüstung bei Hellental, wobei nur wenige Belege bestehen und die genaue Lage an einer offenen, feuchten bzw. sumpfigen Stelle unbekannt ist (vermutlich etwa 1,9 km südwestlich Schießhaus nahe dem trigonometrischen Punkt 454).

Denkbar sei alternativ ein Personenname "Horo-", in der Bedeutung das Feld der Leute des Horo.[3]

Allerdings könnte es auch nur ein Flurname sein.[1]

An der Orts- bzw. Flurlage habe sich das ehemalige, noch bis ins 19. Jahrhundert hinein existierende Hirtenhaus Hammerhütte bestanden, benannt nach dem im 17. Jahrhundert lebenden Köhler Hans Hammer.[1]

Der "Grundriss der im Amte Allersheim belegenen Merxhäuser Forst" weist 1767 an der mutmaßlichen Lokalisierung der Ortswüstung Horingveld einen "Förster oder Köhler Camp" in der damaligen Forstabteilung 28 aus.[4]

 

"Hammershütten" - Köhlerbereich & Hirtenhaus

Während am oberen Nagelbachtal der Sollingort "Hammershütten" mit relativ großer Gebäudesignatur im "Grundriss der Zweiten Holzmindener Forst ..." kartografisch für das Jahr 1746 belegt ist [4], findet sich hingegen 1768 in der Gerlachschen Karte des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel an nämlicher Stelle zwar ein "Kohlhey", jedoch ohne eine Gebäudesignatur.[5]

Dem hingegen sind aber ein als "Rinder Stall" bezeichnetes Areal mit zwei von einander entfernt verzeichneten Gebäuden sowie eine rechteckig umgrenzte, baumlose Freifläche nahe des Quellbereiches des "Negel Bach".

Das Kartenwerk der Königlich-preußischen Landesaufnahme von 1896 (hg. 1898) weist mit drei Gebäudesignaturen in einem Feuchtgebiet mit Teich den Weiler "Hammerhütten" nahe dem Dorf "Hellenthal" aus.

In unmittelbarer Nähe wird südwestlich zweimal das relativ große "Harriesfeld" benannt mit dazwischen liegendem "Hammerhüttenstrang".

Moderne regionale Kartenwerke des 21. Jahrhunderts weisen im Solling wenig detailliert und damit nicht hinreichend lokalisierbar sowohl die Flurbezeichnung "Hammershütten" als auch "Harriesfeld" auf.[6]

Wie TACKE [7] ausführte, lag im Forstort Hammershütten einst ein "Holzmindisches Hirtenhaus", wahrscheinlich nur in den Sommermonaten von einem Hirten für das Weidevieh und seiner Familie bewohnt.

Am ehesten geht der Name "Hammershütte" auf auf den aus dem Harz stammenden Köhler Hans Hamer zurück, welcher um 1664 an dieser Stelle wöchentlich einen Meiler errichten durfte.[8]

 

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[1] CASEMIR/OHAINSKI 2007, S. 123-124.

[2] STEPHAN 2010, S. 414 (Karte Nr. 20), 499; KÖNIG 2009, 365 (Nr. 184).

[3] STEPHAN 2010, S. 455.

[4] NStAWb 4 Alt 10 XIV, Nr. 2-3.

[5] ARNOLDT/CASEMIR/OHAINSKI 2006.

[6] TK 4123, Karte Nr. 20 (Horingfeld: r 35 38 862 │ h 57 42 698).

[7] TACKE 1943, S. 141.

[8] CREYDT 2019, S. 8-9.