Glashütte "Zur Steinbeke" im Hellental

Klaus A.E. Weber

 

1. Hälfte 18. Jahrhundert - Eine rund drei Jahrzehnte lang ortsfest betriebene Glashütte

 

{HtGN 1-1} 281 m üNN

Lage:

  • um 1745: "Zweiter Haupt-Theil" │ Forstabteilung III│22

  • NStAWb Forstkarte 92 Neu F Nr. 501 Hellental

  • S 40 nach BLOSS [23][24] – Grünglashütte zur Steinbeke im Hellenthal (1717-1744)

  • DGK 5 Nr. 4123 - 29 Hellental

Fundstellen-Nummer:
  • HtGN 1-1

Datierung:

  • um 1715/1717 - um 1743/1745

nach STEPHAN [22]: 83 

"An der Mündung der Steinbeke in die Helle liegt im Ortskern von Hellental die zwischenzeitlich völlig verschwundene, weil in den Bauten nach Schorborn dislozierte, und weitgehend wohl auch im Boden zerstörte letzte Waldglashütte des Hellentales in 281 m NN. Die Grünglashütte wurde 1717 eingerichtet und bestand bis 1743."[22]

Fundumstand:

  • prospektiert

Ausdehnung:

  • Das Betriebsgelände erstreckte sich vermutlich über ein ca. 2.000 m² großes Gelände in der Forstabteilung III│22

  • ca. 900 m² großes plateauähnliches Areal (Ofenanlagen?)

Zustand:

  • zerstört/eingeebnet 

Befunde/Interpretation:

  • Mehr-Ofen-Anlage

 

Standort der neuzeitlichen Glashütte "Zur Steinbeke" im Hellental

Forschungsstand: 2018-12-09-22 (WEBER)


Der nahe Merxhausen entstandenen privaten „Steinbecker Glashütte im Hellenthale “ kommt insofern eine regionale glashistorische Bedeutung zu, als sie die Phase des produktionstechnischen Übergangs von der mittelalterlich, traditionell handwerklich geprägten Waldglashüttenzeit zur frühindustriellen Produktionsweise in Glasmanufakturen mit dauerhafter Hüttenansiedlung unter herzoglicher Verwaltung während des 18. Jahrhunderts markiert.[24]

Nach TACKE sei die „im Hellental am Steinbek“ angelegte Hohlglashütte die letzte „fliegende Glashütte unseres Gebietes“ gewesen.[13]

 

Erzählung zur Siedlungsgeschichte

So ähnlich könnte die Siedlungsgeschichte des späteren Sollingbergdorfes Hellental dereinst begonnen haben:[19]

"Wir befinden uns im Frühjahr des Jahres 1717 als aus einem weit abgelegenen Tal im nördlichen Sollingwald im Licht der aufgehenden Sonne eine dichte, weißgraue Rauchwolke empor steigt, just an der Stelle, wo heute das kleine Dorf Hellental liegt (das aber zu dieser Zeit noch nicht bestand).

Die Ursache für die plötzlich aufsteigende Rauchwolke aus verfeuertem Buchenholz war eine andere:

Der 41jährige, mecklenburgische Glasmachermeister Jobst Henrich Gundelach hatte gerade mit seinem Vizemeister Johann Jobst Wentzel und den Hüttenleuten den ersten großen Glasschmelzofen in einem windgeschützten Seitental an der Steinbeke in Betrieb genommen.

„Meister“ Gundelach war ein Jahr zuvor vom Braunschweiger Herzog Ferdinand Albrecht II. erlaubt worden, im wald- und wasserreichen Solling Glaswaren herzustellen …

Die ersten schlichten Laborantenhütten waren inzwischen aus dem örtlich reichlich vorkommenden Buchenholz für die Glashüttenarbeiter und ihre Familien errichtet worden.

Es herrschte in jenen warmen Frühlingstagen ein geschäftiges Treiben an der Steinbeke, um die ersten produktionsbereiten Glasöfen auf den zuvor eingeebneten Flächen am Fuße des Seitentals zu beschicken.

Zwei wasserreiche Bäche, der eine einer kräftig schüttenden Quelle am Berghang entspringend und rasch der Feldmark im Talgrund zufließend, der andere aus dem nahen Berggelände kommend, versorgten die Zugewanderten mit frischem Trinkwasser und die Hüttenanlage mit dem benötigten Betriebswasser, ergänzt vom Wasser einer weiteren Quelle am nahen Talhang.

Alle Neuankömmlinge waren sehr darauf gespannt, was ihnen die neue Heimat im abgelegenen Waldwinkel des Sollingtales bringen würde.

Zahlreiche Fragen kreisten noch um das Hüttenschicksal, obwohl „Meister“ Gundelach nur allzu gut von seinen Vorfahren wusste, dass bereits seit vielen Jahrhunderten immer wieder Glashütten im Hellental erfolgreich betrieben wurden.

Würde jetzt die erste Glasschmelze, deren Gemengebestandteile aus neuen Herkunftsorten stammten, die vom fernen Mecklenburg gewohnte gute Glasqualität ergeben?

Für welchen Zeitraum werden die ortsständigen Ressourcen reichen?

Werden genügend Glaswaren bestellt werden?

Wie wird der Transport der Glasprodukte zu bewerkstelligen sein?

Werden genügend Zuarbeiter aus den umliegenden Bauerndörfern zur Verfügung stehen? …"

 

"Hölthal Glas Hütte" in der Merxhäuser-Forst - Forstabteilung III │ 22

Kartografisch erfasst im Jahr 1745 [21]

 

Glashütte des produktionstechnischen Übergangs zur fürstlich-merkantilistischen Glasmanufaktur

Der „Steinbeker Glashütte“ [3] kommt insofern eine regionale glashistorische Bedeutung zu, als sie die Phase des produktionstechnischen Übergangs von der mittelalterlich, traditionell handwerklich geprägten, saisonalen Waldglashüttenzeit zur frühindustriellen technischen Produktionsweise in stationären fürstlichen Glasmanufakturen mit dauerhafter Hüttenansiedlung unter herzoglicher Verwaltung während des 18. Jahrhunderts markiert - ganz im Geiste des vorherrschenden Merkantilismus [20].

Dadurch wurden einst im Solling über Jahrhunderte dominierenden Wander- und Waldglashütten durch ortsansässige (stationäre) und zudem spezialisierte Glasmanufakturen abgelöst.

 

Kartenausschnitt aus dem „Abriss der Forstorte zwischen Holzminden und dem Hellental“ [1]

rot umrissenes Areal der „Alten Glase Hütte“ in der Forstabteilung III│22

 

Gründung der Glashütte "in Steinbeke an der Helle" durch eingewanderte Mecklenburger Glasmacherfamilien

Aus dem "Mecklenburgischen" - im 17./18. Jahrhundert zu den bedeutendsten deutschen Glashüttenstandorten zählend [9] - eingewanderte, teils ursprüpnglich hessische Glasmacherfamilien

  • Gundelach

  • Hesse

  • Jacephe

  • Kamelin (Gamelin)

  • Kauffel(t) (Kauffeld, Kaufhold)

  • Runge

  • Schlieker

  • Wen(t)zel

  • Zitz (Seitz)

errichteten zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der staatlichen „Merxhäuser Forst“ die Bauwerke zur Gründung der letzten Glashüttenanlage im Hellental.

Vor dem Hintergrund der Gebrauchsglasherstellung in ihrer Heimat dürften auch die Glaswaren der eingewanderten mecklenburgischen Glasmacher, die ihre bewährten Rezepturen und Glasformen mitbrachten, in der Steinbeker Glashütte zumindest anfangs maßgeblich von schlichtem und unverziertem grünen und braunen Gebrauchsglas geprägt gewesen sein.

Die bislang früheste urkundlich fassbare Erwähnung und sozialräumliche Erfassung der Glashütte als "uff der Steinbeker Glashütten" ist dem Taufeintrag im Kirchenbuch Heinade vom 06. Juni 1717 zu entnehmen.

Vieles deutet darauf hin, dass "Herr" Jobst Henrich Gundelach die Glashütte als erfahrener Hüttenmeister und Kaufmann in hoch geachteter sozialer Stellung führte - mit unternehmerischen Kontakten zur Kirche.

Im Februar 1719 heiratete Gundelach in der evangelischen Kirche zu Holzminden Elisabeth Juliana Sophia Behm [1696 - um 1755/1756], älteste Tochter aus der ersten Ehe von Christian Heinrich Behm [1662-1740] und Johanna Dorothea Behrens [1676-1708].

In unmittelbarer Nähe zum Werkbereich der Glashütte soll Jobst Henrich Gundelach sein ansehnliches Meister-Wohnhaus errichtet haben. 

Wohl zu Beginn der 1730er Jahre verließ Jobst Henrich Gundelach mit seiner Familie - aus bislang ungeklärten Gründen - die „Steinbeker Glashütte“ im Solling.

1735 wurde Jobst Henrich Gundelach von Herzog Ferdinand Albrecht II. (1680-1735) zum herzoglichen Amtmann in Lichtenberg (bei Salzgitter) ernannt.

Zugleich war Gundelach auch Pächter der Domäne zu Lichtenberg, wo er 1740 verstarb. 

Am ehesten holzwirtschaftlich bedingt, wurde um 1744 - nach fast 30 Jahre währendem Betrieb - die ortsfeste Glashütte für immer stillgelegt.

Im Jahr 1743 - als der herzogliche Kammerrat Thomas Ziesich (1686-1761) aus Braunschweig als "Ober Glaß Hütten Inspector" auch für fiskalische Hüttengründungen im Braunschweiger Teil des Sollings zuständig war - erwarb der Braunschweiger Staat für den Kaufpreis von 1.500 Taler Anlageteile der Waldglashütte und verlegte sie an den "Schorbornsteich" im Nordsolling zur merkantilistischen Hüttengründung.

Hier wurde 1744 durch Herzog Carl I. die „Fürstlich-Braunschweigisch-Lüneburgische Hohl- und Tafelglashütte“ in Schorborn als Weißglashütte errichtet.

Zunächst unter fürstlicher Administration stehend produzierte die ortsfeste Glasmanufaktur am Schorborn (1744-1842) überregional bedeutendes Feinglas im Braunschweiger Solling.

 

Das Hellental war in jener Zeit ein eher unwegsames, an seinen Rändern mit dichtem Rotbuchenwald überzogenes, kühles und nebliges Talgebiet im nördlichen Solling, ohne tiefgründige Böden.

Mecklenburgischen Einwanderern blieb es vorbehalten, dort im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts - um 1715/1717 - eine Glashütte zur Hohl- und möglicherweise auch Flachglasproduktion mit fester Werkssiedlung für "Laboranten" und ihre Familien "in Steinbeke an der Helle" zu errichten.[1]

Es entwickelte sich über rund drei Jahrzehnte eine größere, manufakturähnliche Glashütte mit Sonderstellung.[2]

Bei dieser neuzeitlichen Glashütte im Solling handelt es allerdings nicht um eine braunschweigische Staatsmanufaktur.[3]

Nach TACKE [13] sei die von Gundelach „im Hellental am Steinbek“ angelegte Hohlglashütte die letzte „fliegende Glashütte unseres Gebietes“ gewesen.[5]

Bislang bleibt auf Grund fehlender Quellenlage die Kernfrage unbeantwortet, was die Glasmacher zu Beginn des 18. Jahrhunderts bewegte, mit einem großen Glasmachertreck aus dem „Mecklenburgischen“ auf beschwerlichem Wege in das über 200 km Luftlinie entfernte Hellental im Herzogtum Braunschweig für immer auszuwandern.

Es darf bei der Ortswahl zur Hüttengründung davon ausgegangen werden, dass sie bei ihrer Entscheidung über gute Lokalkenntnisse verfügten, wobei ihnen einerseits geografisch das weiträumige Hellental im nördlichen Solling genauso bekannt war, wie andererseits dessen offenbar besonders günstigen Rahmenbedingungen und Naturressourcen zur langjährig profitablen Glasproduktion.

Ohnehin war der einträgliche Glashandel in jener Zeit bereits überregional und supranational organisiert.

Für den ausreichend großen Werkbereich und den damit zugleich verbundenen Wohnbereich für eine größere Glashüttenbelegschaft, einschließlich der Familien, die nunmehr in einfachen Hütten im Produktionsnahbereich lebten, war zur Glashüttengründung das trichterförmige westliche Seitental des nordöstlichen Hellentals eine günstige naturräumliche Gegebenheit, von der offenbar die Glasmacher ausreichend Kenntnis hatten.

Am steilen Berghang des westlichen Seitentales entsprang die noch heute kräftig schüttende Bergquelle, von wo aus ein über Steine abfließender Bach, die "Beeke", fast geradlinig in die Merxhausener Feldmark im Talgrund floss.

 

Name der Glashütte Zur Steinbeke

Nach BLOSS brachten die mecklenburgischen Hüttengründer zugleich auch den Namen "Steinbeker Hütte" für ihren Produktionsstandort im unteren Hellental aufgebracht haben.[11][13]

Im Heinader Kirchenbuch sowie auch an anderen Stellen wird die Hellentaler Glashütte mit verschiedenen Namen geführt, wie

  • "Glasehütte bei Merxhausen"

  • "auf der Glasehütte"

  • "Steinbeker Hütte""

  • "Steinbeker Glashütten"

  • "zu Steinbeck"

  • "Steinbeke"

  • "zur alten Hütte"

  • "im Hellenthal am Steinbek"

  • "zu Hellenthal"

  • "Hölthal Glas Hütte"

  • "Hell Thal Glashütte"

  • "Gundelachsen Hütten im Sölling"

Nach BLOSS verzeichnet das Kirchenbuch Deensen 1726 "Steinbeker Glashütte", dann 1727 "zu Hellenthal".[24]

In der vorliegenden Textabfassung wird die Hellentaler Glashütte als > Glashütte Zur Steinbeke < bezeichnet.

 

Vergleich mit der „grünen“ Hütte "unterm Renneberg bey Holtensen" am Ith

Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam es zu einem deutlich veränderten, technologisch weiterentwickelten Glashüttenwesen, indem ökonomisch auf einen größeren Glaswarenabsatz orientierte, ortsfeste Manufakturen errichtet wurden.[4]

Die Frage, wie die im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts – während der Entwicklungsphase ortsfester Manufakturen - errichtete Glashütte Zur Steinbeke wohl ausgesehen haben mag und welchen baulichen wie ofentechnologischen Bestand sie während ihrer rund drei Jahrzehnte währenden Produktionsphase aufwies, lässt sich bei bislang fehlenden archivalischen Quellen nicht hinreichend beantworten.

Darum kann hilfsweise nur auf archäologisch wie historische Vergleiche zurückgegriffen werden, wie auf die in der Fürstlichen Braunschweigischen Hüttenverwaltung unterstehenden fürstlichen Glasmanufakturen, die etwa zeitgleich unter Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel errichtet wurden.

Insbesondere die Glasmanufaktur "zu Holtensen" (Holzen) oder "zu Holtensen auf der Hütte" am Renneberg, die von 1744-1768 als ortsfeste Grünglashütte bestand, kann hierbei modellhaft für die zuvor bestehende Glashütte Zur Steinbeke im Hellental herangezogen werden.

Der aus dem Jahr 1802 vorliegende „Grundriss von der Holzener Hütte“ zeigt, neben dem Hüttenplatz, die „Laborantenhäuser“ (Glasmacherhäuser) und die dazu gehörigen Gärten.

Die "Designatio/Inventario" (Bestandsverzeichnis) der Glashütte von 1769 weist ein Wohnhaus des Verwalters, die „alte Hütte“ mit zur Hütte gehörigen zwei Glaskammern, Laborantenhäuser, ein Stallgebäude und Hüttengärten aus.[6]

Glücklicherweise konnte hier 2001 eine archäologische Untersuchung der Denkmalpflege des Landkreises Holzminden eingeleitet werden, die Mauerzüge eines großen, zentralen Arbeitsofens und den Unterbau eines kleinen Nebenofens mit Feuerungsraum freilegen konnte.[7]

 

Text & Abbildungen: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental

 


Literatur

WEBER, KLAUS A.E.: Waldglashütten in den Solling-Forsten des Hellentals. Beiträge zur Glashüttengeschichte im Solling vom 12./13. bis 18. Jahrhundert. Teil IV. Glashütten der Frühen Neuzeit im Umfeld des Hellentals - 1. Hälfte 18. Jahrhundert. Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 4/2012, S. 15-24.

STEPHAN, HANS-GEORG: Mittelalterliche und frühneuzeitliche Glashütten im Solling (1200-1740/50). Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 2/2006, S. 13-18.

BLOSS, OTTO: Steinbecker Glashütte im Hellenthale. In: O. Bloß: 800 Jahre Schorborn 1150-1950. Bilder aus der Vergangenheit der Gemeinde Schorborn und der Waldglashütten im Solling. Eschershausen 1950; S. 9-12.

ULRICH VON OEYNHAUSEN:  Glashütten in Mecklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 70 (1905), S. 267-312.

NÄGELER, WOLFGANG: Ortsfamilienbuch Schorborn mit Schießhaus 1746-1902. Stadtoldendorf (Selbstverlag) 2013. - Das Buch beinhaltet 1.579 Familien mit 4.370 Personen mit Registern für Namen, Orte, Berufe und Krankheiten. Für das Bestehen der Glashütten in Schorborn hat der Autor für die Taufen auch die Taufpaten erfasst, um auch raumübergreifende Beziehungen abzubilden.



[1] NStAWb  K 9507 / K 14814 (ca. 1750) Hellental, Forstorte, Abriss │ Abriss der Forstorte zwischen Holzminden und dem Hellental │ Vermerk: [bislang um 1692 – neu aufgrund meiner Angaben: ca. 1750] │ sw-Handzeichnung │ „Alte Glasehütte“/„Neue Glasehütten – Wiese“ │ Die Karte wurde in den 1980er Jahren der folgenden Akte entnommen │ 4 Alt 10 XIV Nr. 2-3, Seite 4.

[2] LILGE 1993; SCHOPPE 1989; LESSMANN 1984; BLOSS 1977, 1976, 1961, 1950.

[3] Bezeichnung "S 40" bei BLOSS 1977, S. 115 – Grünglashütte zur Steinbeke im Hellenthal; Hüttenstandort in der Ortsakte „Heinade-3-1 NStAWb Forstkarte 92 Neu F Nr. 501 Hellental“ der Kreisarchäologie Landkreis Holzminden. Heute: Einebnung baulicher Reste mit völliger Überbauung.

[4] LEIBER 2004, S. 111.

[5] In der Fachliteratur finden sich Hinweise, die einerseits von einer tatsächlich ortsfesten Glashütte jenseits des bis dahin verbreiteten Wanderglashüttenwesens, andererseits aber auch von „der letzten Wanderglashütte des Sollings“ ausgehen [TACKE 1951].

[6] Quelle: Kirchenbuch Heinade 1680-1722, S. 185; Auszug angefertigt von Wolfgang Nägeler. HENZE 2004, S. 96 ff.

[7] LEIBER 2004, S. 111 ff.

[8] GLASHÜTTE „ZUR STEINBEKE“: {HtGfN 2-1} eigene Inventarisation (Kennbuchstaben/Ziffer): Ht = Hellental / GfN = Glashütte frühe Neuzeit; [83] Fundstellennummer Glashüttenstandort nach STEPHAN 2011, 507, 515, 526-527.

[9] Übersicht zum "Waldglas in Mecklenburg" bei JANKE/JUNGHANS/LEWERENZ 2010.

[10] NÄGELER 2015; NÄGELER/WEBER 2004; BLOSS 1950, S. 11.

[11] BLOSS 1950, S. 12.

[12] BLOSS 1950, S. 17: Zum Wertvergleich: 1774 wurde der Wert der gesamten Schorborner Glasmanufactur einschl. Nebengebäude und Zubehör auf 1.797 Reichstaler geschätzt.

[13] TACKE 1943, S. 93.  

[14] Der Name „Steinbeke“ wird als „Steinbach“ interpretiert (Bach = „Beck“).

Er findet sich häufiger als Orts- bzw. Dorfname wie auch als Nachname im Spätmittelalter (z. B. Familie Steinbeke) und erinnert an einen Bach.

Bei der Glashütte "Zur Steinbeke" handelt es sich damit um eine auf ein Fließgewässer bezogene Benennung [Bloß 1977, S. 69].

Ein mäßig steiler Hang in Hellental, im Bereich der heutigen Sollingstraße 33 hüttennah gelegen, wird noch heute volkstümlich-mundartlich „Steinbeke“ genannt.

Als Verbindungsweg von der Sollingstraße zum Straßenzug Zum Winkel ansteigend befindet sich ein mit Fichten begrenzter, steiler Grasweg, der noch heute als „Steinbeeke“ bezeichnet wird.

[15] OHLMS 2006 / Fürstliche Glasmanufaktur Schorborn. Verborgen und verkannt. Die merkantilistische Glasproduktion des Herzogtums Braunschweig. In: Der Glasfreund. 20. Jg. Nr. 55. Mai 2015. S. 20-21.

[17] NStAWb 4 Alt 10 XIV Nr. 2 - Ausschnitt 3 Karte Bl. 2 Teil 2 (vom NStAWb in diditalisierter Kopie erworben; im MiB-Archiv Hellental bei Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental).

[18] NÄGELER/WEBER 2004, S. 782.

[19] Nach einer Erzählung von Steffen Prinz aus dem Jahr 2001, ehemals Hellental.

[20] Modern-ökonomisch: Leistungsbilanzüberschuss/Außenhandelsüberschuss - Zu ihrer staatlichen, frühkapitalistischen Einnahmesteigerung förderten Fürsten ihre heimischen (inländischen) Manufakturen und Monopolbetriebe zur Herstellung von Exportprodukten, wohingegen Importe verboten bzw. mit hohen Zöllen (Importzölle) belegt wurden.

[21] LESSMANN 1984, S. 31; NStAWb 4 Alt 10 XIV Nr. 2 - Ausschnitt 3 Karte Bl. 2 Teil 2.

[22] STEPHAN 2010, S. 527.

[23] BLOSS 1977, S. 115-116.

[24] BLOSS 1950a, S. 9-12.