"Hellentaler №1" │ Weinbauprojekt seit 2018

Klaus A.E. Weber │ Ansgar Hoppe │ Hilko Linnemann

 

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Der kleine Hellentaler Weinberg

"Versuchsanbau" seit Mai 2018 │ Erster Wein September 2020


Nach zwei Jahren: Erste Weintrauben beim "Weinbau in Hellental" │ Anfang August 2020

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

Niedersachsen ist inzwischen auf dem Weg zum Weinbauland - und in Verden wurde Anfang November 2019 der "Verband Niedersächsischer Winzer" gründet.

Auf dem Weg zum nicht-gewerblichen "kleinen Weinbau" ist seit Mai 2018 in Südniedersachsen auch das Sollingdorf Hellental.

So werden in der Sonnenstube von Hellental in einer Höhenlage von 296 m üNN auf 250 m² zwei Rebsorten versuchsweise im Außenanbau „erzogen“:

Weinrebe ’Léon Millot

  • 1911 in Colmar im Elsass neu gezüchtete, besonders früh reifende, sehr robuste Rotweinsorte mit guter Pilzresistenz und Frosthärte │ Name von einem französischen Winzer und Baumschulgärtner

Weinrebe ‘Solaris

  • 1975 in Freiburg neu gezüchtete, sortengeschützte, sehr früh blühende, pilzwiderstandsfähige Weißweinsorte

 

Wandteller [1] nach einem Original-Kupferstich von ca. 1700 │ Christoph Weigel der Ältere (1654-1725)

Der Winzer

Die Zeit legt zu des Winzers Füssen

der Saftt-gefüllten Trauben Pracht:

und stolze Schönheit die heut lacht,

[wird morgen in die Kelter müssen

wo Schmerz und Tod die Kraft austreibet,

saß nur die leere Hülle bleibet. ]

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

"Hobbywinzer-Doktoren-Wein"

Am 02. Mai 2018 wurde vom Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins für Heinade-Hellental-Merxhausen e.V. in enger Kooperation mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Kulturlandschaft des Heimat- und Geschichtsvereins für Landkreis und Stadt Holzminden e.V. eine Arbeitsgruppe "Weinbau in Hellental" gegründet.

Im Dezember 2018 konnte mit der Gemeinde Heinade eine Vereinbarung zur Flächennutzung in Hellental abgeschlossen werden.

Das hieraus entwickelte ehrenamtliche Projekt von Dr. Ansgar Hoppe (Leitung), Dr. Hilko Linnemann und Dr. Klaus A.E. Weber (hmh) ist organisatorisch dem Historischen Museum Hellental [hmh zugeordnet.

Hierzu wurde ein kleiner Weinkeller im historischen Gewölbekeller des Museumshauses Sollinghaus eingerichtet und ausgestattet.

Am 27. März 2019 ließ die Gemeinde Heinade durch ihre beiden Gemeindearbeiter an der oben vorbeiführenden Straße mit dreijährigen Jungplanzen eine sommergrüne Hecke aus Hainbuchen anlegen.

 

Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Anders und Museumsleiter Dr. Klaus A.E. Weber

Hellentaler Weinberg │ Mai 2020

© [hmh, Fotos: Christel Schulz-Weber

 

Seinem persönlichen Wunsch folgend, pflanzte der Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf Wolfgang Anders am 22. Mai 2020 seine Weinrebe ’Léon Millot’ am kleinen Hellentaler Weinberg.

 

Bestand im Außenanbau


2020 - nach zwei Jahren Roséwein

Erstmals selbst erzeugter Wein - der "Hellentaler │ №1"

Die erste Traubenlese der "Doktor-Winzer" Ansgar Hoppe, Hilko Linnemann und Klaus Weber am Hellentaler Weinberg erfolgte am 26. September 2020.

Nach der Lese und Traubenselektion erfolgte das Maischen.

In einem Glasballon als Gärbehälter wurde die Traubenmaische zur Gärung gebracht.

 

"Hellentaler │ №1 │ 2020"

© [hmh, Foto: Klaus A.E. Weber

 

2021

19. Januar 2021

Abfüllen des Roséweins

Nach Abschluss der Vergärung im Januar 2021 konnten rund 5 Liter Roséwein gewonnen und am 19, Januar 2021 portioniert in 12 Glasflaschen und eine "Archiv-Flasche" abgefüllt werden als

Hellentaler │ №1 │ 2020

Gemischter Satz trocken │ ca. 13 Vol. % │ enthält Sulfite

 

’Léon Millot’ │ Traubenlese am 05. Oktober 2021

© Foto: Ansgar Hoppe

 

05. Oktober 2021

Ernte und Verarbeitung der ’Léon Millot’-Trauben

Die zweite Traubenlese erfolgte am 05. Oktober 2021, zunächst mit der Ernte der ’Léon Millot’-Trauben, die 97 Grad Oechsle aufwiesen.

Bisher durchgeführte Arbeitsschritte:

  • Gelesen wurden 5,6 kg sehr gesundes Traubengut der Rebsorte ’Léon Millot’

  • Das Lesegut wurde in gewaschen, entrappt und in einem Gäreimer manuell gemaischt sowie zur besseren Saftentwicklung mit 10 ml Antigel versetzt

 

 

Manuelles Maischen │ 05. Oktober 2021

© Foto: Ansgar Hoppe

 

  • Hinzufügen von 1,5 g Hefenährsalz zur Maische

  • Ansetzen eines Gärstarters mit Traubensaft (Merlot mit gleichem Zuckergehalt wie die Maische) mit der Hefe Bioferm Malic, einer Hefe, die die Äpfelsäure, die in der Léon Millot-Traube stärker vorhanden ist, um bis zu 50 % reduzieren soll

  • Die Säuremessung verlief aufgrund der starken Färbung des Saftes unbefriedigend, der Umschlagspunkt der Titrierlösung blieb vage, die Säure konnte mit Hilfe des Lackmus-Test in etwa auf ca. 7g/l bestimmt werden, sie liegt damit etwa im Rahmen

  • Hinzufügen des Gärstarters zur Maische, Aufsetzen des Gärspunds

  • Erste Schaumbildung noch am Abend des 05. Oktober erkennbar, deutliches Einsetzen der Gärung am Morgen des 06. Oktober

  • 2x tägliches Unterrühren des Tresterhutes (durch die Gärung gebildetes CO2 treibt die Schalen nach oben)

  • Abpressen der noch gärenden Maische am 08. Oktober und Überführung des Safts in einen 5 Liter-Glasballon, hier soll er zu Ende gären.

 

Abpressen der Traubenmaische │ 09. Oktober 2021

© Foto: Ansgar Hoppe

 

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[1] Hutschenreuther Wandteller │ Exclusiv für Pieroth.