W|G|D: Weberei Kübler+Co. │ Stadtoldendorf │ 1859-1982

Klaus A.E. Weber

 

 

Nachdem am 30. Januar 1933 die NSDAP zur Macht gelangt war, übernahm im Jahr 1938 Wilhelm Kübler die 1869 gegründete, nunmehr im Regime des Nationalsozialismus „arisierte“ Weberei Rothschild in Stadtoldendorf.

Drei der vier jüdischen Gesellschafter der Weberei wurden wegen angeblichem  „Devisenvergehen und Volksverratsverbrechen“ zu Zuchthausstrafen verurteilt und nach ihrer Haftverbüßung von der Geheimen Staatspolizei Braunschweig in das ab 1936 eingerichtete Konzentrationslager Sachsenhausen nahe Berlin verbracht.

Dem Webereidirektor Kübler wurde anlässlich seines 25-jährigen Inhaber-Jubiläums von seinen kaufmännischen Angestellten eine Holztafel mit Szenen aus der Weberei überreicht.

Um 1965 waren „bei Kübler“ in Stadtoldendorf über 1.000 Mitarbeiter*innen beschäftigt – darunter auch Mitarbeiter*innen aus Hellental.

 

Exponate:

  • Wandteller │ Porzellan Fürstenberg │ ~ 1970er Jahre │ Aufschrift Rückseite:

                Wilhelm Kübler + Co.

                Wie im Leinen – so im Leben – heißt es: Grob und Fein verweben

  • Schnellschützen - „fliegende Weberschiffchen“ │ ~ 1970er Jahre │ Spitze – Spulenbefestigung – Fadenauslässen - Fadenbremse │ Schütze mit langem Schussfaden zum Schusseintrag in einer Schützenwebmaschine

  • Baumwolltücher │ Musterstoffe der Weberei Kübler + Co. │ Herstellungszeit: ~ 1978-1981

  • Zuschneide-Scheren │ Zackenschere der „Weberei Kübler“ für den fransenfreien Zuschnitt von Stoffmustern, z.B. für Textilmessen │ Stoffschere der „Weberei Kübler“ zum allgemeinen Zuschneiden von Stoffen