Das Barrique

Klaus A.E. Weber

 

Eichenfass im Weinbau & Barriere im Straßenkampf

Das Barrique

  • wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Bordelaiser Küfern als ein kleines, leicht bauchiges Weinfass aus Eichenholz kreiert - vorwiegend zum Ausbau hochwertiger Rotweine bzw. bis heute von rotem Bordeaux-Wein, wobei die Eichenart großen Einfluss auf die Reifung des Weines hat

  • wurde ursprünglich als ideales Ausbaubehältnis und als Maßeinheit für Rotweine des Weinbaugebietes Bordeaux angesehen, da es im Vergleich zu traditionellen Fasstypen wegen seiner geringeren Dimensionen eine größere Holzoberfläche in Bezug auf die enthaltene Flüssigkeitsmenge aufweist

  • bietet dem Wein somit einen stärkeren Holz- und Sauerstoffkontakt, wobei Gerbstoffe (Tannine) aus dem Holz in den Wein abgegeben werden, wodurch die im Barrique gereiften Weine ihr unverkennbares Bouquet erhalten

  • wird in der Regel bis zu drei Mal belegt und dann ausgemustert -  wie das ausgestellte Eichenfass

  • wurde im Weinbau zum häufigsten verwendeten französischen Maß von Eichenholzfässern mit einem Fassungsvermögen, das man 1866 auf 223,34 Liter festlegte

  • diente - mit Erde gefüllt - in der Julirevolution von 1830 als „Barriere“ in der Verteidigungs-strategie des Pariser Bürgertums gegen die Polizei des reaktionären französischen Königs Karl X. (Charles X Philippe, 1757-1836)

  • diente nach einem alten Kupferstich auch als Teil einer „Straßenbarriere“ beim Aufruhr am 18. September 1848 in Frankfurt am Main

 

Abbildung in der Frankfurter Rundschau vom 18. September 2018, Nr. 217, S. 30.