1745 │ Parallelbetrieb

Klaus A.E. Weber

 

Glashütte Steinbeke & Glasmanufaktur am Schorborn

Mit der handkolorierten Forstkarte "Geometrischer Grundriss Der Merxhäuser-Forst - Wie selbiger in Anno 1745 aufgenommen worden von Ludwig August Müller" wird erstmals kartografisch die Koexistenz der Fürstlichen Hohl- und Tafelglashütte Schorborn als "Schorborn Glas Hütte" und der Hellentaler Glashütte Steinbeke als "Hölthal Glas Hütte" fassbar:

  • "Schorborn Glas Hütte" im "Der Erste Haupt Theil" (Forstabteilungen IV und V)

  • "Hölthal Glas Hütte" im "Der Zweite Haupt Theil" (Forstabteilungen III und IV).

Diese kartografische Erfassung belegt, dass um 1745 in der unter fürstlcher Administration stehenden Steinbeker Glashütte weiterhin Glaserzeugnisse hergestellt wurden, ehe der Betrieb der fürstlichen Hütte mit einem funktionsfähigen Grünglasofen in Schorborn aufgenommen werden konnte.[1]

Zuvor war im Mai 1743 ein "Herr Verwalter Procis" in Steinbeke eingesetzt worden, was als Wechsel in der Glashüttenverwaltung und die Übernahme des Betriebes in staatliche Leitung gedeutet werden kann.[2]

Bis Mitte März 1744 wurde der Glasofen "im Hellenthal" noch "für Ihro Hochfürstl. Durchlaucht Rechnung geführt".[3]

 


1745 "Schorborn Glas Hütte"

1745 "Hölthal Glas Hütte"

 NLA WO, 4 Alt 10 XIV Nr. 2 -  Ausschnitt 3 Karte Bl. 2 Teil 2

 


[1] OHLMS 2006, S. 5.

[2] BLOSS 1977, S. 73; BLOSS 1950.