Wertvolle Salinenasche für Waldglashütten?

Klaus A.E. Weber

 

Wie zuvor unter "Salinenasche" beschrieben, war die beim Salzsieden anfallende „Salz-Sieder-Asche“ gerade auch für Glashütten ein begehrtes Handelsobjekt.

Sie könnte somit auch bei der Glasherstellung in den mittelalterlichen, zumindest aber bei den frühneuzeitlichen Waldglashütten im Umfeld des Hellentals Absatz gefunden haben.

In diesem Kontext wären Lieferungen von Salinenasche aus der Saline Salzderhelden, aber auch aus der Saline Sülbeck zu diskutieren.

In dem Salzwerk von Salzderhelden wurde bereits im 12. Jahrhundert Sole geschöpft und in Salzsiedepfannen zu Salz gesiedet.

Hieraus ergibt sich die Frage, ob möglichweise der dort angefallene Rohstoff Salinenasche als Flussmittel für die relativ nahe im „Alten Tal der Glasmacher“ gelegenen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Waldglashütten Bedeutung hatte.

Wenn dem so wäre, könnten zumindest die beiden Waldglashütten im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts - "Oberes Hellental" und "Am Lummenborn" - mit dem in Heinade geborenen Fürstlich Braunschweigisch-Lüneburgischen Amtmann von Salzderhelden Conrad Schoppe (~1565-1639) in Verbindung gebracht werden.

Conrad Schoppe darf als landesherrlichem Amtmann von Salzderhelden sicherlich unterstellt werden, dass ihm der Betrieb der beiden großen frühneuzeitlichen Waldglashütten nicht unbekannt gewesen war.

Im Wettbewerb des Aschehandels könnte er aus dem Salzwerk von Salzderhelden als lukratives Geschäft die nachgefragte Salinenasche an die beiden Glasbetriebe veräußert bzw. ein solches Geschäft veranlasst haben.

Indes fehlen hierzu aber die notwendigen archivalischen Nachweise.

Zumindest ist aber, wenn auch rund 200 Jahre später, für die Schorborner Filialglashütte am Pilgrimsteich belegt, dass 1802 "besonders Salzasche ... von Nordheim, Eimbeck und aus dem Hildesheimschen … hergeholt" worden war.[1]

 

__________________________________________

[1] HASSEL/BEGE 1802, S. 164-165 (3).