Der historische Kulturwald "Solling sylva"

Klaus A.E. Weber

 

Waldkomplexe ⎸Wiesentäler & Moorgebiete ⎸Kernraum der Glasherstellung

 

Zum Begriff der Kulturlandschaft

„Eine Kulturlandschaft ist eine vom Menschen gestaltete Landschaft, deren ökonomische, ökologische, ästhetische und kulturelle Leistungen und Gegebenheiten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, die eine kontinuierliche Entwicklungsdynamik gewährleistet und langfristig geeignet ist, Menschen als Heimat zu dienen.“[2]

 

"ABRIS DES SOLLINGS" - gezeichnet von Johannes Krabbe

Das Blatt 11 des historisch wie kartografisch bedeutenden Kartenwerkes des Sollings von 1603 zeigt den

"ABRIS DES SOLLINGS, mit seinen Bärgen, Gründen, und vornemsten Heüptwegen, auch Bächen und Brunnen, und denen darin verzeichnete Iagten, Auff des Hochwirdigen Durchleüchtigen Hochgebornen Fürsten und Herren, herren Henrichen Iulii Bischoffs zu Halberstad und Herztogen zu Braunschweig und Lunaburg, gnedigen beuel, verfertigt. Anno Christi 1603"

- gezeichnet von Johannes Krabbe [1].

 

 

Naturräumlich wird das Hellental von den beiden Höhenzügen

  •    "Großer Ahrensberg" (524 m)
  •    "Große Blöße" (529 m)

als den höchsten Erhebungen des Sollings flankiert (Hochsolling).

 

Scobel: Patient Wald 

„Um unsere Wälder ist es schlecht bestellt: Wir Menschen profitierten in hohem Maße vom Wald - gesundheitlich und ökonomisch. Wie aber behandeln wir diese überlebenswichtige Ressource? Wie gesund, wie krank ist der Lebensraum Wald? Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen."[2]

 

Waldgebiet des Jahres 2013

Der Sollinger Wald - Das zweitgrößte geschlossene Waldgebiet in Nordwestdeutschland, das über 38.500 Hektar große, überaus holzreiche, vielfältige und ökologisch wertvoller gewordene Waldgebiet des Sollings wurde 2012 in einer bundesweiten Internetabstimmung zum Waldgebiet 2013 gewählt.
 
Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) zeichnet das Waldgebiet des Jahres 2013 während der Eröffnungsveranstaltung im Haus des Gastes in Neuhaus am 09. März 2013 vor zahlreichen Mitgliedern und Gästen aus ganz Deutschland aus. 
 
Der Heimat- und Geschichtsverein für Heinade-Hellental-Merxhausen e.V. war bei der Bewerbung unterstützender Partner der Forstämter Neuhaus und Dassel.  

Der BDF-Bundesvorsitzende Hans Jacobs überreichte die Auszeichnung an Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, für die Forstleute des Sollings.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forstämter Neuhaus und Dassel wurden ausgezeichnet, da sie die Sollingwälder nachhaltig und ökologisch bewirtschaften und regional vermarkten.

Im Jahr 2013 jährt sich der Geburtstag von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel. Angesichts des Jubiläums gilt es auch darauf hinzweisen, dass ebenfalls vor 300 Jahren der forstwirtschaftliche Begriff der Nachhaltigkeit geprägt wurde.

Durch die Verwertung von 250.000 m³ des nachhaltig wachsenden Rohstoffes Holz werden jährlich rund 220.000 Tonnen CO2 eingespart.

Pro Hektar Waldfläche wachsen jährlich ca. 12 Festmeter Holz nach, wovon 9 Festmeter forstwirtschaftlich genutzt werden.

Nach einem TAH-Bericht vom 15. Mai 2013 zur Forsteinrichtung 2013 waren die Sollingwälder so holzreich wie noch nie, wobei der bei der Anteil alter Laubwälder gestiegen sei.

So wachse auf 44 % der Sollingwaldfläche die Rotbuche, gefolgt von der Fichte mit 36 %, der Eiche mit 10 % und der Lärche mit 4 %.

Alle Alterklassen zwischen einem und 200 Jahren komen vor, wobei die Hälfte der Waldbestände zwischen 20 und 80 Jahren alt ist.

In Kooperation mit örtlichen Partnern bieten die Niedersächsischen Landesforsten zahlreiche Informations- und Bildungsangebote an.

Dabei wird die Erholungsfunktion des Waldes gefördert und die regionale Wirtschaft mit Aufträgen gestützt.


Landschaft, Natur & Geschichte zum Kennenlernen

Zahlreiche Angebote mit unterschiedlichen Themenkreisen rund um den Glasmacherort und das Sollingtal Hellental bereichern für naturräumlich wie kulturhistorisch interessierte Entdecker das touristische Angebot.

So gehört der Besuch des waldumsäumten Grünlandtals sicherlich zu den schönsten Erlebnissen im südniedersächsischen Weserbergland.

Als lokal erlebbares "kulturhistorisches Gedächtnis" umfassen verschiedene Standorte die Landschaft und Geschichte des Hellentals.

Zugleich eröffnet sich auch ein interessanter Bezug zur Entwicklung, regionalen und lokalen Identität und Gegenwart des einzigartigen Sollingtals.

 

[3]

 

Die beiden kulturhistorisch interessanten Fachwerkgebäude Museum im Backhaus ⎸Hellental (frühes 19. Jh.) und Museum im Sollinghaus ⎸Hellental (spätes 19. Jh.) bilden mit dem historischen Hellentaler Ortsbild und dem Wiesental die Grundlage für eine attraktive touristische Destination im Solling.

 

Museum im Backhaus ⎸Hellental

Kommunales Regionalmuseum mit der ständigen historisch-archäologischen Ausstellung kompakt in zwei Themenräumen GLAS & GLÄSER // GETREIDE & BROT im alten Gemeinde-Backhaus (19. Jh.) am idyllisch gelegenen Mühlenteich im alten Dorfzentrum

Am Teiche 2

37627 Heinade-Hellental

 

Museum im Sollinghaus⎸Hellental

mit den volkskundlichen Themenräumen WALD│GLAS│DORF zum früheren Leben, Wohnen und Arbeiten im abgelegenen Naturraum des Hellentals

Lönsstraße 6

37627 Heinade-Hellental

- derzeit im Aufbau


Graslandpfad Hellental

Einzigartiger Naturerlebnispfad im Weserbergland mit Erlebniselementen und 12 verschiedenen (Mitmach-)Stationen besonders für Familien und Kinder - rund um das schöne Wiesental und Sollingbergdorf Hellental

 

LebensRaumRouten (LRR) des Naturparks Solling-Vogler im Weserbergland

 

WildparkHaus – Das Solling-Besucherzentrum

 

 

Fotografien & Text: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental



[1] NStAWb: K 202.

[2] NHB 2003, S. 20 ff.

[3] in LESSMANN 1984, S. 74-77.

[4] KÜSTER 2008.