Einhaus-Typen nach Steinacker 1907

Klaus A.E. Weber

 

Die Bau- und Kunst­denk­mäler des Kreises Holz­minden

Karl Steinacker │ Wolfenbüttel 1907

 

STEINACKER [1] gliederte 1907 in einzelnen Ortschaften des Kreises Holzminden „das Material an Bauernhäusern zum Zwecke einer Katalogisierung in fünf Gruppen“, wobei er der Schematisierung „die Beziehung der Grundrißbildung zur Firstrichtung“ zugrunde legte.

 

Typus I

Der „bei weitem häufigste Zustand ist ein regelmäßiges Einhaus mit Giebelfront.

Firstlinie parallel der Däle, Wohnräume vom neben dem Dälentor.“

 

Typus II

Hier ist „die wesentliche Anlage der vorigen Gruppe beibehalten; nur liegen die Wohnräume nicht vorn am Dälentore, sondern rückwärts“.

 

Typus III

Dieser Typus gilt als verhältnismäßig selten.

„In diesem Zustande des Einhauses ist die alte Däle zwischen Wohn- und Wirtschaftsräumen zu einem Gange zusammengeschrumpft, und die neue Däle liegt ganz rückwärts quer im Hause, mit besonderem seitlichen Eingange.“

 

Typus IV

„Der IV. Typus behält die alte einfache dreischiffige Anlage zwar bei, durchschneidet damit jedoch das Gebäude der Quere nach, sodaß das Tor an der Längsseite liegt und diese als Front gilt.“

 

Typus V

Bei diesem Typus „wird die Däle wieder auf die Seite gerückt“ und „mit Leichtigkeit stellt sich nun die völlige Sonderung von Wohnung, Wirtschaft und Stallung her“.

„Die Wohnung ganz auf einer Seite des Hauses und beliebig vergrößerungsfähig, bekommt einen besonderen Eingang, und die Verbindung mit der benachbarten Däle kann ganz fortfallen.

Nur noch das Dach verbindet die in der Quere des Baues voneinander scharf geschiedenen Hausteile und ohne schwierige Überlegungen läßt sich nun das Einzelne in der Richtung des Firstes ganz voneinander rücken, sei es, daß man es nur durch feste Giebelmauern trennt, oder zueinander in Winkel stellt.

Damit aber ist die mitteldeutsche Gruppierung um einen Hofraum gegeben.“

 


[1] STEINACKER 1907, S. XII-XIII.