Pocken zur biologischen Kriegsführung

Klaus A.E. Weber

 

Während des 16.-18. Jahrhunderts kam es durch kolonialistische Westeuropäer vorsätzlich zu Pocken-Explosivepidemien bei Ureinwohner*innen Nordamerikas.

 

1763 - Bioterrorismus: Indianer und biologische Kriegsführung.

Wie im Krieg der Engländer gegen Nordamerikas Ureinwohner*innen der Schweizer Söldner Henry Bouquet (1719–1765) eine mehr als zweifelhafte Rolle spielte.[1]

Dem Blog-Artikel von Frédéric Rossi [1] ist hieru folgende bioterroristische Kriegsgeschichte zu entnehmen:

"Am 29. Juni 1763 schrieb Amherst an Oberst Henry Bouquet:

«Könnte man nicht die Pocken in die aufständischen Indianerstämme bringen?

Jetzt müssen wir jede verfügbare Kriegslist nutzen, um sie zu besiegen.»

Bouquet antwortet am 13. Juli:

Ich werde versuchen, diese Schweinehunde mit Decken zu infizieren, derer ich habhaft werden könnte, und dabei darauf achten, dass ich mich nicht selber anstecke.

Am 16. Juli schreibt ihm Amherst:

«Tun Sie das, infizieren Sie die Indianer mithilfe von Decken, nutzen Sie alle Mittel, um dieses abscheuliche Volk zu beseitigen.»

Schon am 24. Juni 1763 schrieb Ecuyer in sein Tagebuch, er habe den Gesandten der Indianer bei Verhandlungen zwei zuvor den Pocken ausgesetzte Decken und ein Taschentuch angeboten, in der Hoffnung, so die Krankheit zu verbreiten und sie zu zwingen, die Belagerung des Forts aufzugeben.

Allerdings waren die Pocken damals bereits in der Region verbreitet und niemand weiß, ob die Infizierungsversuche erfolgreich gewesen sind."

 



[1] Blog-Artikel des Schweizer Nationalmuseums vom 21. Dwzember 2020 von Frédéric Rossi, Historiker.