"Glaser im Hellthaell M. Hans Derbbing"

Klaus A.E. Weber

 

Hüttenmeister M. Hans Derbbing │ Hanß Drebing

Eine Kammerrechnung des Herzogs Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel weist aus, dass aus dem Solling an den an Tafelfreuden interessierten Wolfenbütteler Fürstenhof um 1617/1618 gelieferte Trinkgläser im Wert von 21 Gulden und 6 Mariengroschen einer "inländischen Glashütte" im Hellental zuzuordnen sind [1]:

  • "[Außgabe auff die Hoff-Haltung] Nro. 20. Dem Glaser im Hellthaell M. Hanß Derbbing fur gleser zur Fr. hoffhaltunge …"

Bei unbekanntem Pachtzins für den Hüttenbetrieb sind Trinkgläser im Wert von "21 fl" (Gulden) und "6 mgr" (Mariengroschen) vom Glaser M. Hans Derbbing dem Wolfenbütteler Hof geliefert worden.

Folgt man BLOSS [2] und JÖRN/JÖRN [1], so „notiert das Fürstenberger Amtsregister unter den Einnahmen aus Landgerichtsbrüchen“ um 1607/1608:

  • "Hanß Drebing, der Glesener bey aroldessen ⦋Arholzen⦌, das er Milliessen Bergmann vuff freyer strassen bei allersheimb ⦋Allersheim⦌ mit einem Spieß Überfallen vnd vor einen Schelm gescholten, eodem die erkhaendt in der Hern gnaede, außgegeben 2" ⦋Gulden⦌.

Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem Glaser  "M. Hanß Derbbing" um den "Gleßer M. Hanß" der um 1600 betriebenen Waldglashütte "Beim Hasselborn" im Solling handelt.

Unter den Ausgaben zur Hochzeit von Nikolaus Thesmar, Amtmann in Fürstenberg (1602-1614), im Jahre 1605 werden 4 Thaler verbucht (1608)

  • "vor Gleßer M. Hanß dem Gleßer beym Hasselborn".[3]

Der Glaser(meister) könnte von der Glashütte "Beim Hasselborn" am später errichteten Schießhaus (ShGfN 1-1) in das nahe gelegene Hellental gewechselt haben, um dort seine Glashütte(n) zu betreiben.

 

_____________________________________________________________________

[1] JÖRN/JÖRN 2007a, 99 (Fußnote 348), 156; JÖRN/JÖRN 2007b, 193 (W-27, lfd. Nr. 48, f. 152), 223-224 (W-17, 27, lfd. Nr. 48, f. 152), 257 lfd. Nr. 7.

[2] Im Verlauf des 16./17. Jahrhunderts soll nach BLOSS im nordhessischen Kaufunger Wald auch der Glasmachername Drebing bzw. Drebingk auftreten sein.

[3] NLA WO. 7 Alt 3 G 146.