Hellental - Gemeinde bis 1972 │ heute Ortsteil

Klaus A.E. Weber

 

Wechsel vom Land Braunschweig zum Land Hannover

Hellental lag ursprünglich geschichtlich-traditionell nicht im welfischen Einflussbereich oder Bevölkerungskreis.

War von Beginn an das Hellental wie das gleichnamige Sollingdorf „braunschweigisch“ und wurde in seiner Entwicklung daher auch maßgeblich von der Braunschweiger Landesgeschichte geprägt.

So gehört es ehemals zum Zuständigkeitsbereich der Bezirksregierung Hannover im 1946 gegründeten Bundeslandes Niedersachsen.

Seine Zugehörigkeit zum Land Braunschweig war durch eine territoriale, natürliche Rand- und Grenzlage in einem „geradezu grotesk zersplitterten Staatsgebiet“ gekennzeichnet.

Seit seiner Gründung zur Mitte des 18. Jahrhunderts bestimmen zeitlich nacheinander wirkende historische Faktoren die Entwicklung des kleinen Bergdorfes Hellental bis in unsere Zeit.

Ein enges dörfliches Zusammengehörigkeitsgefühl sowie ein organisch gewachsenes, besonderes „Einheitsbewusstsein“ bestimmen noch heute das Hellentaler Gemeinwesen, trotz historischer, wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen.

Noch um 1800 grenzten die östlichen Tal- und Hangbereiche des Hellentals an das Hochstift Hildesheim mit dem Amt Hunnesrück (nördlich) und an das Amt Uslar (südlich) des Fürstentums Göttingen.

Zunächst gehörte Hellental als selbständige Gemeinde zu dem seit 1654 bestehenden Amt Allersheim und wurde dann 1825 dem Kreisamt Stadtoldendorf (mit allgemeiner Verwaltung und niederer Gerichtsbarkeit) unterstellt.

Stadtoldendorf (Stadtrechte seit 1245) war Sitz des Stadtgerichtes, dem auch die Untersuchung und das Erkenntnis in niederen Strafsachen bzw. die Zivil- und niedere Strafgerichtsbarkeit oblag.

Durch das Gesetz vom 12. Oktober 1832 wurde von Herzog Wilhelm von Braunschweig u. a. die Schaffung der "Kreisdirection Holzminden" erlassen.

Hierdurch wurde Hellental auch Teil des 1833 gegründeten braunschweigschen Kreises Holzminden.

Um 1852/1859 bildeten die Grenzen des Amtes Erichsburg sowie des Amtes Uslar (Fürstentum Göttingen) die östliche braunschweigsche Landesgrenze im Hellental.

Das Herzogtum Braunschweig, das 1814 in seinen alten Grenzen wiederhergestellt worden war, bestand bis 1918.

Am 08. November 1918 erklärte Ernst August - letzter Herzog von Braunschweig - den Thronverzicht für sich und alle seine Nachkommen.

Hiernach gab es den Freistaat Braunschweig.

 

1941 - 1977

Hellental war nach 1941 der Bezirksregierung Hildesheim bis zu deren Auflösung im Jahr 1977 über seine Zugehörigkeit zum Landkreis Holzminden „unterstellt“.

 

1971 - 1972

„Zur Stärkung der Verwaltungskraft“ (§ 1 Hauptsatzung) wurde mit Wirkung zum 01. Januar 1971 die Gemeinde Hellental – wie auch Heinade und Merxhausen – eine Mitgliedsgemeinde der „Samtgemeinde Stadtoldendorf“.

Seit dem 1. Januar 1971 gehört die selbständige Gemeinde Hellental als Ortsteil der Gemeinde Heinade an.

Die Gemeinde Hellental war dann bis zum Ende des Jahres 1972 eine Gebietskörperschaft mit dem Recht der Selbstverwaltung.