Der Weiler "Pilgrim" im Solling

Klaus A.E. Weber

 

 

Vom Glashüttenstandort zum beschaulichen Wohnhaus

Das in der Gemarkung Heinade reizvoll versteckt in einem kleinen stillen Sollingtal eingebettete Gebäudeensemble (Wohnhaus mit Nebengebäuden) „Pilgrim 1“ liegt inmitten kleiner Wiesen und Weiden - hervorgegangen aus einer 1775 von Schorborn verlegten Filial-Glashütte.[4]

  • 1787 Errichtung weiterer Wohngebäude; vorhanden ein Krug

  • 1793 als Weiler bezeichnet

Am Ende des Tals befindet sich noch heute ein kleiner Naturteich.

Der Pilgrimsgrund ist ein nördliches Sollingrandtal oberhalb von Heinade und nordöstlich von Schießhaus gelegen.

1971 wurde Pilgrim im Rahmen der Kommunalreform nach Heinade eingemeindet.

Zur Geschichte von Pilgrim geben die Veröffentlichungen von TACKE [1], RAULS [7] und BLOSS [2] einen kurz gefassten Überblick.

 

Ortsnamen 

  • um 1600: "Pellegrinusborn"
  • 1603: "Die Pilgrims Grund" (KRABBE)
  • 1836: "Pilgrimsberg"
  • um 1763: "Pilgrims T"(eich) (GERLACH)

In dem Atlas des Gottfried Mascop [5] aus dem Jahr 1574 besteht kein Hinweis auf Pilgrim.

Weitere lexikalische Angaben finden sich bei CASEMIR/OHAINSKI [4].

 

Pilgrims-Teich 1756 [6]

 

Entgegen der Dorfentstehung von Hellental kam es in Pilgrim nicht zur Entwicklung einer dörflichen Siedlung aus der dortigen Grünglashütte heraus [1], einer Filialhütte der Glasmanufaktur Schorborn.

Bereits um 1600 wurde im Fürstenberger Erbregister ein "Pellegrinusborn" (Pellegrinusquelle) erwähnt [2], eine historische Benennung, aus der sich vielleicht die spätere Bezeichnung Pilgrim ableiten lassen kann.

In der topografischen Solling-Karte von 1603 wird "Die Pilgrims Grund" als offenes, aber unbesiedeltes Wiesental mit einem Fahrweg dargestellt, flankiert von den Fluren "Der Steinla" und "Im Farkensiik".

Mitte 1836 findet sich in den „Braunschweigischen Anzeigen“ die Bezeichnung Pilgrimsberg.



[1] TACKE 1943, S. 139-140.

[2] BLOSS 1950, S. 31-32.

[4] CASEMIR/OHAINSKI 2007, S. 172-173.

[5] OHAINSKI/REITEMEIER 2012.

[6] KRAATZ 1975.

[7] RAULS 1983, S. 319.