Wandern im Hellental ⃒ Solling

Klaus A.E. Weber

 

Wandern durch eine abwechslungsreiche historische Kulturlandschaft im Solling -  Waldgebiet des Jahres 2013

Entdecken Sie im südniedersächsischen Solling das Hellental mit seiner besonderen Natur, Kultur und Historie - im "Alten Tal der Glasmacher".

In Verbindung mit dem Historischen Museum Hellental erwarten Sie spannende Orte zur regionalen Geschichte.

 

 

Das lang gestreckte, sanft ansteigende, abwechslungsreiche und faszinierende Hellental inmitten des Hochsollings zählt zu den schönsten offenen Wiesentälern im Herzen des schönen Weserberglandes.

Das über 38.000 Hektar große Waldgebiet des Sollings wurde als Waldgebiet des Jahres 2013 ausgezeichnet.

Seine Geschichte und Entwicklung wurde maßgeblich von der vielfältigen Sollingwaldnutzung und deren wechselvollen Geschichte geprägt – vom Mittelalter bis in unsere Zeit des beginnenden 21. Jahrhunderts.

 

Unterwegs im auch geologisch imposanten Hellental

Das Mittelgebirge Solling besteht größtenteils aus relativ gleichmäßig aufgewölbten Schichten aus Buntsandstein.

Dem hingegen im Hellental auch Muschelkalk hervor.

Im dem die Erdneuzeit einläutenden Tertiär brach in der mächtigen weitgespannten ovalen Sedimenttafel aus Mittlerem Buntsandstein des Solling-Gewölbes der langgesteckte Scheitelgraben - Meinbrexen│Derental│Neuhaus│Silberborn│Hellental│Merxhausen - bei einer tektonischen Anhebung ein.

Im Hellental ist noch heute stellenweise gut erkennbar, dass geologisch jenen mit als Grabenfüllung eingebrochenen, das Buntsandsteingewölbe zuvor flächenhaft bedeckenden triassischen Muschelkalküberlagerungen und tertiären Ablagerungen von der nachfolgenden jungtertiären Verwitterung und Abtragung weitgehend verschont blieben.

Dabei deutlicht die muldenförmig in den umgebenden Mittleren Buntsandstein eingebrochene Grabenfüllung aus Unterem Muschelkalk (Wellenkalk), dass der Grabenbruch noch vor einer vollständigen Abtragung des Muschelkalkes erfolgte und somit das Hellental kein selbstgeschaffenes Tal des noch heute durchfließenden, prägenden Helle-Baches sein kann.

Im Hellental imponieren vornehmlich am Südwesthang noch ausgeprägte Reste des Unteren Muschelkalks mit steilhängigen Muschelkalkböden.

Unterhalb des geografisch im Hochsolling kaum wahrnehmbaren Großen Ahrensberges (525 m), der höchsten Erhebung im Landkreis Holzminden, liegt am Südwesthang eine etwa 1,1 km große, langgestreckte Muschelkalkbank, welche als Muschelkalk-Aufschluss imponiert und zugleich als Sporn ausgeformt ist, etwa 3,2 km vom Dorf Hellental entfernt.

Um nun durch eines der schönstens Wiesentäler im Naturpark Solling-Vogler zu wandern und seine kulturgeschichtliche Entwicklung zu entdecken, können Sie zwei unterschiedliche Routen wählen:

 

▷  Über die LRR Wiesental/Hellental und den Hellentaler Graslandpfad kann man entlang der Helle durch sanft hügeliges Grünland und Waldgebiet bis zu den Silberborner Bergwiesen am Naturschutzgebiet Mecklenbruch wandern (LRR Hochmoor).

Von dort aus führt ein Weg über den Moorstieg zurück nach Hellental.

Route Hochsolling 2: Länge ca. 17 km - Dauer: ca. 5 Stunden

 

 

▷  Der insgesamt 225 Kilometer lange Weserbergland-Weg "XW" (13 Etappen)  trägt das Siegel "Qualitätsweg" nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes.

Der zertifizierte Qualitätswanderweg ist in regelmäßigem Abstand mit einem gut sichtbaren grün-blauen Routenlogo ("XW") markiert.

Die vorgeschlagene 6. Etappe führt vom Hochsolling mit dem Moorgebiet Mecklenbruch durch das Hellental zu dem gleichnamigen Sollingbergdorf, einstiger Glasmacherort und späteres Landhandwerker- und Waldarbeiterdorf.

Über Merxhausen und Heinade führt der XW-Wanderweg zum imposanten Holzberg am nördlichen Sollingrand.

 

 

 

Fotografien:

Bild oben: Wolfgang Wagner, Holzminden

Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental