Kräuterfrau Henriette Juliane Johler (1822-1910)

Klaus A.E. Weber

 

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Henriette Juliane (Jule) Johler ist keine dichterische Erfindung, sondern die Tochter eines Tischlermeisters.

Jule Johler lebte als eine stadtbekannte Persönlichkeit von 1822 bis 1910 in Stadtoldendorf, wo sie als bescheidene, humorvolle Frau in einem kleinen Zimmer im Stift "Zum heiligen Geist" wohnte.

In dem Zimmer soll die alleinstehende Jule Johler ein Bett gehabt haben, das sie mit ihrem Kater "Itzig" teilte.

Als Kräutersammlerin („Kräuterweiblein“) sammelte Jule Johler bis ins hohe Alter auf Wiesen und in Wäldern Pilze, Beeren und vor allem Kräuter.

Wurde Jule Johler im Krankheitsfall um Rat gefragt, empfahl sie, sich in den Dienst der Mitmenschen stellend, Kräuter zur Linderung.

Auch sei ihr nachgesagt worden, dass sie das „zweite Gesicht“ gehabt und Sterbefälle vorausgesagt habe.

Jule Johler soll mit der Jugendfreundin Minchen Ahrens in Wilhelm RaabesAltershausen“ (1899 bis 1902) identisch sein.[1]

 

Brunnenfigur der Jule Johler mit ihrem Kater "Itzig" │ April 2020

Sandstein [2], gestaltet vom Stadtoldendorfer Bildhauer Walter Lüchow

Im Brunnensocke befindet sich der zierende Raabe-Spruch:

„Es ist so viel schönes Licht in der Welt“.

© Historisches Museum Hellental, Foto: Klaus A.E. Weber

 

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[1] RAABE 1981.

[2] CZYPPULL/MITZKAT 2019, Abb. S. 46.