W|G|D 1.9 Von der Sau zur Wurst │ Hausschlachtung

Klaus A.E. Weber

 

 

 

Borstenvieh & Schweinespeck

Hausschlachtung in Hellental │ 1940er-1950er Jahre

In Hellental nahm früher die jährliche Hausschlachtung einen sehr hohen Stellenwert ein.

Die Hausschlachtung diente dem familiären Eigenbedarf – einzig und allein durch selbst aufgezogene Schweine.

Die Hausschlachtung in Hellental war zumeist eine Schlachtung von Schweinen - außerhalb einer gewerblichen Schlachtstätte.

 

Hausschlachtung unter freiem Himmel in Hellental │ 1940er Jahre

 

Die Hausschlachtung erfolgte durch einen Metzger (Schlachter) - in der Regel im Hause des Schweinebesitzers.

Die Schweine waren dann schlachtreif, wenn sie etwa acht Monate alt waren und gute 100 Kilogramm wogen.

Das erschlachtete Fleisch und die hergestellten Würste wurden ausschließlich im eigenen Haushalt verwendet.

Es galten beim Hausschlachten in Hellental strikt einzuhaltende Grundregeln:

  • Sowie das Schwein am Haken hängt, wird erst einmal eingeschenkt.

  • Frauen haben sich aus der Sichtweite zu entfernen, aber in Rufweite aufzuhalten!

 

 

Hausschlachtung mit dem Schlachter August Timmermann │ 1940er Jahre


Schlachtutensilien

  • Eimer und Schüsseln

  • Fleischhaken

  • Schabglocke

  • Schlachtbank

  • Schlachtmesser

  • Schlachtmollen

  • Schneidebretter

  • Spalter

 

∎ Schlachtmollen (Mengmulden)

Blut-/Stechmolle │ Lindenholz

Herstellung: Otto Gehrmann

1930er Jahre │ Hellental

 

∎ Schöpflöffel und Heber/Schleif

Schöpf- & Eintauchwerkzeug │ Lindenholz

1930er Jahre │ Hellental

 

Willie Lessmann und Theo Mengler beim "Wolfen" │ 1950er Jahre

 

∎ Fleischwolf

zum Zerkleinern und Vermengen (»Wolfen«)

Nr. 32 Fleischereimaschine │ Gusseisen, Emaille, Holz

Alexanderwerk Remscheid │ 1950er Jahre

Fleischwolf aus dem Haushalt von B. Hanisch, Dassel-Mackensen

Schwungrad von W. Lessmann, Hellental

 

Schlachtbank

Buchenholz │ Haus Hempel │ 1950er Jahre

Wie Schnittspuren auf der Schlachtbank zeigen, wurden auf dem Holztisch Fleischstücke beim Schlachten eines Hausschweines zerteilt.

 

 

Fotografien:

© HISTORISCHES MUSEUM HELLENTAL 

© Klaus A.E. Weber, Hellental