Zeitzeichen „kollektiver Amnesie" nach 1945

Klaus A.E. Weber

 

Bronzeplakette Heinrich Hörnlein-Preis des Verbandes Deutscher Biologen e.V. │ 1974

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

∎ Bronzeplakette Heinrich Hörnlein-Preis

Preisträger des Hörlein-Wettbewerbs 1974 des Verbandes Deutscher Biologen e.V. │ Klaus Weber und Kurt Vay

Freie Universität Berlin │ 20. September 1974

 

Philipp Heinrich Hörlein (1882-1954)

  • 1909 Chemiker des wissenschaftlichen Labors Bayer, ab 1911 dessen Leitung

         - Entwicklung des Schlafmittels Phenobarbital (Luminal®)

  • ab 1914 stellvertretender Direktor und stellvertretendes Vorstandsmitglied bei Bayer

         - Leiter der pharmazeutischen Forschung bei Bayer

  • 1926 stellvertretendes, ab 1931 ordentliches Vorstandsmitglied der I.G. Farben

         Direktor des I.G.-Farben-Werks in Wuppertal-Elberfeld

         - Beteiligung bei der Entwicklung von Tabun, Sarin und Soman

  • Aufsichtsratsvorsitzender der Behringwerke Marburg und der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung

  • 1932 Honorarprofessor in Düsseldorf

 

1933

  • 1933 der NSDAP beigetreten

 

1939-1945

  • Oktober 1939 Teilnahme an einer Besprechung zur Giftgasproduktion im Heereswaffenamt

  • ab 1939 Senator der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

  • ab 1941 Wehrwirtschaftsführer

 

nach 1945 - 1954

  • August 1945 Festnahme durch die US-Army

  • Juli 1948 im I.G.-Farben-Prozess in Nürnberg Freispruch in allen Anklagepunkten

  • erneut Leiter des Elberfelder Werkes

  • 1952 Aufsichtsratsvorsitzender der Farbenfabriken Bayer und Senator bei der Max-Planck-Gesellschaft

  • 1952: Ehrendoktor der TH Darmstadt

  • 1954 Honorarprofessor an der Medizinischen Akademie Düsseldorf