IMPERIUM ROMANUM │ 8. Jh. v. Chr. - 7. Jh. n. Chr.

Klaus A.E. Weber


Ausstellung LWL-Römermuseum Haltern [3]

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Traditionell wird als Römisches Reich - das Imperium Romanum - als von den Römern, der Stadt Rom rsp. vom römischen Staat beherrschte Gebiet zwischen dem 8. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr. bzw. 52 v. Chr. - 476 n. Chr. bezeichnet.

Neben der Romanisierung im Imperium Romanum kommt dem römischen Herrschaftsverständnis, dem Militär, der Kommunikation und dem Handel, der Familie, der religiösen Vielfalt mit der Allgegenwärtigkeit der Götter, die spätantike Christianisierung, wie auch der Medizin (Behandlungsansätze, Pharmazie und Diätetik), der  Wissenschaft, der Astronomie und Technik sowie der Zeitmessung eine außerordlich große historische Bedeutung zu.

 

[4]

 

Zeiträumliche Phasen

Das ausgedehnte antike Reich mit seinen vielfältigen Provinzen in weiten Gebiete in Europa, Nordafrika und im Vorderen Orient hinterließen eine vielfältige materielle Kultur.

Das Imperium Romanum kann orientierend in vier zeiträumliche Phasen gliedert werden:

  • Römische Königszeit: 753 - 509 v. Chr.
  • Römische Republik: 509 - 27 v. Chr. │ Untergang infolge der Bürgerkriege ab 133 v. Chr.
  • Prinzipat / frühe und hohe Römische Kaiserzeit: 27 v. Chr. bis in die Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts n. Chr. (235-284/285)
  • Spätantike: ab 284/285 bis ins 6./7. Jahrhundert

 

Münzen aus einem spätantiken Silberschatz  │ 294 – ca. 345 n. Chr.

Augusta Raurica bei Basel

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Porträtaufnahme von der Statue des ersten römischen Kaisers Augustus von der Via Labicana

63 v. Chr. - 14 n. Chr.

Ausstellung LWL-Römermuseum Haltern [3]

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber 

 

Ältestes römisches Marschlager in Haltern am See

Archäologinnen und Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe haben auf dem Areal rund um das bekannte römische Hauptlager in Haltern am See ein 2.000 Jahre altes römisches Marschlager für bis zu 20.000 Mann entdeckt.

 

Eine dunkle Seite des Imperiums

Im Römischen Reich war die Kreuzigung eine verbreitete Methode der Hinrichtung mit möglichst verlängerter Todesqual.

Vor allem wurden Nichtrömer oder Sklaven am Kreuz (arbor crucis) gekreuzigt.

So ließ Publius Quinctilius Varus (47/46 v. Chr. - 9. n. Chr.) im Jahr 4 v. Chr. rund 2.000 Juden zur Bestrafung ans Kreuz schlagen wegen ihres Aufstandes gegen das jüdische Königshaus und dessen Schutzmacht Rom.


Fersenbein mit Kreuzigungsnagel (Replik)

aus dem Grab des etwa 25-jährigen Yehohanan, Sohn des Hagkol

Giv’at ha-Mivtar, Jerusalem │ 1. Jh. v. Chr. – 70 n. Chr.

Ausstellung LWL-Römermuseum Haltern [3]

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Des Kaisers neue Grenze [1]

Vor rund 1600 Jahren ließ der römische Kaiser Valentinian I. (321-375 n. Chr.) die Rhein- und Donaugrenzen massiv ausbauen.

Der Kaiser wollte das Reich so vor den heranstürmenden Völkern des Nordens schützen.


Zentrum der Kämpfe zwischen Römern und Germanen 235/236 n. Chr. │ Mai 2021

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Das Harzhorn-EreignisRömerzeitliche Funde in regionaler Nachbarschaft

... aber keine lokalen römerzeitlichen Funde

Bislang sind in der hier betrachteten DORF:REGION zwischen Solling und Holzberg archäologisch keine römerzeitlichen Bodenfunde fassbar.

Ohnehin zählte diese (nieder-)sächsische Region nicht zu der Romanisierung im Imperium Romanum.

 

______________________________________________________________

[1] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 23. April 2021 von Katrin Brunner, Historikerin, Chronistin von Niederweningen und freischaffende Journalistin.

[3] Ausstellungsprojekt: IMPERIUM │ KONFLIKT │ MYTHOS - 2000 Jahre Varusschlacht │ 2000 Jahre Varusschlacht │ LWL-Römermuseum Haltern │ 16. Mai – 11. Oktober 2009.

[4] Karte aus SIEGLIN 1903, S. 28.