Grob und Fein verweben … │ Weberei Kübler+Co.

Klaus A.E. Weber

 

Schaukasten "Werdegang des Flachses" der Weberei Wilhelm Kübler & Co │ Stadtoldendorf │ 1959

Heimatmuseum Seelze

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Nachdem am 30. Januar 1933 die NSDAP zur Macht gelangt war, übernahm im Jahr 1938 Wilhelm Kübler die 1869 gegründete, nunmehr im Regime des Nationalsozialismus „arisierte“ A. J. Weberei Rothschild Söhne Stadtoldendorf.

 

Aus dem Arbeitsbuch Nr. 100 Ho/8235 nach dem NS-Gesetz vom 26. Februar 1935 (RG Bl. I S. 311)

© Historisches Museum Hellental

 

Drei der vier jüdischen Gesellschafter der Weberei wurden wegen angeblichem  „Devisenvergehen und Volksverratsverbrechen“ zu Zuchthausstrafen verurteilt und nach ihrer Haftverbüßung von der Geheimen Staatspolizei Braunschweig in das ab 1936 eingerichtete Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin verbracht ...

 

© Historisches Museum Hellental


Nach der nationalsozialistischen Zeit …

Dem Webereidirektor Kübler wurde anlässlich seines 25-jährigen Inhaber-Jubiläums von seinen kaufmännischen Angestellten eine Holztafel mit Szenen aus der Weberei überreicht.

Um 1965 waren „bei Kübler“ in Stadtoldendorf über 1.000 Mitarbeiter*innen beschäftigt – darunter auch etliche aus Hellental.

 

Sammelteller │ Porzellan Fürstenberg │ ~ 1970er Jahre │ Aufschrift Rückseite:

                Wilhelm Kübler + Co.

                Wie im Leinen – so im Leben – heißt es: Grob und Fein verweben

 

Schnellschützen - „fliegende Weberschiffchen“ │ ~ 1970er Jahre │ Spitze – Spulenbefestigung – Fadenauslässen - Fadenbremse │ Schütze mit langem Schussfaden zum Schusseintrag in einer Schützenwebmaschine

 

Baumwolltücher

  Musterstoffe der Weberei │ Herstellungszeit: ~ 1978-1981

 

Zuschneide-Scheren

Zackenschere der Weberei für den fransenfreien Zuschnitt von Stoffmustern, z.B. für Textilmessen

Stoffschere der Weberei zum allgemeinen Zuschneiden von Stoffen