Wald-Luftkurort Hellental

Klaus A.E. Weber

 

Fremdenverkehr 1957

Einem Vermerk über eine aufsichtsbehördliche Besprechung am 22. Januar 1957 in Hellental ist zum Thmena Fremdenverkehr zu entnehmen [4]:

„Die abgebrannte Scheune des Lönskruges wird wieder aufgebaut.

Der Schaden ist durch Versicherung einigermaßen gedeckt.

Es besteht ein Verkehrsverein.

Die Wirte legen jedoch anscheinend mehr Wert darauf, ihren Erwerb durch Landwirtschaft sicherzustellen, als ihr Augenmerk auf den Fremdenverkehr zu richten.

Privatquartiere wären vorhanden, Gäste müßten jedoch unbedingt ein einer Gastwirtschaft verpflegt werden, da Privatleute nicht in der Lage sind, diese Arbeit neben ihrem Erwerb mit zu übernehmen.

Interesse der Gemeindeverwaltung am Fremdenverkehr liegt auf jedem Fall vor.

Es muß anscheinend vor allem das Interesse der Gastwirte geweckt werden.“

 

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Erholungsort 1982


[3]

 

Fremdenverkehr │ Gastgewerbe │ Ehemalige Pensionen

Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die „Sommerfrische“ ein fester Bestandteil des Sommerlebens des wohlhabenden Bürgertums, indem sich Sommergäste - „Sommerfrischler“ - in Gasthäusern und zunehmend in Privatunterkünften einquartierte.

Mit Hermann Löns (1866-1914) kann man hierzu anhand seines Dorfromans "Die Häuser von Ohlenhof" plastisch werden lassen:

„Er riß das alte, baufällige Haus ab und stellte einen stattlichen Neubau hin, der eine freundliche Gaststube, ein Vereinszimmer, einen hübschen Laden und im Dachgeschosse drei Fremdenzimmer enthielt, die er sofort an Sommerfrischler vermieten konnte.“ [1]

Dabei spielte sich der Fremdenverkehr als früher Tourismus mit seinen Feriengästen teilweise noch in ländlich-heimatlichen Gefilden ab.

Von diesem Gastgewerbe profitierte letztlich auch der Wald-Luftkurort Hellental duch seine Pensionen, die wohl im Zeitraum der 1950/1960er - 1980/1990er Jahre betrieben wurden.

 

[3]

 

Pension "Haus Tanneck"

Inhaber der Pension "Haus Tanneck" war die Familie Hans Windorpski. 

Sie warb mit dem "Waldkurort Hellental (Solling), 270-522 m ü. M." und ihrem damilgen touristischen Angebot:

  • Doppel- und Einzelzimmer mit fließendem warmem und kaltem Wasser

  • Hausschlachtung

  • WC in der Etage - Bad - Dusche - Hausgarten

  • Tannenliegewiese

 

Ansichtskarte der ehemaligen Pension "Haus Tanneck" in der Sollingstraße [2]

 

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[1] Hermann Löns: Die Häuser von Ohlenhof. Der Roman eines Dorfes. In: Hans A. Neunzig (Herausgeber): Hermann Löns, Ausgewählte Werke IV. Nymphenburger, München 1986, S. 195-318, Zitat S. 198 f.

[2] Kolorierte Ansichtkarte aus dem Ansichtskartenverlag Walter Jappe, Lübeck - Archiv Museum Sollinghaus.

[3] LANDKREIS HOLZMINDEN 1982, S. 19.

[4] KA HOL 1054.