Ortsheimatpflege Hellental

Der Rat der Gemeinde Heinade richtete anlässlich seiner Ratssitzung am 07. Dezember 2005 das Ehrenamt eines Ortsheimatpflegers für den Ortsteil Hellental ein.

Mit der Ausübung des Ehrenamtes beauftragte der Gemeinderat

Dr. Klaus A.E. Weber
Ltd. Medizinaldirektor a.D.

Sollingstraße 17, 37627 Heinade-Hellental

Telefon privat: 05564/1559

E-Mail: weber-hellental@t-online.de

Der Leitende Medizinaldirektor (Amtsarzt der Landkreise Holzminden und Hameln-Pyrmont) und langjähriger Sozialmediziner ist seit dem 30. Januar 2009 zugleich auch Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins für Heinade-Hellental-Merxhausen e.V. sowie Leiter des Museums im Backhaus ⎸Hellental.

Die Ortsheimatpflege für den Glasmacherort Hellental soll vornehmlich den Zweck verfolgen, sich mit heimatbezogenen, insbesondere mit

  • archäologischen,

  • regional- und lokalhistorischen,

  • sozial- und kulturhistorischen,

  • naturkundlichen,

  • wirtschafts- und sozialraumbezogenen

Belangen des Grünlandtales und Sollingdorfes zu befassen und an allen Maßnahmen mitzuwirken, die der Bewahrung und Förderung der besonderen historischen Kulturlandschaft des Hellentals dienen.

 

 

Der Hellentaler Ortsheimatpfleger bei seiner kulturhistorischen Arbeit im Gelände und als Glasermeister Hilbert

Fotos: Dr. Hilko Linnemann, Holzminden │ Wolfram Bartels, Holzminden-Hellental

 

Zu den besonderen Aufgaben des Ortsheimatpflegers zählen

  • Beobachten und Aufzeichnen des örtlichen Lebens

  • Verbinden von Regional- und Lokalgeschichte sowie von Heimat- und Famlienkunde

  • Erschließen der Siedlungs- und Dorfgeschichte

  • archäologische und glashistorische Erforschung des Hellentals und seiner näheren Umgebung

  • Darstellen der ortsgeschichtlichen Verbundenheit mit den anderen Ortsteilen der Gemeinde

  • Dokumentieren und Darstellen der Ergebnisse der Ortsheimatpflege, um diese für die nachfolgenden Generationen zu erhalten (u.a. Erstellen eines Ortsarchivs und ortschronistischer Aufzeichnungen)

  • Zusammenarbeiten mit der Archäologischen Denkmalpflege und dem Kulturressort des Landkreises Holzminden, mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Holzminden und mit dem Zweckverband Naturpark Solling-Voglerulturhistorische Dorf- und Talführungen

  • kulturhistorische Vorträge

 

Zur Person

Klaus Adam Ernst Weber (* 1954 in Kirch-Brombach/Odenwald) ist ein deutscher Arzt und Sozialmediziner.

Leben

Sein Studium führte ihn an die Technische Universität Darmstadt (Biologie, Chemie), die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Medizin). 1974 erfolgte die Verleihung des Hörlein-Preises des Verbandes Deutscher Biologen an der Freien Universität in Berlin. Das Medizinstudium beendete er 1982 mit einer Dissertation über Serumparameter unter der Geburt und in der Frühschwangerschaft.[1] Eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent in der Universitätsfrauenklinik bei Professor Volker Friedberg an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz schloss sich an.

Dem Öffentlichen Gesundheitsdienst zugewandt, beschäftigte sich Klaus A. E. Weber schwerpunktmäßig mit Infektionskrankheiten, dem Infektionsschutz und der Seuchenhygiene.[4][5] Am Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden erfolgte durch ihn der frühe Nachweis einer HIV-2-Infektion in Deutschland mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie auf Einladung die Teilnahme bei der „IV International Conference on AIDS“ 1988 in Stockholm.[2][3]

Von 1992 bis zu seiner Pensionierung 2018 leitete er als Amtsarzt das Gesundheitsamt des Landkreises Holzminden und von 2012 bis 2018 auch das Gesundheitsamt des Landkreises Hameln-Pyrmont.

Nach Gründung und Leitung des Fachausschusses Infektionsschutz leitete Klaus A. E. Weber von 2004 bis 2010 als Vorsitzender den Landesverband Niedersachsen der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. In dieser Zeit oblag ihm die wissenschaftliche Leitung der Robert-Koch-Tagung und der Fortbildungsveranstaltung der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Niedersachsen.

Themenschwerpunkte

Neben der Ausgestaltung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes [6] beschäftigte sich der Facharzt und Sozialmediziner in seinen Veröffentlichungen und Vorträgen insbesondere mit Infektionskrankheiten, dem Infektionsschutz und der Seuchengeschichte sowie mit dem vorbeugenden Gesundheitsschutz.[7] Seit 1993 ist er als externer Dozent für Infektionsschutz an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf tätig.

Archäologisch und historisch beschäftigt sich Klaus A. E. Weber mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Waldglashütten im Solling, speziell mit jenen des "Alten Tals der Glasmacher" im Umfeld des Hellentals.[8] Seit 2005 hat er das Ehrenamt des Ortsheimatpflegers für den Ortsteil Hellental der Gemeinde Heinade inne und seit 2008 die Museumsleitung in Hellental. Den Vorsitz des 2002 von ihm mitgegründeten Heimat- und Geschichtsverein für Heinade–Hellental–Merxhausen e.V. übernahm Klaus A. E. Weber im Jahr 2009.

Veröffentlichungen (Auswahl)

[1] Eine vergleichende, radiochemische und radioimmunometrische Untersuchung von trophpblast-abhängigen Serumparametern unter der Geburt sowie der radioimmunologische Nachweis des schwangerschafts-spezifischen ß1-Glycoproteins (SP1) in der Frühschwangerschaft. Mainz November 1982.

[2] Staszewski, S., W. Stille, A. Werner, R. Kurth, K. Weber: HIV-2-Infektion auch in Deutschland. DMW 112 (1987) 487.

[3] Staszewski, S., W. Stille, A. Werner, R. Kurth, K. Weber: HIV-2 (West Germany, 1984). Lancet (1987) 868-869.

[4] Coautor – Bodenschatz, W. (Hrsg.): Handbuch für den Desinfektor in Ausbildung und Praxis. 1989.

[5] Coautor – Bodenschatz, W. (Hrsg.): Kompaktwissen Desinfektion. Das Handbuch für Ausbildung und Praxis. 3. Aufl. 2006.

[6] WEBER, KLAUS A.E.: Rettungsdienstbezogene Medizinalaufsicht des Gesundheitsamtes. Eine Zusammenfassende Darstellung am Beispiel des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden. Amtsarztarbeit. Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf 1991.

[7] WEBER, KLAUS A.E.: Gastroenteritis und mikrobielle Lebensmittelvergiftung als ein Spiegelbild er Lebensmittelhygiene. In: U. Sander, J. Sander (Hrsg.): Qualitätsmanagement im Dienste der Krankenhaushygiene. Händehygiene in der Medizin. Hannover 1996, S. 227-273.

[8] WEBER, KLAUS A.E.: Heimat- und Geschichtsverein für Heinade-Hellental-Merxhausen e.V. In: Jahrbuch für den Landkreis Holzminden. Bd. 23. 2005, S. 221-222.

[9] WEBER, KLAUS A.E.: Die Choleraepidemie des Jahres 1850 im Kreis Holzminden - Medizinhistorische und amtsärztliche Betrachtungen. In: Jahrbuch für den Landkreis Holzminden. Bd. 25. 2007, S. 163-190.

[10] WEBER, KLAUS A.E.: Ein spektakulärer Trichinose-Ausbruch 1980 in Holzminden - Mit rechts- und medizinhistorischen Betrachtungen zur vorbeugenden Trichinenuntersuchung im Herzogtum Braunschweig. In: Jahrbuch für den Landkreis Holzminden. Bd. 30. 2012, S. 31-50.

[11] NÄGELER, WOLFGANG F., KLAUS A.E. WEBER: Hellental: Geschichte und Einwohner von 1717 bis 1903. 2. Aufl. Heinade 2004.

[12] NÄGELER, WOLFGANG F., KLAUS A.E. WEBER: Ortsfamilienbuch für Heinade, Hellental, Merxhausen und Denkiehausen – Geschichte und Einwohner zwischen Solling und Holzberg ab 1648. Heinade 2005.

[13] WEBER, KLAUS A.E.: Waldglashütten in den Solling-Forsten des Hellentals. Beiträge zur Glashüttengeschichte im Solling vom 12./13. bis 18. Jahrhundert.

- Teil I   Glashüttenforschung im Umfeld des Hellentals. Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 1/2012, S. 14-21.

- Teil II  Glashütten des Mittelalters im Umfeld des Hellentals - 12.-14- Jahrhundert. Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 2/2012, S. 8-17.

- Teil III Glashütten der Frühen Neuzeit im Umfeld des Hellentals - 1. Hälfte 17. Jahrhundert.  Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 3/2012, S. 13-22.

- Teil IV  Glashütten der Frühen Neuzeit im Umfeld des Hellentals - 1. Hälfte 18. Jahrhundert. Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 4/2012, S. 15-24.