Waldglas

Klaus A.E. Weber

 

Waldglas  ⃒  Nuppenbecher  ⃒  1. Hälfte 16. Jahrhundert

Glasmuseum Hentrich im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Als "Waldglas" bezeichnet man gemeinhin einen eigenen historischen Abschnitt der Glasherstellung.

Er steht für jenes Glas, das vom Hoch- bis Spätmittelalter bis zur Neuzeit rohstofforientiert inmitten von Laubwald gelegenen Glashütten („Waldglashütten“) bis zur Resourcenerschöpfung produziert wurde, wie im Umfeld des Hellentals im Solling - dem "Alten Tal der Glasmacher".

Becher, Trinkgläser, Paßgläser, Ringelbecher wie auch schwere Humpen waren teils angereichert mit am Ofen angebrachten Verzierungen, Nuppen, umgelegten Glasfäden, tief eingestochenen und ausgezwackten Böden.[1]

Zwischen 1300 und 1700 dominieren im deutschsprachigen Raum die Waldglashütten als Wanderglashütten.

Jahrhunderte lang wurde vor allem die geheim gehaltene Rezeptur zur Glaserzeugung, das Verarbeiten und Veredeln von Gläsern vom Vater nur mündlich an die Söhne in immer denselben Meisterfamilien weitergegeben - nicht zuletzt aus Gründen der Konkurrenz.


Glaskunst im Mittelalter

 

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[1] SÜSSMUTH (1950), S. 18.