Die "Holzbergwiesen"

Klaus A.E. Weber

 

Blick auf Heinade und die bewirtschafteten "Holzbergwiesen" und "Holzberg-Klippen" │ um 1895


Die "Holzbergwiesen" (HK57) des 445 m hohen Holzberges zählen zu den Historischen Kulturlandschaften von landesweiter Bedeutung.[1]

Seit 1991 bestand ehemals das Naturschutzgebiet HA 150 "Holzbergwiesen" mit einer Fläche von rund 375 Hektar.

Seit dem 20. Dezember 2018 zählt der Holzberg nunmehr zum Naturschutzgebiet „Holzberg, Denkiehäuser Wald, Heukenberg“ (Kennzeichen: NSG HA 150) und FFH-Gebiet 126 "Holzberg bei Stadtoldendorf, Heukenberg".

Steckbrief des 781,00 ha großen Natura 2000 Gebietes 4123-301 Holzberg bei Stadtoldendorf, Heukenberg.

Früher galt der Holzberg aufgrund seines Orchideenreichtums als „Kaiserstuhl des Nordens“.

Noch Mitte des 20. Jahrhunderts waren dort Arten zu finden, die inzwischen längst aus unserer Umgebung verschwunden sind.

Aber heute noch nimmt der Holzberg wegen seiner Artenvielfalt einen Spitzenplatz im Weserbergland ein.

Artenliste Holzberg

An den Röthängen des Holzberges befinden sich Wiesenböden, die bis heute als Höhen- bzw. Bergwiesen genutzt werden.

 

Blick vom Holzberg auf die westlich gelegenen "Holzbergwiesen" mit rezenten mittelalterlichen Wölbäckerfeldern

Mai 2015

 

Kulturhistorisch wertvolle Wölbäckerfelder

Im Bereich des Holzberges und der nordwestlich vorgelagerten "Holzbergwiesen" imponieren große, geschlossene Wiesenflächen.

Noch gut im Gelände erkennbare historische Ackerformen, die zu ehemaligen, in der Frühneuzeit aufgegebenen Dörfern gehörten.

Es handelt sich hierbei um teils erhaltene, mittelalterliche Wölbäcker, die als Hochäcker oder Ackerhochbeete ein anschaulich fassbares Beispiel für die bedeutsame historische Kulturlandschaft der DORF:REGION sind.

Diese rezenten Wölbäcker sind in anderen Gebieten Niedersachsens in dieser Form nur noch an wenigen Stellen erkennbar und somit hier schützenswert.

Pflugtechnisch bedingt entstanden Wölbäcker bis ins Mittelalter hinein durch die Verwendung nicht wendbarer eiserner Pflugscharen, wodurch durch mehrjähriges Pflügen immer mehr Ackerkrume zur Ackermitte verlagert und somit die Ackermitte erhöht und die Ränder des Ackers vertieft wurde.

 

 

Fotografien:

© Archiv HGV-HHM

© Klaus A.E. Weber

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[1] NHB 2020, S. 78-79.