Glas der bronzezeitlichen mykenischen Hochkultur

Klaus A.E. Weber

 

Seit der späten Bronzezeit ist Glas ein geschätztes Material und ein beliebter Werkstoff mit besonderen Eigenschaften.[1]

 

"Wehe dir, unseliges Myken!" [15]

Die >Mykenische Kultur< auf dem griechischen Festland gilt als die erste faßbare große griechische Hochkultur, welche sich in der Späten Bronzezeit auf der Halbinsel Peloponnes und in Mittelgriechenland mit einer fortgeschrittenen und komplexen Gesellschaft entfaltete und schließlich um 1100 v. Chr. kollabierte, wie auch andere ostmediterrane Königreiche.[14][17][18]

Die goldene Stadt von Mykene, Sitz Agamemnons, war zugleich Königspalast, Festung und Hauptstadt der antiken Region Argolis.

Dabei gilt die mykenische Palastzeit (Späthelladikum; 1420–1190/1180 v. Chr.) als die Blütezeit jener mykenischen Kultur, wie die neueren Ausgrabungsergebnisse  "MYCENAE" zeigen.


"Schatzhaus des Atreus" am Weg zur Akropolis von Mykene [12] │ März 2020

Monumentaler Dromos │ Gewaltige Steinblöcke bilden den Eingang zum unterirdischen Tholosgrab mit Kreiskuppel

SH III B; 1300 − 1220 v. Chr. [16]

 

„Pforte der Löwen“ («Πύλη των Λεόντων») │ März 2020

Stadttor von Mykene mit dem Weg zur Akropolis mit der Palastanlage (Megaron) und den "Kyklopenmauern" [16]

Im typischen mykenischen Entlastungsdreieck das "Löwentor" (nach Pausanias) mit minoischer Säule │ errichtet im 13. Jh. v. Chr. [2]


Gipsrelief des "Löwentors" in der Sonderausstellung "Mykene" │ Mai 2019

Im Entlastungsdreieck befindet sich das "Löwenrelief", die älteste Monumentalplastik Europas

Badisches Landesmuseum Schloss Karlsruhe

 

Spätmykenische Töpferkunst │ März 2020 *

Archäologisches Museum von Mykene

 

Über 400 Objekte [13] aus den wichtigsten Museen Griechenlands wurden in der großen Sonderausstellung „Mykene - Die sagenhafte Welt des Agamemnon“ vom 01. Dezember 2018 - 02. Juni 2019 im Badisches Landesmuseum Schloss Karlsruhe präsentiert.

 

Perlen und Kettenglieder aus verschiedenfarbigem Glas │ Mai 2019

Mykenischer Hals- oder Kopfschmuck │ um 1200 v. Chr.

  Badisches Landesmuseum Schloss Karlsruhe

 

Mykenischer Glasschmuck aus Kammergräbern

  • Halskette mit einer elliptischen, tonnenförmigen Perle aus blau-türkiser reiner Glaspaste [3]

  • Perlen – und Kettenglieder aus Glas │ um 1200 v. Chr.

  • Halskette mit schlichten, verschiedenfarbigen Perlen aus Glaspaste [4]

  • Halskette mit schlichten, verschiedenfarbigen Perlen aus Glaspaste [5]

  • Halskette/Diadem aus rechteckigen kleinen Plättchen (Typ B) aus transparenter blauer Glaspaste [6]

  • Diadem/Halskette aus sieben Glasplättchen mit reliefartiger Darstellung eines Männerkopfes [7]

  • Schmuckperle einer Halskette aus klarem Glas nit Blauschattierungen [8]

  • 2 Halsketten aus kleinen verzierten Plättchen aus Glaspaste [9]

  • Perle/Anhänger aus Glaspaste in Form eines ovalen Gefäßes mit blauen und weißen Verzierungen [10]

 

Vor den Mauern der Stadt Mykene gelegener Grabkreis A der Vorpalastzeit [18] │ März 2020

Sechs Schachtgräber als frühmykenische Bestattungsplätze der Eliten

 

 

Fotografien:

© Klaus A.E. Weber, Hellental

* © Wolfram Grohs, Holzminden

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[1] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 58-60.

[2] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 18, S. 270.

[3] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 160, Katalog Abb. 130, S. 302.

[4] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 125, S. 300.

[5] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 126, S. 300.

[6] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 129, S. 301.

[7] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 131, S. 302.

[8] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 205, S. 329.

[9] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 210, S. 330-331.

[10] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, Katalog Abb. 217, S. 333.

[11] MELLER 2008.

[12] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 199.

[13] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 265-363.

[14] ELEFTHERATOU 2017, S. 41.

[15] Iphigenie auf Tauris - Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe. Stuttgart 1970, S. 30.

[16] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 149-152.

[17] BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE 2018, S. 230-233.

[18] SCHLIEMANN 1878.