"Nachkriegszeit" - Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Klaus A.E. Weber

 

Relativ späte "Entdeckung" des abgelegenen Sollingdorfes[2]

Erst acht Tage nach Kriegsende[3] wurde das entlegene Waldarbeiterdorf im Solling entdeckt, da zuvor der Wegweiser in Merxhausen am nördlichen Sollingrand entfernt worden war.

Hellental wurde dann Tag und Nacht auch mit Panzern bewacht, da die anglo-amerikanische „Besatzung“ gedacht haben soll, dass hier der „Werwolf“ ansässig sei - weil jemand im Dorf in seiner deutschen Militär-Uniformjacke als hinzu gekommener Soldat Holz gehackt habe.

Geflohen, da er verfolgt wurde, sei er nie wieder gesehen worden.

Im umgebenden östlichen Sollingforst („Mackensches Holz“) lagen dann zahlreich weggeworfene Waffen umher.

Dadurch waren im Dorf einige Wilddiebe zugegen, die sich der Schusswaffen bedienten.

Später mussten alle Waffen an die englischen Streitkräfte abgegeben werden.

Hellental zählte dann zur „Englischen Zone“.

 

Gedenken der Männer als Soldaten im Zeiten Weltkrieg

Eingemeißelt in eine Steinplatte des Hellentaler Ehrenmals - im Dorf auch „Kriegerdenkmal“ genannt - an der Ecke Sollingstraße/Hauptstraße sind auf einer Seite die Familiennamen, Vornamen und der Tag des Sterbens von im Zweiten Weltkrieg gefallenen oder vermißten Soldaten aufgelistet.

 

Ehrenmal in Hellental, um 1940 [1]

 

Hellentaler Kulturfrauen


Hellentaler Kulturfrauen in den 1950er Jahren

 

Die großflächige Übernutzung des Waldes in den Jahren 1945-1948 in Folge des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) und die Wiederaufforstung mit Kiefern und Fichten durch Kulturfrauen in der "Nachkriegszeit".

 

 

Text: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental

Fotografie: Archiv HGV-HHM

 


[1] Ausschnitt aus einer alten Ansichtskarten von Hellental, um 1940 (Archiv HGV-HHM).

[2] Nach einer persönlichen Erzählung von Hannelore Schulz, Hellental.

[3] Kapitulation am 08./09. Mai 1945 in Berlin.