"Die böse Sieben“ & Das "Wirtshaus an der Straße"

Klaus A.E. Weber

 

Das „Wirtshaus an der Straße”, 1961 [2]

 

Das folgende, in Hellental noch heute gut bekannte Gedicht soll Hermann Löns für die Hellentaler Dorfbewohner*innen verfasst haben.

Hierbei soll er mit dem „Wirtshaus an der Straße” den heute als „LandHotel Lönskrug” modern fortgeführten alten Dorfkrug des ehemals „unteren Krügers“ beschrieben haben.

Die „Sieben Birkenbäume” sollen oberhalb des Dorfes, am Kleinen Hellentaler Berg, gestanden haben („Birkenweg“, Abzweigung vom „Wiesenweg“ am südwestlichen Dorfausgang).

Noch heute finden sich am „Birkenweg” einige wenige alte, dickstämmige und knorrige Birkenbäume, die allerdings aus Altersgründen längst die Zahl „sieben” unterschritten haben und deren Zukunft noch ungewiss ist.

Zur Frage, wie die Zahl „sieben“ zu interpretieren sei, gibt es nur spekulative Antworten.

So sind einige Hellentaler Dorfbewohner*innen bis heute der festen Überzeugung, dass Hermann Löns einerseits mit der „Siebten” seine ihm angetraute Frau gemeint, zum anderen er sechs anderen jungen Mädchen (möglicherweise auch in Hellental?) zuvor den Hof gemacht haben könnte.

„Alles, was Schürzen trägt, soll sich verstecken, Löns ist im Dorf!“, so oder so ähnlich soll man sich nämlich im Hellentaler Dorf jener Zeit zugerufen haben, wenn Hermann Löns in der „Timmermannschen Gastwirtschaft“ weilte.

Was Frauen anging, galt Hermann Löns als wahrer Egoist, der jede Beziehung zu seinen Gunsten ausgenutzt haben soll.

 

                                               Die böse Sieben

 

                                               Am Wirtshaus an der Straße

                                               Sieben Birkenbäume stehn;

                                               Die sieben grünen Bäume,

                                               Die will ich gar nicht sehn.

 

                                               Die Sieben, ja die Sieben

                                               Ist eine böse Zahl;

                                               Sieben wunderschöne Mädchen,

                                               Die liebte ich einmal.

 

                                               Sechs Rosen ohne Dornen

                                               Die waren mein fürwahr;

                                               Die siebte, die ich pflückte,

                                               Voll Dorn und Distel war.

 

                                               Die siebte von den Sieben

                                               Ihre Kunst sie wohl verstand;

                                               Sie führt mich zum Altare

                                               Mit ihrer weißen Hand.

 

                                               Die sieben Birkenbäume

                                               Gehen hin und gehen her,

                                               Ade, ihr roten Rosen,

                                               Ich pflücke keine mehr.


 

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[1] LESSMANN 1984, S. 73.

[2] Ansichtskarte aus dem Archiv HGV-HHM