Zeugnisse des Mittelalters

Klaus A.E. Weber

 

Adelheid von Burgund – Eine Frau, die drei Männer zum Kaiser machte. [1]

Adelheid von Burgund (~ 931–999) gilt als eine der einflussreichsten Frauen im frühmittelalterlichen Europa.

Es war eine Frau, die drei Männer zum Kaiser machte.

 

Ein vergessener Meisterkoch im 13. Jahrhundert [2]

Wie in der Schweiz ein anonymer Küchenchef im Spätmittelalter seinen Herren, den Bischof von Sion, bekocht hat.

 

Georg, Martin, Nikolaus – zeitlose Humanität [3]

Heiligenlegenden werden ohne Fussnoten geschrieben.

Ihre Bedeutung liegt im moralischen Anspruch, der als sanfter Appell in kunstvollen Darstellungen fortlebt.

 

Mittelalterliche Schwerter [4]

Im Namen des Herrn…

Was bedeuten die Zeichen und Inschriften auf mittelalterlichen Schwertern? Eine Entschlüsselung.

 

Von der Burg zur Stadt – Umbruch im Spätmittelalter [6]

Als die Zeit der Ritter und Burgen zu Ende geht – und die Zukunft den aufstrebenden Städten gehört.

 

1218 geboren: Rudolf von Habsburg  [9]

Rudolf von Habsburg (1218-1291) legte als König des Heiligen Römischen Reiches den Grundstein für das habsburgische Österreich.

 

Kraftprobe gegen Habsburg [7]

Im grausamen und verlustreichen Schwabenkrieg kämpften 1499 die Eidgenossen um ihre Unabhängigkeit innerhalb des Heiligen Römischen Reiches gegen das Haus Habsburg-Österreich und den Schwäbischen Bund.

 

Auferstanden von den Toten [8]

Im schweizerischen Marienheiligtum von Oberbüren bot die katholische Kirche des Mittelalters ganz besondere Dienste an:

Tot geborene oder bei der Geburt gestorbene Kinder wurden kurz zum Leben erweckt, um getauft und danach bestattet werden zu können.

 

„Barbarossa- Die Kunst der Herrschaft“

Unter diesem Titel zeigt vom 28. Oktober 2022 – 05. Februar 2023 das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster die große internationale Sonderausstellung anlässlich des 900. Geburtstages des berühmten Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa (1122-1190).

Im Zentrum der Ausstellung steht die schillernde Figur des Kaisers "Rotbart", der als schwäbischer Herzogssohn seit 1155 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation die Geschicke Europas mit lenkte.

»Das LWL-Museum widmet sich in einem breiten kulturgeschichtlichen Überblick dem um Machtausgleich bemühten Politiker, tiefgläubigen Christen, streitbaren Ritter und potenten Kunstförderer Barbarossa.

Mit den Augen des Kaisers, der 1190 während des dritten Kreuzzugs im heutigen Anatolien ertrinkt, wirft die Ausstellung einen Blick auf das in vieler Hinsicht spannende 12. Jahrhundert.

Zahlreiche Städte werden gegründet und gelangen rasch zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte, an den neu gegründeten Universitäten diskutieren Gelehrte aus den verschiedensten Ländern über Theologie, Philosophie und Naturwissenschaften.

Der kulturelle Transfer über Grenzen hinaus führt zu einer Verschmelzung antiken, abendländischen und orientalischen Kulturgutes.

In der Ausstellung bilden der berühmte „Cappenberger Kopf“ und die Taufschale des Kaisers die zentralen Kunstwerke, die direkt mit der Person Barbarossa verknüpft sind.

Der künstlerische Reichtum dieser Epoche spiegelt sich auch in anderen Exponaten der Ausstellung wider: in orientalischen Elfenbeinreliefs aus Sizilien, mit Emails geschmückten Reliquiaren aus dem Rheinland und kunstvoll geformten vergoldeten Bronzeskulpturen aus Niedersachsen

 

Kaiserpfalz Paderborn │ Hoher Dom zu Paderborn

In der Pfalz aus dem späten 8. Jahrhundert, errichtet um 776/777 während der Sachsenkriege, empfing Karl der Große (Carolus Magnus, 747/748 - 814) als Kaiser und König des Fränkischen Reichs im Frühmittelalter hohe Gäste.

Im Hochmittelalter residierte in der vom Paderborner Bischof Meinwerk (1009-1036) errichteten Anlage aus dem 11. Jahrhundert auch sein Nachfolger Heinrich II.

 

Kloster Lorsch Abtei und Altenmünster mit Karolingischem Freilichtlabor Lauresham

Seit 1991 UNESCO Welterbe [13] 

In karolingischer Zeit von der Familie eines fränkischen Gaugrafen um 764 gegründet, zählte das Kloster Lorsch bis in das Hochmittelalter hinein zu den bedeutensten kulturellen Zentren zur Verbreitung der am Königshof entwickelten Bildungsprogramme.

772 wurde das Kloster an Karl den Großen übertragen, der es unter seinen Schutz stellte.

Das Kloster Lorsch war nun zum Reichskloster aufgestiegen und etablierte sich zu einem Macht-, Geistes- und Kulturzentrum.

Mit seinem Skriptorium und seiner umfangreichen "Bibliotheca Laureshamensis" errang das Kloster eine Spitzenstellung unter den Wissenszentren (Virtuelle Klosterbibliothek Lorsch).

Als architektonischer Höhepunkt des UNESCO-Welterbes im Landkreis Bergstraße gilt die Königshalle mit ihrer weltberühmten bunten Sandsteinfassade.

Sie zählt zu den wenigen gut erhaltenen Gebäuden aus karolingischer Zeit.

Ortsnah entsteht seit 2012 das  Freilichtlabor Lauresham - Experimentalarchäologische Freilichtlabor karolingischer Herrenhof Lauresham.

Auf einer Fläche von 4,1 Hektar wird das komplexe, für das Verständnis der frühmittelalterlichen Gesellschaftsstruktur wichtige Thema „Grundherrschaft“ am Beispiel eines idealtypischen Zentralhofes des 8./9. Jahrhunderts erläutert.

Um verschiedene handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeitstechniken zu erproben, wurde ein Forum für die experimentalarchäologische Forschung geschaffen.

 

Der Isenheimer Altar │ Einzigartiges Meisterwerk spätgotischer Tafelmalerei (um 1512-1516)

Ehemals als Hauptaltar im Chor der Präzeptorei des Antoniterklosters Issenheim im Oberelsass dienend, ist der Altaraufsatz heute mit drei voneinander getrennten Schauseiten im Musée Unterlinden in Colmar aufgestellt.[10]

Der im in drei Schauseiten getrennt ausgestellte Retabel (Polyptychon) mit doppeltem, drehbarem Flügelpaar drei Bildfolgen und skulptiertem Mittelschrein, welche abhängig von Festtagen oder Liturgie den Gläubigen präsentiert wurden.

 

Der Isenheimer Altar (Altarretabel)  ⃒  um 1512-1516

Musée Unterlinden, Colmar │ Mai 2019

© HGV-HHM, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Der Wandelaltar stammt ursprünglich aus dem Antoniterkloster in Isenheim im Oberelsass (Département Haut-Rhin) und war mit seinen elf gemalten Tafeln und geschnitzten Figuren dem Heiligen Antonius, der Kindheit sowie der Passion Christi gewidmet..

Die im 1512-1516 geschaffenen, monumentalen Tafelbilder gelten als das Hauptwerk des Malers Mathis Gothart Nithart, genannt Grünewald (Würzburg, um 1475/1480 – Halle, 1528).[11][12]

Dem zwischen 1485 und 1526 in Straßburg tätigen Holzschnitzer Niklaus von Hagenau (1445-1538, in Straßburg tätig) werden die Skulpturen im Altarschrein zugeschrieben.

  • Tempera (Malfarbe) und Öl auf Lindenholztafeln sowie vollplastische Skulpturen und Basreliefs (Flachrelief) aus farbig gefasstem Lindenholz

 

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[1] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 02. Oktober 2020 von Justin Favrod, Historiker und Chefredakteur der Zeitschrift «Passé simple».

[2] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 05. Oktober 2020 von Dr. Daniel Jaquet, Historiker, Forscher beim Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.

[3] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 11.Dezember 2020 von Kurt Messmer, freischaffender Historiker mit Schwerpunkt Geschichte im öffentlichen Raum.

[4] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 12. März 2021 von Adrian Baschung, freischaffender Historiker.

[6] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 17. Juli 2021 von Kurt Messmer, freischaffender Historiker mit Schwerpunkt Geschichte im öffentlichen Raum.

[7] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 28. Juli 2021 von James Blake Wiener, Autor, PR-Spezialist auf dem Gebiet des kulturellen Erbes, Mitbegründer der «Ancient History Encyclopedia».

[8] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums vom 05. November 2021 von Thomas Weibel, Journalist und Professor für Media Engineering an der Fachhochschule Graubünden und der Hochschule der Künste Bern.

[9] Blog-Artikel des Schweizerischen Nationalmuseums von Bruno Meier, Historiker, Ausstellungsmacher und Verleger.

[10] Musée Unterlinden mit seinen enzyklopädischen Sammlungen in Colmar.

[11] FRANK 2018.

[12] MUSÉE UNTERLINDEN 2016, S. 132-141.

[13] HANACK 2021.