Eiserne Glasmacherpfeife

Klaus A.E. Weber │ Michael Begemann

 

Der Originalfund einer wahrscheinlich kompletten Glasmacherpfeife (korrodiertes Eisenrohr, ohne Holzeinfassung) der Waldglashütte „Oberes Hellental“ gelang am 23. Mai 2018 im Nahbereich der zuvor beschriebenen Abwurfhalde in etwa 20 cm Bodentiefe.[1]

  • Länge: 90,5 cm

  • Gesamtgewicht: 720 g

  • Durchmesser außen: 13 mm / Durchmesser innen: Ende zum Mundstück (Einblasöffnung): 4 mm │ gegenständiges Ende ("Arbeitsöffnung"), zersplissen: 7 mm [2]

In seinem Buch „De re metallica libri XII“ (12. Buch: Von den Salzen und vom Glas) gibt Georgius Agricola (1494-1555) für die Länge einer frühneuzeitlichen Glasmacherpfeife „3 Fuß“ an, woraus sich eine Pfeifenlänge von etwa 87 cm ergibt.[3]


In ganzer Länge erhaltene Glasmacherpfeife (Eisen) ohne Holzeinfassung │ Länge: 90,5 cm

Mundstück (Einblasöffnung) │ gegenständiges Ende ("Arbeitsöffnung"), zersplissen

Glashütte "Oberes Hellental" │ 1. Drittel 17. Jahrhundert

© Historisches Museum Hellental, Fotos: Klaus A.E. Weber

 

Zudem waren bereits im Vorfeld mit der ersten Bodenuntersuchung drei zersplissene, spröde und daher abgeschnittene Pfeifenspitzen (Eisen, korrodiert) im Bereich der Abwurfhalde der Waldglashütte „Oberes Hellental“ aufgefunden worden:

  • Länge: 82 mm │ 68 mm │ 55 mm

  • Durchmesser außen: 12 mm │ 13 mm │ 15 mm


Abgeschnittene Pfeifenspitzen (Eisen) - zersplissen, spröde

Glashütte "Oberes Hellental" │ 1. Drittel 17. Jahrhundert

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber


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[1] Erstuntersuchung im Spätfrühjahr 2006; Nachuntersuchung des Bereiches der Abfallhalde (in ca. 8 m Abstand zur Geländekante der Abfallhalde) durch Dr. Klaus A.E. Weber (Hellental) mit Michael Begemann (Holtensen/Einbeck) am 23. Mai 2018.

[2] Bearbeitung und Konservierung durch Michael Begemann (Holtensen/Einbeck) im Juli 2021.

[3] AGRICOLA 1556, S. 506.