Glashütte "Bremer Wiese"

Klaus A.E. Weber

 

{HtGM 2-1}

280 m üNN

12./13. Jahrhundert │ um 1200


Lage:

Koordinaten der Fundstelle und eingemessene GPS-Daten sind beim Verfasser und bei der Kommunalarchäologie hinterlegt

  • Forstabteilung: 46 VII Merxhausen

  • Forstamt Neuhaus

  • DGK 5 Nr. 4123 – 35 Süßbornwiesen

nach STEPHAN [3]: 77 - um 1200

"In der Bremer Wiese 200 m oberhalb des Dorfes Hellental liegt auf Ackerland 30 m nördlich der Helle in 280 m NN ein früher Glashüttenstandort. Die Öfen sind völlig eingeebnet, der engere Arbeitsbereich (die Werkhalle?) zeichnet sich als ungefähr 45 mal 16 m große dunkle Verfärbung ab. Neben den üblichen ofentechnischen Relikten kommen Hafenscherben, Glastropfen, Fritte und Glasschmelze vor. Eine kleine Gießschale und auffallend kleine z. T. ungewöhnlich dünnwandige Häfen von nur 19 cm Höhe und 26 cm Durchmesser sowie gelbe und graue Irdenware sichern die Datierung um 1200."[3]

 

Fundstellen-Nummer:

  • HtGM 2-1

 

Datierung:

  • spätes 12. / frühes 13. Jahrhundert │ um 1200

 

Fundumstand:

  • Freilegung durch ackerbauliche Umnutzung im Jahr 2004
  • prospektiert

 

Ausdehnung:

  • engerer Arbeitsbereich (Werkhalle?) zeichnet sich als ca. 45 x 16 m große dunkle Verfärbung ab

 

Zustand:

  • zerstört/eingeebnet
  • wieder unter Wiese liegend

 

Befunde/Interpretation:

Mehr-Ofen-Anlage?

 

Funddokumentation

  • Von dieser mittelalterlichen Glashütte sind bislang keine Schriftquellen bekannt.
  • Finder: September 2004 Dr. Klaus A.E. Weber (Hellental) [4]
  •  kontrolliert am 14. Oktober 2004 durch Dr. Christian Leiber, Archäologische Denkmalpflege Landkreis Holzminden (Kreisarchäologie)

NLD – Archäologie FStK (27. März 2007)

Letzte Bearbeitung im NLD durch Wulf 03/2007:

1) Lage, Name: Am südöstl. Hangfuß des Kleinen Hellentaler Berges in der Bachniederung ca. 30 m nördl. der Helle bei ca. + 280 m N.N. (Wulf 03/2007)

2) Denkmalbeschreibung: Glashüttenplatz (Wulf 03/2007)

3) Entdeckung: FM: Chr. Leiber, Holzminden, FV: Ldkr. Holzminden (Wulf 03/2007)

4) Datierung: Mittelalterliche Glashütte (Wulf 03/2007)

7) Bewuchs/Nutzung: Grünland (Wulf 03/2007)

 

Zu den Fundumständen

  • Lage der mittelalterlichen Glashütte „Bremer Wiese“ auf einer Ackerfläche am südwestlichen Ortsausgang von Hellental/Solling (09/2006)
  • Bereich mit vormals extensiver landwirtschaftlicher Nutzung als Wiesengelände; nunmehr 2004 Freilegung durch ackerbauliche Umnutzung, zunächst als Kartoffelfeld.

Wie von älteren Bewohnern aus Hellental zu erfahren war, sei in früheren Generationen immer wieder von einer Glashütte auf dieser Flurstelle berichtet worden.

Auch seien in der Vergangenheit dort wie auch weiter südwestlich bereits öfter mit Glasschmelze überzogene Materialien („bunte Steine“) bei der Bewirtschaftung der hintereinander gereihten Flure gefunden worden, die allerdings weder dokumentiert noch archiviert wurden.

Standortnah zwischen dem Bachlauf der Helle und der Abbruchkante des Glashüttenareals führte der frühere Wirtschaftsweg durch das Hellental.

Es kann inzwischen auf Grund alter Erzählungen von Hellentaler Dorfbewohnern und insbesondere durch das neuerliche Auffinden von Glasproduktionsstreufunden bzw. technischer Keramik sowie von Scherben gelbtoniger und grauer Irdenware seit Oktober 2004 davon ausgegangen werden, dass ein weiterer Glashüttenstandort am südwestlichen Dorfausgang, zwischen dem Wiesenweg und dem Bachlauf der Helle auf der flachen „Bremer Wiese“ bestanden hat, der anhand der mehrfach geborgener Keramik archäologisch in das 12./13. Jahrhundert datiert werden kann.

Auch von dieser spätmittelalterlichen Glashütte sind bislang keine archivalischen Quellen bekannt.

Ende September 2004 wurde die HGV-Arbeitsgruppe Hellental über vermutete „Glasfunde“ informiert, die oberflächennah auf einem zum Kartoffelanbau neu angelegten Ackergelände von dessen Besitzer, dem Nebenerwerbslandwirt aus Hellental gefunden wurden.

Das Areal war zuvor über etwa 18 Jahre ausschließlich als Wiese extensiv landwirtschaftlich genutzt worden.

Das eingeebnete Gelände liegt etwa 190 m vom südwestlichen Dorfausgang (Friedhof) entfernt, zwischen dem westlichen Fahrweg („Wiesenweg“) und dem mit auffallend großen Buntsandsteinen gesäumten, flachen Bachbett der Helle (östlich), oberhalb einer deutlichen Geländeabbruchkante zur Helle hin.

Diese kleine Flur wird als „Bremer Wiese“ bezeichnet (nach dem Eigentümer der Ackerfläche); künftig soll daher der Glashüttenstandort vorläufig die arbeitstechnische Bezeichnung „Glashütte Bremer Wiese“ tragen.

Die daraufhin seit Anfang Oktober 2004 von Dr. Klaus A.E. Weber (Hellental) und Christel Schulz-Weber (Hellental) orientierend fortgeführten Geländeprospektionen erbrachten auf einem deutlich umschriebenen, sich von der Umgebung absetzend dunkel verfärbten, ovalförmigen Areal von ca. 45 x 16 m am östlichen Ackerrandstreifen einige Streufunde (kleine mit grüner Glasschmelze überzogene Materialreste, die u. a. als Bruchstücke von Häfen mit Glasschmelzresten gedeutet werden können; Vielzahl kleinerer verziegelter Lehmbruchstücke; hell- bis dunkelgrüne, blaue und rotbraun gefärbte Glastropfen; kleinere Holzkohlenstücke).[4]

Glashistorisch besonders spektakulär war 2005 – neben einem Fundcluster von kleinen grünen, rotbraunen und blauen Glasschmelztropfen – die Bergung zweier hellgrauer leicht verzogener, konischer Hafentonscherben.

Die größere Hafenscherbe bestand aus dem Standboden und schrägem Wandungsansatz mit Abschlusskante sowie korrosiven Vertiefungen mit erstarrtem bläulich-grünem Glasfluss; das zweite passgenaue Hafenfragment entsprach der konischen Wandung des Glashafens.

Der archäologisch rekonstruierte Durchmesser des kleinen mittelalterlichen Glasschmelzgefäßes beträgt ca. 20 cm.

Im September 2006 gelang in einer Restaurierungswerkstatt für Keramik [6] die fachgerechte Rekonstruktion des kleinen, leicht asymmetrisch verformten hellgrauen Glasschmelztiegels.

 

 

Auf der Waldglashütte „Bremer Wiese“ eingesetzter Glashafen (um 1200)

Zwei passgenaue Hafenfragmente [6]

Zeichnerische Rekonstruktion des Glashafens [2]

Bodenfund Oktober 2004

 

Zudem konnten bei mehreren Geländebegehungen zwischen 2004 und 2010 auch mehrere schwarze bis hin graue Glashafenfragmente gefunden werden.

Am 14. Oktober 2004 wurde schließlich das etwa 1.100 m² große Flurstück gemeinsam mit dem Kommunalarchäologen Dr. Christian Leiber (Archäologische Denkmalpflege, Landkreis Holzminden) bei einer Kontrollbegehung untersucht, wobei erneut zahlreiche Streufunde aufgesammelt wurden.

Für die zeitliche Einordnung des Glashüttenstandortes wesentliche hellgelbe und graue Keramikscherben konnten dabei erstmals gefunden werden (archäologische Datierung: 12./13. Jahrhundert, um 1200): Wandungsscherben und fast steinzeugartige Wandungsscherben.

Eine erneute Geländeprospektion am 23. Oktober 2004 erbrachte ein aus Hafenton geformtes, flachovales Ofenschalenfragment mit leicht hochgezogenem Rand (vermutlich angebracht neben einer Arbeitsöffnung an der Wandung eines Arbeitsofens).

Danach erfolgende Surveys erbrachten weitere Glasherstellungsfunde, zudem kleinere Holzkohlenreste, mehrere verziegelte Lehmbruchstücke und wenige Scherben von Gebrauchskeramik in dem umschriebenen, deutlich gegenüber der Umgebung dunkel verfärbten Flurbereich sowie auch darüber hinaus in östlicher Richtung mit abnehmender Funddichte (artifizielle Verfrachtungen durch landwirtschaftliche Veränderungen des Oberbodens (Pflügen, Eggen)).

Nach einer orientierenden Vorprospektion erfolgte am 18. September 2005 - ein Tag nach dem herbstlichen Pflügen des Ackergeländes - von Dr. Klaus A.E. Weber und Christel Schulz-Weber eine erneute intensive Prospektion des aktuell umgepflügten Oberbodens.

Dabei war ein durch die Pflugscharen aufgeworfener, farblich deutlich hellerer umschriebener Horizont parallel zur längs verlaufenden letzten östlichen Ackerfurche (ca. 35 m südsüdöstlich des Fahrweges, gegenüber der Geländekante zur Helle hin) im Oberboden besonders auffällig.

Dessen Vermessung ergab eine Länge von ca. 3,80 m in linearer Südwest-Nordost-Ausrichtung bei einer Breite von ca. 1,40 m und einer eindeutig abgrenzbaren Schichtdicke von ca. 0,20–0,25 m.

In dieser definierten, schichtweise systematisch sondierend abgetragenen Oberbodenschicht befand sich zum eine dunkelgrau bis schwarz verfärbte, auffällig dicht gepackte Vielzahl unterschiedlich großer verkohlter Holzreste, von ockerfarbenem und schwarzem Bodenmaterial und von reichlichem verziegeltem (rötlichem) Hüttenlehm.

Auffälligerweise waren in diesem gut abgrenzbaren Fundhorizont keine Hafen- oder andere Keramikscherben enthalten.

Zudem konnten in der näheren Umgebung dieser neuen Fundstelle unterschiedlich dicke Hafenscherben sowie ein größeres grau-schwarzes Hafenfragment, verglaste Steinfragmente sowie verschiedene Glastropfen gesichert werden.

Insgesamt kann anhand dieser neuen Fundsicherung im Oberboden angenommen werden, dass sich hier zumindest ein Teil der spätmittelalterlichen Glasofenanlage lokalisiert werden kann.

Eine weitere Prospektion des Hellentaler Ortsheimatpflegers am 24. Dezember 2005 ergab erneut zahlreiche Oberflächenfunde (Hafenfragmente, Glastropfen, verglaste Steinfragmente, Hüttenlehm, Keramikscherbe).

Die erste Frühjahrsprospektion am 02. April 2006 erbrachte als Besonderheit in Standortnähe einen Oberflächenfund, der von der Archäologischen Denkmalpflege vorläufig als mögliche kleinere Gießschale zur Herstellung von flachen Glasprodukten eingeordnet wurde.

Bei der orientierenden Prospektion vom 08. August 2010 am Standort der Ofenanlage in ca. 5–10 cm Bodentiefe, benachbart von zahlreichen verziegelten Lehmbröckchen, konnte ein gut erhaltener mittelalterlicher Spinnwirtel einer Handspindel freigelegt werden.

Ob am 16. und 23. Januar 2011 aus dem Oberboden des Hüttenplatzes geborgene flache, mit Lufteinschlüssen getrübte und verwitterte Grünglasfragmente mittelalterlich sind (Holzascheglas?) und der Produktion der mittelalterlichen Waldglashütte entstammen, wäre noch glasanalytisch zu klären.

 

Durch Ackerlandgewinnung entdeckter, mittelalterlicher Glashüttenstandort "Bremer Wiese"

richtungsweisende, dunkle Bodenverfärbung

September 2007

 

Der bei einem Grünlandumbruch zur Ackerlandgewinnung entdeckte, völlig eingeebnete Glashüttenplatz liegt südwestlich von Hellental in einer Bachniederung, oberhalb einer kleinen Terrassenkante der Helle.

Geländebegehungen erbrachten auf einer sich von der sonstigen Ackerfläche dunkel absetzenden Fläche – die als zentraler Werkbereich einer möglichen Dreiofen-Anlage angesprochen werden kann - eine Fundstreuung verschiedener Produktionsrelikte.

Diese umfassen neben zahlreichen Holzkohlestückchen und weißen Sandkonglomeraten als technische Keramik kleine mit grüner Glasschmelze überzogene Bruchstücke, unterschiedlich wandstarke graue Hafenfragmente, feuerverziegelten Lehm und brandgerötete Sollingsandsteine.

 

Fundmaterial

 

I Objektgruppe Glas


Verschiedenfarbige Glastropfen, Glasfäden und Glaskügelchen

Bislang konnten über 410 Glastropfen, Glasfäden und Glaskügelchen aufgelesen werden, die auf die Gewinnung hindeuten von 

  • grünem Glas

  • blauem Glas

  • rot-opakem Glas

  • keine Hohl- oder Flachglasscherben

 

Verschiedenfarbige Glastropfen, Glaskügelchen und Glasfäden vermutlich aus Holzascheglas

Waldglashütte "Bremer Wiese"

12./13. Jahrhundert (um 1200)

 

II Objektgruppe Keramik

 

▷ Technische Keramik

 

Glashafen

Bedeutsam war der Oberflächenfund zweier hellgrauer, konischer Hafenscherben als Beleg einer freihändig geformten Feuerfestkeramik in traditionell runder Form.

Die größere der beiden Hafenscherben bestand aus dem Standboden und schrägem Wandungsansatz mit Abschlusskante:

  • korrosive Vertiefungen mit erstarrtem bläulich-grünem Glasfluss

  • Höhe max.: 8,3 cm; Breite max.: 16,0 cm; Wandungsstärke: 2,7 – 3,1 cm; Bodenstärke: 0,6 – 1,5 cm)

Das zweite passgenaue Hafenfragment entsprach der glatten, konischen Wandung des Glashafens:

  • Höhe max.: 11,2 cm; Breite max.: 12,1 cm; Wandungsstärke: 1,4 – 2,5 cm

Dass der mittelalterliche Glashafen im Scherben grau ist, kann als ein möglicher Hinweis auf die Verwendung von Großalmeroder Hafenton interpretiert werden.[1]

 

Keramikrestauratorische Rekonstruktion

Im September 2006 gelang in einer Restaurierungswerkstatt für Keramik [6] die fachgerechte Rekonstruktion des hellgrauen Glasschmelztiegels.

Die keramikrestauratorische Rekonstruktion ergab einen kleinformatigen, leicht leicht asymmetrisch verformten, ungewöhnlich dünnwandigen Glashafen, dessen geschätztes Füllvolumen ca. 4 l beträgt, was vermutlich einer erschmolzenen Glasmasse von etwa 10 kg entsprechen dürfte.

  • Höhe: 19,0 – 19,5 cm │ Mündungsdurchmesser: 25,5 – 26,5 cm │ Fußdurchmesser: 18,00 cm

  • Standboden ⃒ Fußdurchmesser: 18,0 cm; Bodenstärke: 0,6 – 1,5 cm ⃒ mit korrosiven Vertiefungen, teilweise mit erstarrtem bläulich-grünem Glasfluss
  • konische Tiegelwand ⃒ Höhe: 19,0 – 19,5 cm; Wandungsstärke: 2,7 – 3,1 cm
  • Abschlusskante, asymmetrische Mündung ⃒ Mündungsdurchmesser: 25,5 – 26,5 cm

 

Rekonstruktion eines kleinen mittelalterlichen Glashafens [6]

Glasschmelzgefäß aus feuerfestem Hafenton mit hoher technischer Qualität (Großalmerode?)

Waldglashütte "Bremer Wiese"

12./13. Jahrhundert (um 1200)


 

Ofenschalenfragment

Der Bodenfund eines aus feuerfestem Hafenton handgeformten, hellgrauen, flachovalen Ofenschalenfragments mit Standboden mit Auflage und schrägem, leicht hochgezogenem Rand findet eine Entsprechung in einem Ofenschalenfund einer Glashütte des 12./13. Jahrhunderts im Hils (Archäologische Denkmalpflege).

Die Tonschale war vermutlich direkt vor einer rundbogigen Arbeitsöffnung an der Außenwand des Hauptschmelzofens angebracht.


Gießschale oder Probierhafen

Eine Begehung erbrachte ein hellgraues keramiktechnisches Fragment, das als kleine Gießschale oder als Probierhafen interpretiert werden kann.

Der Oberflächenfund wurde von der Archäologischen Denkmalpflege vorläufig als mögliche kleinere Gießschale zur Herstellung von flachen Glasprodukten eingeordnet:

  • hellgraues Fragment mit Standboden mit Auflage und schrägem, nach außen gebogenem Wandungsansatz

  • Höhe max.: 6,6 cm; Breite max.: 7,0 cm; Wandungsstärke: 1,8 cm; Bodenstärke: 2,2 cm

 

Hafen für Bleiglas

Bei dem kleinen eiförmigen Gefäßfragment, gefertigt aus rot gebranntem Ton mit dünnem weißlich-hellgrauem Überzug an der Außenwandung, handelt es sich vermutllich um einen Hafen für Bleiglas.

Ergänzend hierzu konnten mehrere Blei-Gussreste gefunden werden.

 

▷ Gebrauchskeramik

 

Rote, gelbe & graue Irdenware

Weitere Lesefunde zeigen stark zerscherbte unglasierte rote, gelbe und vor allem graue Irdenware, teils mit Randscherben (vermutlich kugelbauchige Keramikformen), die eine Datierung der Glashütte um 1200 erlauben (vergl. Kugeltöpfe spätes 12. Jh. bei [7]).

 

Mit Drehriefen verzierte, doppelkonische Spinnwirtel

Am Hüttenstandort konnten als Alltagsgegenstände ein dunkel- und ein hellgrauer, aus Ton auf einer Drehscheibe stufig abgedrehter Spinnwirtel (Irdenware mit Drehriefen) doppelkonischer Zweckform freigelegt werden (vergl. Spinnwirtel spätes 12. Jh. bei [5]).

  • Höhe: 1,6cm │ Durchmesser Wirtelkörper: 2,7 cm │ Durchmesser Bohrung: 0,7 cm

Die keramischen Bodenfunde bezeugen als Schwungmasse den Gebrauch frei hängend betriebener Handspindeln zur Garnherstellung resp. Fadenzwirnung auf der mittelalterlichen Glashütte, wo Frauen um vor Ort textiles Handwerk auszuüben.

Beide Einzelfunde können als Beleg dafür herangezogen werden, dass auch auf dem mittelalterlichen Hüttengelände Glasmacher gemeinsam mit ihren Familien in der Nähe der Ofenanlage gewohnt und gearbeitet haben.

 

III Objektgruppe Metall

  • -

 

 

Fotografien: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental  ⃒  Keramik Restaurierung Lüdtke, Bad Münder

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[1] STEPHAN 1995, S. 74.

[2] Zeichnung: Henri Henze, Archäologische Denkmalpflege Landkreis Holzminden.

[3] STEPHAN 2010, S. 526-527.

[4] WEBER 2011/2012, S. 8-17.

[5] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 257 Kat. 89.

[6] Keramik Restaurierung Lüdtke, Bad Münder am Deister.

[7] LVR-LANDESMUSEUM BONN 2017, S. 262-263 Kat. 100-105.