Der Graslandpfad im Hellental - Offenes Grünland im Solling

Länge: ca. 2,5 km   │   Dauer ca. 45-60 Minuten

 

Das "wanderbare" Hellental im Herzen des Weserberglandes

Das abwechslungsreiche und faszinierende, lang gestreckte, sanft ansteigende Hellental liegt inmitten des nördlichen Sollings.

Das Grünland zählt zu den schönsten offenen Wiesentälern des Weser-Leineberglandes mit abwechslungsreichem Einblick in die Vielfalt unterschiedlicher Wiesen - gelegen im Landschaftsschutzgebiet Naturpark Solling-Vogler.

1990 wurde das Hellental es in seinem südwestlichen Abschnitt als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Die ästhetisch ansprechende Landschaft des offenen Sollingtals ist ein reizvolles, von harter menschlicher Arbeit geprägtes Grünlandtal.

In ihm konnte eine beachtliche Biodiversität von Gefäßpflanzen, Moosen, Flechten und Pilzen nachgewiesen werden.

Besonders seltene oder lokal interessante Arten unterstreichen die hervorgehobene Bedeutung des Hellentals für den Pflanzen- und Tierartenschutz.

Markante Schattbäume, Sträucher, Hecken, Streuobstwiesen und noch erhaltene Ackerterassen sowie Relikte alter Flachsrotten runden das typische kulturhistorische Landschaftsbild eines extensiv bewirtschafteten Dauergrünlandes harmonisch ab.

Die vielfach in und um den Glasmacherort Hellental vorhandenen Trockenmauern sind eines der besonderen Elemente der historischen Kulturlandschaft des nördlichen Sollings.

Die an den östlichen Wiesenhängen erkennbaren Spuren linienförmiger Zuleitungsgräben ("Fleuegräben") eines früheren Wiesenbewässerungssystems – zum regulären „Fleuen” wasser- und nährstoffarmer Hangwiesen – sind ein gewässerhistorisch wie kulturlandschaftlich bedeutsames Flächenrelikt in Südniedersachsen.

Auch haben im Hellental einst zahlreiche Kohlenmeiler mit Köhlerhütten gestanden.

Ehemalige Standorte des Holzkohle produzierenden Köhlergewerbes können auf eingeebneten Wiesenflächen im gesamten Talverlauf ausgemacht werden.

Das die Landschaft des Hellentals prägende Fließgewässer ist die teilweise noch naturraumtypische Helle.

Einem Quellgebiet im Hochmoor Mecklenbruch entspringend, durchfließt sie als klarer, schnell fließender Mittelgebirgsbach das lang gestreckte Muldental, teils oberirdisch, teils über Bachschwinden unsichtbar in unterirdischen Karstwasserleitern.

Abhängig vom Niederschlag wird die Helle zudem von zahlreichen Hangquellen gespeist („Tal der 200 Quellen“).

An die geradlinig imponierende Achse des Hellentals legt sich die den Solling querende Grenze des alten braunschweigischen Landes exakt an.

Somit ist der Naturraum des „Hellentaler Grabens” auch beispielhaft dafür, wie seit dem frühen Mittelalter im südniedersächsischen mittelgebirgigen Bergland ausgeprägte natürliche, landschaftliche Kammerungen die Linienführung von politischen Grenzverläufen beeinflussten.

Im späten Mittelalter folgten dem „Hellentaler Graben“ Territorialgrenzen zwischen dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, Hochstift Hildesheim und Fürstentum Calenberg, später Kurfürstentum/Königreich Hannover.

Durch den natürlich vorgegebenen Tiefenverlauf des Helle-Baches hat sich seit historischer Zeit ein beachtenswerter Grenzverlauf manifestieren können.

Gau-, Diözesen- und wechselnde Landesgrenzen haben sich an die topographischen Gegebenheiten der Landschaft des Hellentals gehalten.

Noch heute sind zahlreiche der um 1901 gesetzten steinernen Herrschaftszeichen (Grenzsteine) des historischen Grenzverlaufes im Talgrund entlang der Helle – im Dorf noch heute „Die Grenze“ genannt - bis zu ihren südlichen Quellgebieten vorhanden (Diözesan-, Forst-, Amts- und Landesgrenzen).

Bis zum 31. Dezember 2005 verlief entlang dieser Linie die Grenze zwischen den beiden Regierungsbezirken Hannover und Braunschweig; noch heute werden durch sie die Landkreise Holzminden und Northeim voneinander getrennt.

 

Lebensraumroute (LRR) Wiesental - Hellental

Länge: ca. 6,8 bzw. 5,8 km │ Dauer ca. 2 bzw. 1,5 Stunden

Die Route führt im Natuschutzgebiet Hellental entlang des Helle-Baches durch eines der schönsten Wiesentäler im Naturpark Solling-Vogler.

Spuren der kulturgeschichtlichen Entwicklung des Tales können reichlich entdecken werden.

So gibt es Standorte ehemaliger Waldglashütten und Fleuegräben, die sich gut erkennbar durch die Wiesenhänge ziehen.

Historische Grenzsteine erinnern an die ehemals braunschweigisch-hannoversch-preußische Grenzlage.

Aus einem Mosaik aus Wiesen und Weiden bestehend ist das Grünlandtal ein wertvoller Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten des Sollings.

Um durch eines der schönstens Wiesentäler im Naturpark Solling-Vogler zu wandern, können Sie zwei unterschiedliche Routen wählen.

Über die LLR Hellental und den Graslandpfad Hellental kann man entlang der Helle durch sanft hügeliges Grünland und Waldgebiet bis zu den Silberborner Bergwiesen am Naturschutzgebiet Mecklenbruch wandern.

Von dort aus führt ein Weg über den Moorstieg zurück nach Hellental.

Route Hochsolling 2: Länge ca. 17 km - Dauer: ca. 5 Stunden

 

Literaturempfehlung

Wandern mit Löns - Das romatische Tal der Helle. In: BLIESCHIES, HANNES: Im schönsten Wiesengrunde. Quellen, Bäche und Täler im Solling. Holzminden 2013, S. 8-17.

 

 

Graslandpfad im Hellental - Einzigartiges Natur- & Kulturerlebnis im Solling

Wie der Naturpark Solling-Vogler ausführt, kann - geologisch betrachtet - das Hellental als "ein absolutes Highlight im Naturpark Solling-Vogler" bezeichnet werden.

Gemeinsam im Verbund mit den beiden Hellentaler Museen Museum im Backhaus│Hellental und Museum im Sollinghaus│Hellental vermittelt der einzigartige Natur- und Kulturerlebnispfad die natürlichen und kulturhistorischen Besonderheiten des Hellentals im Solling/Weserbergland.

 

 

Der Graslandpfad wie auch das gesamte Hellental im Solling - dem Waldgebiet 2013 - sind zu jeder Jahreszeit für alle Altersgruppen ein ungewöhnliches Natur- und Kulturerlebnis.

Über den Graslandpfad und die LebensRaumRoute Hellental kann man entlang der Helle durch sanft hügeliges Grünland und Waldgebiet bis zu den Silberborner Bergwiesen am Naturschutzgebiet Mecklenbruch wandern.

Von dort aus führt ein Weg über den Moorstieg zurück nach Hellental.

Route Hochsolling 2: Länge ca. 17 km - Dauer: ca. 5 Stunden


Der im Juni 2010 als Naturerlebnispfad konzipierte "Graslandpfad" macht die natürlichen und kulturhistorischen Besonderheiten des Hellentals als Lernort im Nordostsolling für Besucher und Wanderer erfahrbar - als besonderes Natur- und kulturhistorisches Angebot im Weserbergland und landschaftlich-naturräumlicher Lernort in Kombination mit den Themenräumen des Museums im Backhaus│Hellental und des Museums im Sollinghaus│Hellental.

Das große "Eingangsportal" zum Hellentaler Graslandpfad befindet sich in unmittelbarer Nähe zum LandHotel Lönskrug.

 



Besonders Familien und Kinder ansprechend führt der Naturerlebnispfad durch das malerische Sollingtal.

Über 12 (Mitmach-)Stationen vermitteln nicht nur Wissen über die Entstehung, Nutzung und die Artenvielfalt des idyllisch gelegenen Grünlandes und der besonderen Kulturlandschaft, sondern laden auch zur sinnlichen Wahrnehmung und zur Bewegung in der Natur ein.

 



Entlang des Rundweges können Besucher und Wanderer anhand von Informationstafeln und aktiver Informationsvermittlung die verschiedenen Grünlandtypen und deren Bewohner kennenlernen.

Zudem erfolgen Hinweise zu den vielfältigen kulturhistorischen Landschaftselementen in dem abgelegenen Sollingtal.

Am Wegesrand laden attraktive Ruheplätze zum Verweilen ein, sodass der etwa einstündige Rundweg mit genussvollen Ruhepausen zum kurzweiligen Natur- und Kulturvergnügen wird.

 


Eröffnung des Hellentaler Graslandpfades im Juni 2011

 

Am 17. Juni 2011 wurde in Hellental vom damaligen niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander und dem ehemaligen Landrat Walter Waske der in Niedersachsen bislang einmalige "Graslandpfad im Hellental" feierlich eröffnet

- im Beisein von Gerhard Ross, stellvertr. Gemeindebürgermeister Heinade, Bernd Wengel, Leiter KVHS Holzminden, Dr. Klaus A.E. Weber, Ortsheimatpfleger Hellental und Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins für Heinade-Hellental-Merxhausen e.V. und Thomas Meyer, Vorsitzender des Solling- und Verkehrsvereins Hellental.

Der Graslandpfad wurde 2010 vom Landkreis Holzminden/Naturschutz in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Holzminden, dem Naturpark Solling-Vogler in Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Hellentaler Ortsheimatpfleger Dr. Klaus A.E. Weber konzipiert und eingerichtet.


 

Text: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental

Fotografien: Wolfgang Wagner, Holzminden; Christel-Schulz-Weber, Hellental