Mittelalterliche Selbstversorgung

Klaus A.E. Weber

 

Nienover │ Burg und Stadt (Stadt ca.1190-1270) │ Nienover Mittelalterhaus

© [hmh, Foto:: Klaus A.E. Weber

 

Mittelalterliche Glasmacherfamilien im Hellental versorgten sich selber


Offene Feuerstelle im Mittelalter um 1230 │ Nienover Mittelalterhaus

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber


Kochen & Essen um 1170–1300

Haushalts-/Gebrauchskeramik aus dem Bodenarchiv mittelalterlicher Glashütten

 

Offene Feuerstelle im Mittelalterhaus um 1230 │ Nienover Mittelalterhaus

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Wand – und Randscherben

unterschiedlich gebrannte und gemagerte Kugeltöpfe:

  • hell grautonig │ fast weiß │ schwarzgrau │ rottonig

Dekor

  • Riefenverzierung

  • Rollstempeldekor

  • rötliche Bemalung aus der mittelalterlichen Töpferkolonie „Seypressen“ bei Duingen

 

Wie die kleine Inszenierung zeigt, wurde zeittypisch auf einer ebenerdigen Feuerstelle gekocht.

Die einfache Haushaltskeramik bestand zumeist aus Töpferware.

Charakteristisch für die Alltagsküche waren wahrscheinlich

- Getreide als Grundlage für Brot, Brei und Grütze

- winterfester Roggen als wichtigstes Brotgetreide

- Hafer und Gerste als wichtigstes Breigetreide

- Fleischarmut bei geringer Variationsbreite

- gelegentlich frischer Fisch │ Forelle aus dem Helle-Bach?

- „muos“ aus Erbsen, Linsen oder Bohnen

 

Tüllenkanne │ helltonige, bemalte, irdene Pingsdorfer Keramik │ Rheinische Importkeramik │ 11./12. Jh. │ Nachbildung

Zylinderhalskrug │ Irdenware mit Wellenfuß │ Original │ 15./16. Jh. │ Siegburg (?)

Kochgeschirr: Kugeltöpfe, Grapen, Becher │ Töpfereierzeugnisse zur Zubereitung von Speisen am offenen Feuer │ 13./14. Jh. │ Niedersachsen │ Nachbildungen

 

Textiles Handwerken um 1230 │ Nienover Mittelalterhaus

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Spinnen mit der Handspindel

Textiles Handwerk um 1170–1200

Der archäologische Nachweis zweier Spinnwirtel aus Ton belegt den Gebrauch von Handspindeln zur Webvorbereitung auf der Glashütte Bremer Wiese.

Die stufig abgedrehten, mit Drehriefen verzierten Spinnwirtel doppelkonischer, zentrisch durchlochter Grundform legen nahe, dass Frauen vor Ort Garn gesponnen haben, um Textilien des täglichen Gebrauchs herzustellen.

 

Handspindel │ Handspindeln bestehen aus einem hölzernen Spindelschaft mit dem geformten Spinnwirtel als sich frei um die eigene Achse drehende Schwungmasse

 

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[1] MARTENS 1941, S. 50 Abb. 10.