Lüneburger Stülper │ Hellental │ um 1900

Klaus A.E. Weber

 

Traditioneller Strohbienenkorb vom Typ Lüneburger Stülper │ Hellental │ um 1900

Um Honig und Wachs zu gewinnen - wie auch zur Bestäubung der Obstbäume - wurde einst in der Kulturlandschaft des Hellentals die Korbimkerei in dörflicher Erwerbswirtschaft betrieben, wo 1894 bei 597 Einwohner*innen 11 Bienenstöcke bestehen.

Zur Bienenhaltung und -nutzung wurden für Schwärme der blütenstetigen Honigbiene (Apis mellifera) handgeflochtene Standkörbe aufgestellt - mit innen befestigten „Speilen“ (dünne, kreuzweise durchgesteckte Holzstäbe).

Ein zylindrischer Bienenkorb wurde vom Korbmacher in einem fortlaufenden Strohwulst aus handgeschnittenem Roggenstroh von der Korbkrone aus gebunden und mit frisch geschnittenen und gespalteten Weideruten vernäht.

Das bei dem hier ausgestellten Strohstülpkorb oben gelegene Flugloch ergab im Korbinneren drei Zonen

  • obere Zone: Brutraum │ mittlere Zone: Pollenraum │ untere Zone Honigraum.

Um die Bienenkörbe wetterfest abzudichten und um eine gute elastische Isolierung zu gewährleisten, wurde als Schutzmantel eine dünne Schicht aus Lehm oder Kuhdung angeputzt („Imkerkitt“).

 

Mobiles Holzrähmchen als Bienenwabe

Eine Bienenwabe ist eine vom Bienenschwarm mittels Bienenwachs errichtete Wabenstruktur aus sechseckigen Zellen.

Seit dem 19. Jahrhundert dient in der Bienenhaltung ein bewegliches Holzrähmchen als Wabe, die zur Honigernte zerstörungsfrei entnommen und wieder zugefügt werden kann.