Erste/späte braunschweigische Generallandesvermessung des Hellentals 1792

Klaus A.E. Weber

 

Auszug "Hellenthal" aus der Braunschweigischen General-Landes-Vermessung 1792 [3]

 

Grundherr sämtlicher Hellentaler Grundstücke war im 18. Jahrhundert alleinig das Amt Allersheim („AA“).

Erst um 1792 wurde, neben dem gesamten Talbereich, auch das Dorf Hellental topografisch vom Land Braunschweig aufgenommen (Feldbeschreibung der braunschweigischen General-Landes-Vermessung 1746-1783).

Wie die Vermessungskarte "Grundrißs des Dorfes Hellenthal" von 1792 ausweist [1][4], gab es zum Ende des 18. Jahrhunderts in Hellental insgesamt 39 Hausstellen mit mindestens 124 Bewohner*innen, die Garten- und Wiesenland von durchschnittlich je 2 - 3 Morgen besaßen.

Das alte bäuerliche Nachbardorf Merxhausen am nördlichen Sollingrand wies vergleichsweise 1793 die dreifache Einwohnerzahl auf, nämlich 373 Einwohner.

Die Summe aller Hellentaler Grundstücke [1][4], wie

  • Hausstellen,

  • Hofräume,

  • Gärten,

  • Wiesen,

betrug 1792 insgesamt

  • 107 Morgen,

  • 146 Ruten (Quadratruten)

  • und 15 Fuß.

 

Die Gärten der Hellentaler Dorfbewohner lagen zumeist unmittelbar am Haus (hinter dem Haus), die Wiesen teils am Buchberge („Buchholz) oder im Hülsebruche.[4]

Im Rahmen der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgeschlossenen Agrarreformen mit Gemeinheitsteilung erfolgte im Hellental jedoch keine Generalteilung mit Separation.[2]

Wie aus der Vermessung des Dorfes und dem daraus erstellten großformatigen, detailliert erstellten und handkolorierten "Grundriß des Dorfes Hellenthal" von 1792 hervorgeht, bestanden zum Ausklang des 18. Jahrhunderts in Hellental insgesamt 38 erfasste Gebäude mit 39 Hausstellen (128 Ruten).

Die Hausstellenbesitzer verfügten durchschnittlich über etwa ½ - 3 Morgen Garten- und ca. 1 - 3½ Morgen Wiesenland bei einer Gesamtfläche von 107 Morgen und 146 Ruten Grundstücken nach dem Vermessungsregister.

Meist lagen die Gärten unmittelbar am Wohnhaus, die Wiesen hingegen teils am „Buchberge“ (Buchholz), teils im Hülsebruch.

Die Summe der Flächen aller Hausstellen, Gärten und Wiesen (Liegenschaften) betrug insgesamt 107 Morgen, 140 Ruten und 15 Fuß.

Weitere Anbauten folgten dann 1793-1798.

Die staatlich geförderte, siedlungstypische Anlage des Hellentaler Oberdorfes lässt noch heute nachvollziehbar erkennen, dass bei der neuzeitlichen Dorfgründung und staatlich geförderten Neubesiedlung weitgehend planmäßig vorgegangen wurde.

 



[1] NStAWb K 3344.

[2] KLEINAU 1967, S. 268.

[3] KRAATZ 1975.

[4] TACKE 1943, S. 138-139.